Innotrans: eLTE für Züge könnte im unlizenzierten Band laufen

In Europa ist eLTE noch nicht zugelassen und hat keine Frequenz. Dennoch könnte es bereits jetzt von der Deutsche Bahn genutzt werden. In China setzen es Metrolinien längst ein.

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eLTE-Endgeräte für Zugpersonal von Huawei
eLTE-Endgeräte für Zugpersonal von Huawei (Bild: Achim Sawall/Golem.de)

Auch im unlizenzierten Band könnte eLTE eingesetzt werden. Das sagte Norman Frisch, Head of Business Development Transport Solutions bei Huawei, im Gespräch mit Golem.de auf der Bahnmesse Innotrans am 20. September 2016 in Berlin. "Wir können im unlizenzierten Band von 400 MHz bis 5 GHz Produkte anbieten. LTE ist ja nicht auf einen Frequenzbereich festgelegt. Das könnte sofort in Metrolinien eingesetzt werden. Die Produkte und Protokolle existieren."

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Die Deutsche Bahn könnte eLTE sofort nutzen, weil sie die Hardware dafür bereits besitzt. Um Konflikte mit WLAN zu vermeiden, ließe sich das Listen-Before-Talk-Protokoll (LBT) implementieren. Bei diesem Mechanismus wartet ein Sender zunächst darauf, dass andere Sender ihre Übertragung beenden, um diese nicht zu stören. Das kann im Bereich einiger Millisekunden laufen.

Die eLTE-Technik von Huawei basiert auf dem LTE-Standard und bietet wie bei TETRA oder GSM-R Dienste wie Gruppenruffunktionalitäten (Trunking-Services), Rufpriorität für Notrufe oder Push-to-Talk. Auch Zugsteuerungsdienste mit CBTC (Communication-Based Train Control) over LTE sind bereits erfolgreich getestet worden. Zudem steht die volle Datenrate von LTE bereit. Bei Tetra liegt die Übertragungsrate pro Datenkanal bei nur 7,2 KBit/s. Eine Funkzelle kann mit mehreren Datenkanälen ausgerüstet sein.

In vielen Metrolinien eingesetzt

Frisch: "In China wird eLTE bereits in vielen Metrolinien eingesetzt. Wir haben 9 Verträge in China geschlossen. Dort ist die Verfügbarkeit von Frequenzen für den Transportbereich schon geklärt, im 1,8-GHz-Bereich steht Kapazität zur Verfügung. In China wird sehr stark kooperiert. Das würde in Europa auch Sinn ergeben."

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eLTE ist eine proprietäre Ableitung von Huawei und wird von dem Unternehmen als potenzieller Nachfolger für GSM-R oder Tetra-Anwendungen gesehen.

In der eLTE Industry Alliance haben sich 90 Unternehmen wie Funkwerk, SAP, Siemens Convergence Creators (Siemens CVC) oder der schwedische Messtechnik-Konzern Hexagon zusammengeschlossen. Der Standard ist jedoch noch nicht als 3GPP verabschiedet.

Nokia bietet auf der Innotrans LTE for Railways an. Das System versorgt Wi-Fi-Router in Zügen von außen mit Makrozellen. Zum Einsatz kommt ein dediziertes Netzwerk bei 2.6 GHz und 20 MHz Bandbreite.

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