Innenstädte: Telekom will mit Small Cells hohe Datenraten bieten

Die Deutsche Telekom will beim Mobilfunkausbau verstärkt Small Cells einsetzen, um das 5G-Netz zu verdichten. Das gab der Netzbetreiber am 5. Dezember 2023 in seinem Podcast bekannt(öffnet im neuen Fenster) . Pilotprojekte dafür laufen unter anderem in der Oberpfalz in Weiden und in Hattingen in Nordrhein-Westfalen. Im Jahr 2023 sollen weitere entstehen.
"Altstädte haben sehr oft enge Gassen. Da ist es schwierig, mit einem normalen Dachstandort, der vielleicht sogar weiter weg liegt, diese Fußgängerzone unten auf der Straße zu versorgen," sagte Telekom-Techniker Sebastian Viet. "Wir gehen dahin, wo die Leute Datenverkehr generieren." Eine typische Small Cell hat demnach einen Versorgungsradius von 200 Metern.
Als Standorte werden die Metallsäulen von früheren Telefonzellen genutzt, die die Telekom derzeit abschaltet, weil sie nicht mehr genutzt werden. Sie stehen oft an zentralen Standorten in Innenstädten und die Antennen einer Small Cell passen oben in die Säulen.
Woraus besteht eine Mobilfunkantenne?
Es gibt neben den Antennen zwei zentrale Komponenten, die Recheneinheit (BBU – Base Band Unit) und die Funkeinheit, den Radio Remote Head (RRH). Die Recheneinheit verarbeitet die Verbindungsdaten und sorgt für die Anbindung an das weiterführende Kernnetz. Das Funkmodul wandelt im Wesentlichen das Datensignal in ein antennentaugliches Hochfrequenzsignal um. Die Small Cell ist per Glasfaser an die Vermittlungsstelle angeschlossen.
In Weiden wurde gut 50 Meter von der Telefonsäule entfernt die Datenrate gemessen. Die Smartphone-App zeigte laut Angaben der Telekom 847 MBit/s im Download und 101 MBit/s beim Hochladen von Daten an. "Der Small-Cell-Ausbau geht jetzt erst so richtig los. In diesem Jahr wird die Telekom den Ausbau in Innenstädten und Fußgängerzonen verstärken" , sagte ein Sprecher. Von den 12.000 öffentlichen Telefonstationen, die noch existieren, werden rund 3.000 mit Small Cells ausgestattet.
Small Cells seien wirtschaftlich "für Mobilfunkbetreiber nicht vertretbar" . Das erklärte dagegen Badiaa Bazarbacha, Sales-Chefin von Vantage Towers, am 6. April 2022 auf der Connected Germany in Mainz . "Sie werden nur taktisch genutzt, um bestimmte Hotspots abzudecken."
Es sei möglich, dass sich dies mit 5G ändere, stellte Bazarbacha in Aussicht. "Wenn wirklich viel Datenverkehr über 5G läuft, ist es möglich, dass die Betreiber die Nutzung von Small Cells auch wirtschaftlich besser hinkriegen." Dann werde mehr Masse gebraucht. Gegenwärtig seien es die Makrozellen, die die Kapazität und die Konnektivität zur Verfügung stellten. Hier liegt das Kerngeschäft von Vantage Towers, einer Tochter von Vodafone.