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Der nachdenkliche Nerd

Gates ist kein Mensch, der im Dialog großen Augenkontakt hält. Immer wieder schweift sein Blick ins Leere ab, während er über sich und seine Arbeit erzählt. Er wirkt in sich gekehrt und ständig nachdenklich. Diese Facette kommt auf den vielen Bühnen, auf denen er bereits zu sehen war, nie direkt zum Vorschein - hier zeigt er eine Maske, die er sich überzeugend aufsetzen kann. In anderen Situationen kann er mit Begeisterung und einem Lachen auf den Lippen über seine Kindheit und seine Zeit bei Microsoft erzählen.

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Diese zeichnet die Dokumentation in der zweiten Episode nach, in der Bill Gates spürbar aufgelockerter wirkt. Es ist schwer zu sagen, ob das gewollt ist und ob Guggenheim das als erzählerisches Mittel nutzt. Zuschauer erhaschen aber einen Einblick aus Gates' persönlicher Sichtweise. Statt draußen spielen zu gehen, hat er immer ein Buch vor der Nase. Teils schließt er sich tagelang in seinem Zimmer ein und liest. Später lernt er seinen langjährigen Freund und Microsoft-Mitgründer Paul Allen kennen - welchen besseren Ort gibt es dazu als den Computerclub der Schule?

Die Dokumentation schafft es, eine spannende Geschichte mit Gates' eigenen Aussagen, Bildern der Vergangenheit und einigen handgezeichneten Animationen zu erzählen. Es wird zudem klarer, wieso sich er und Paul Allen mit der Zeit voneinander distanziert haben. Gates' Devise war es, für Microsoft und seine Arbeit zu leben, Allen hatte auch andere Prioritäten. Trotzdem hat dessen Tod Gates hart getroffen, was die Dokumentation in einem emotionalen Höhepunkt passend darstellt.

In einigen kurzen Details ist Guggenheim auch in der Lage, den Titel seiner Serie zu rechtfertigen. So hat sich Bill Gates etwa schon während seiner Arbeit bei Microsoft einwöchige Auszeiten genommen. Auf diesen Think Weeks hat er komplett isoliert in einer kleinen Hütte über aktuelle Probleme in seiner Karriere nachgedacht. Das macht er offensichtlich noch heute. An anderer Stelle wird erzählt, dass sich Gates alle Nummernschilder seiner Mitarbeiter gemerkt und immer gewusst habe, welche Personen zu welchen Zeiten da waren. Intern sei gescherzt worden, der Job bei Microsoft sei ein Halbtagsjob - man könne sich aussuchen, an welchen zwölf Stunden des Tages gearbeitet wird.

Solche Anekdoten vermitteln uns ein grobes Bild von der Denkweise des Microsoft-Gründers und seinem Charakter. Die dritte Episode der Doku erzählt zudem, wie er seine Frau Melinda kennengelernt hat. Guggenheim lässt es sich dabei nicht nehmen, auch ein wenig über ihre Karriere zu erzählen. Sie erscheint als weibliches Vorbild im MINT-Sektor - ohne dass dies aufdringlich wirkt.

Die Serie gibt einen interessanten Einblick in Bill Gates' Leben und macht ihn ein wenig menschlicher. Und genau davon hätten wir gern viel mehr gesehen. Denn trotz solcher spannenden Ansätze bleibt zum Schluss die Frage offen: Was beschäftigt Bill Gates tief im Inneren? Statt ihn zu decodieren - wie der Titel vermuten lässt -, gibt die Doku nur einen groben Einblick in sein Leben. Es wirkt so, als habe Guggenheim selbst die Antwort nicht gefunden.

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 Inside Bill's Brain rezensiert: Nicht nur in Bill Gates' Kopf herrscht Chaos
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MickeyKay 18. Okt 2019

Und genau DAS ist ja die böswillige Unterstellung. "Er hat viel Geld - also MUSS er...

sg-1 15. Okt 2019

Die Rezension liest sich unnötig Kritisch. Allein dass bemängelt wird, dass man mit...

keinerkannalles... 06. Okt 2019

I know that chaos

.02 Cents 01. Okt 2019

Naja - der Rezensent sagt im Kern: wenn er den Titel recht wörtlich nimmt, entspräche der...

AciidAciid 29. Sep 2019

Ich hatte mich eigentlich gefreut auf diese Doku aber als ich gesehen habe das es mehr um...


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