Abo
  • IT-Karriere:

Wir werden zum Tier

Zunächst gilt es, die Dschungelbewohner überhaupt zu entdecken. Haben wir Fledermaus, Frosch, Harpyie, Kaiman oder Spinne erspäht, können wir mit dem Vive-Controller an sie heranzoomen. Wir verharren dann in dieser Beobachterperspektive und folgen den Tieren auf ihrem Weg durch den Regenwald. Oder, was deutlich spannender ist: Wir nehmen selbst ihre Perspektive ein.

Stellenmarkt
  1. THD - Technische Hochschule Deggendorf, Deggendorf
  2. operational services GmbH & Co. KG, Wolfsburg, Braunschweig

Besonders aufregend ist die Rolle der Harpyie: Ihre scharfe Wahrnehmung simuliert Inside Tumucumaque durch Superzeitlupe, die Spieler wohl an eine Bullet Time erinnern wird: Während wir langsam zwischen den Bäumen hindurchgleiten, erkennen wir selbst das kleinste Detail auf dem Waldboden haarscharf.

Als Vampirfledermaus wechseln wir in eine schwarz-weiße Echolot-Ansicht, als Pfeilgiftfrosch in ein ultraviolettes Farbspektrum. Die Goliath-Vogelspinne wiederum hat zwar acht Augen auf dem Rücken, nimmt ihre Umgebung aber vor allem durch ihre starke Behaarung wahr - sie hat einen sehr ausgeprägten Tastsinn. "Wir haben versucht, das für unsere Wahrnehmung zu interpretieren - ohne mit haptischen Anzügen zu arbeiten", erzählt Ina Krüger. "Die Controller vibrieren ab und zu. Wir wollten aber auch nicht ins Gamige abrutschen, weil unser Ziel eine eher dokumentarische Anwendung ist - teils spielerisch, teils künstlerisch, aber eben kein Game."

Amazonas-Ansichten frei nach Albrecht Dürer

Was die Macher nicht wollten, war eine glatte Game-Ästhetik. Sie sollte eher in Richtung naturhistorischer Illustrationen aus dem 19. Jahrhundert gehen, sagt Krüger. Dirk Hoffmann, Concept Artist von Artificial Rome, entwickelte auf dieser Basis einen Stil, der von Albrecht Dürer und Peter Doig beeinflusst ist. "Er hat den Detailreichtum leicht reduziert - in eine malerische, künstlerische Form", erklärt Krüger. Statt knalliger Farben wählte Hoffmann vor allem gelblich-grüne Sumpffarben, da es im feuchten Regenwald meistens trüb ist. "Das gibt dem Ganzen einen menschlichen Touch, eine ganz eigene Qualität", sagt Krüger. Tatsächlich muss sich das Auge des VR-Nutzers erst an die schwachen Kontraste - Grün in Grün auf Grün - gewöhnen. Oder er wechselt gleich in die Sicht des Tieres - und kann sich dann womöglich sogar besser orientieren.

In der Oculus-Go-Variante steuern Nutzer die App übrigens nicht mit dem Controller, sondern per Blickrichtung. Auch grafisch bleibt die Portierung natürlich etwas hinter dem Original für Vive Pro zurück. Ob die Apps noch bei Viveport oder im Oculus Store erscheinen werden, steht derzeit nicht fest. Im Oculus Store gibt es bereits eine vergleichbare Experience (In the Eyes of the Animal) mit Tieren in einem englischen Waldgebiet.

Wie wäre es nun gewesen, noch weitere Sinneseindrücke in die Experience einzubauen, etwa Feuchtigkeit? Die Genfer Artanim Foundation beispielsweise hat für 'Geneva 1850' eine Kutsche gebaut, die von Motoren im Sockel durchgerüttelt wird - und in der die Teilnehmer sogar Pferdedung riechen. "Wir haben uns alles Mögliche an Haptiken, an immersiven Techniken überlegt", berichtet Ina Krüger. "Das Ganze muss aber ja auch in irgendeiner Form aufbaubar und reproduzierbar sein."

Die Macher hatten für die Experience von Anfang an Museen im Blick: "Es ist aber völlig klar, dass die meisten Museen kein großes Budget für solch eine Installation haben", sagte Krüger. "Außerdem gibt es immer Probleme mit dem Handling. Das Ganze muss betreut werden, zum Beispiel müssen die Brillen gereinigt werden. Wenn man dann noch anfängt, mit Feuchtigkeit zu arbeiten und mit anderen immersiven Techniken - dann wird das immer komplizierter. Und am Ende findet man keinen Ausstellungsort mehr." Auch ohne diese zusätzlichen Gimmicks ist Inside Tumucumaque eine beeindruckende Erfahrung, die zurecht mit mehreren Preisen ausgezeichnet wurde.

In Berlin kann Inside Tumucumaque vom 7. bis zum 11. Mai 2019 im Hamburger Bahnhof erlebt werden - als Teil der Ausstellung "How to talk with birds, trees, fish, shells, snakes, bulls and lions", die am 12. Mai 2019 zu Ende geht. Am 7. Mai 2019 besteht ab 11 Uhr die Gelegenheit, die Macher im Hamburger Bahnhof zu treffen und mit ihnen über die Produktion zu sprechen. Die Simulation wird in weiteren Museen gezeigt.

 Inside Tumucumaque: Sei ein Frosch!
  1.  
  2. 1
  3. 2


Anzeige
Top-Angebote
  1. (u. a. Hunt Showdown für 29,99€, Forza Motorsport 7 für 28,49€ und Hitman 2 für 14,49€)
  2. (heute u. a. Xbox One Bundles mit FIFA 20)
  3. 179€ (Bestpreis!)
  4. (z. B. Core i5 9600K + Gigabyte Z390 Aorus Master für 468,00€, Core i7 900K + MSI MPG Z390...

schueppi 16. Mai 2019

Wär interessant zu wissen ab wann man so etwas für VR Zuhause bekommt. Das könnte...


Folgen Sie uns
       


Asus ROG Phone 2 ausprobiert

Das neue ROG Phone II von Asus richtet sich an Mobile Gamer - ist angesichts der Topausstattung aber auch für alle anderen Nutzer interessant.

Asus ROG Phone 2 ausprobiert Video aufrufen
Ryzen 7 3800X im Test: Der schluckt zu viel
Ryzen 7 3800X im Test
"Der schluckt zu viel"

Minimal mehr Takt, vor allem aber ein höheres Power-Budget für gestiegene Frequenzen unter Last: Das war unsere Vorstellung vor dem Test des Ryzen 7 3800X. Doch die Achtkern-CPU überrascht negativ, weil AMD es beim günstigeren 3700X bereits ziemlich gut meinte.
Ein Test von Marc Sauter

  1. Agesa 1003abba Microcode-Update taktet Ryzen 3000 um 50 MHz höher
  2. Agesa 1003abb Viele ältere Platinen erhalten aktuelles UEFI für Ryzen 3000
  3. Ryzen 5 3400G und Ryzen 3 3200G im Test Picasso passt

Dick Pics: Penis oder kein Penis?
Dick Pics
Penis oder kein Penis?

Eine Studentin arbeitet an einer Software, die automatisch Bilder von Penissen aus Direktnachrichten filtert. Wer mithelfen will, kann ihr Testobjekte schicken.
Ein Bericht von Fabian A. Scherschel

  1. Medienbericht US-Regierung will soziale Netzwerke stärker überwachen
  2. Soziales Netzwerk Openbook heißt jetzt Okuna
  3. EU-Wahl Spitzenkandidat Manfred Weber für Klarnamenpflicht im Netz

Programmiersprache: Java 13 bringt mehrzeilige Strings mit Textblöcken
Programmiersprache
Java 13 bringt mehrzeilige Strings mit Textblöcken

Die Sprache Java steht im Ruf, eher umständlich zu sein. Die Entwickler versuchen aber, viel daran zu ändern. Mit der nun verfügbaren Version Java 13 gibt es etwa Textblöcke, mit denen sich endlich angenehm und ohne unnötige Umstände mehrzeilige Strings definieren lassen.
Von Nicolai Parlog

  1. Java Offenes Enterprise-Java Jakarta EE 8 erschienen
  2. Microsoft SQL-Server 2019 bringt kostenlosen Java-Support
  3. Paketmanagement Java-Dependencies über unsichere HTTP-Downloads

    •  /