Inside im Test: Großartiges Abenteuer mit kleinem Jungen

Graue Optik, willenlose Menschen, Todesgefahr an jeder Ecke: Das Szenario von Inside, dem neuen Spiel der Entwickler des Indie-Hits Limbo, ist trostlos und unwirtlich. Spieler sollten sich dennoch auf den mysteriösen Trip einlassen. Sie werden mit einem Erlebnis der ungewöhnlichen Art belohnt.

Artikel veröffentlicht am ,
Inside
Inside (Bild: Playdead)

Ein kleiner Junge rennt weg. Vor wem und warum - das ist in Inside zunächst unklar. Er stürzt Abhänge hinunter, muss sich hinter Vorsprüngen verstecken und so dem Lichtkegel von Taschenlampen ausweichen, Hunden entkommen und schwer bewaffneten Wachen aus dem Weg gehen. Gelingt ihm das nicht, ist das Spiel schnell vorbei. Er ertrinkt, wird von Tieren zerfetzt oder von einer Kugel getroffen.

Inside setzt nicht nur darauf, dass schnell genug weggerannt wird. Stattdessen wechselt der Titel ruhige und knifflige Puzzle-Passagen gekonnt mit dramatischen Verfolgungsjagden ab. Der Schwierigkeitsgrad der Denkaufgaben steigt kontinuierlich an. Geht es zu Beginn nur darum, Kisten zu verschieben und Schalter umzulegen, um über Zäune zu steigen, müssen später komplexere Mechaniken eingesetzt werden. Da wird dann auch mal ein Schwein als Leiter oder eine Gruppe von Küken als Wurfgeschoss eingesetzt.

Hinzu kommen Tauchpassagen unter Wasser, Klettereinlagen an Seilen und Momente, in denen an einen Helm angedockt wird. Mit diesem Werkzeug lässt sich ein Teil der willenlosen Menschen steuern und so zum eigenen Vorteil bewegen, um etwa Tore aufzustemmen. All das funktioniert mit gerade mal zwei Tasten - eine zum Springen, eine zum Interagieren mit Objekten. Trotz der räumlichen Optik ist der unfreiwillige Held von Inside fast durchgängig auf 2D-Pfaden unterwegs - es wird wie in einem klassischen Jump-and-Run von links nach rechts gelaufen.

Inside kommt ohne Texte und Dialoge aus. Dennoch verfügt es über eine intensive, bedrohliche Atmosphäre, die vor allem durch die ebenso dunkle wie toll anzusehende Optik in all ihren Grautönen mitsamt gelungener Lichteffekte erzeugt wird. Die intuitive, unkomplizierte Bedienbarkeit sorgt ebenso für ein nahtloses Spielgefühl wie der riesige, im Grunde ohne Unterbrechungen ablaufende Level, für den insgesamt drei bis vier Stunden Spielzeit vonnöten sind.

Auf Grund der Tatsache, dass nie ganz klar ist, was hinter dem nächsten Zaun oder im folgenden Gebäude auf den Spieler wartet, bleiben zahlreiche hässliche Tode nicht aus. Auf Grund der fair gesetzten Rücksetzpunkte und des immer logischen Puzzle-Designs stellt sich trotzdem nur selten Frust ein.

Inside ist ab sofort für Xbox One zum Preis von rund 20 Euro verfügbar. Am 7. Juli 2016 folgt per Steam eine Version für Windows-PC.

Fazit

Über fünf Jahre haben die Entwickler von Playdead nach eigenen Angaben an Inside gearbeitet. Das ist dem alles andere als alltäglichen Spiel trotz offensichtlicher Parallelen zu Limbo in jeder Sekunde anzumerken. Die Atmosphäre ist zum Schneiden dicht, die Spielmechanik mit ihrem Mix aus Jump-and-Run-Elementen, Adventure-Passagen und Knobel-Einlagen motivierend, die reduzierte Grafik trotz Farbarmut wunderschön anzuschauen. Wer vor der trostlosen Thematik nicht zurückschreckt, bekommt hier eine weitere Indie-Perle geboten, die trotz der kurzen Spielzeit den Preis von 20 Euro wert ist.

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Anonymer Nutzer 06. Jul 2016

Grafisch und atmosphärisch ist das mal wieder ganz grosse Klasse, was die da geleistet...

ps (Golem.de) 05. Jul 2016

Nein, da gibt es leider keine Infos - jedenfalls liegen uns keine Infos vor. Soweit ich...



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