Innenstädte: Einzelhändler für Ende des Sonntagsverkaufsverbots
Der wachsende Onlinehandel verschärft die Wettbewerbssituation im stationären Handel. Laut einer Befragung von 33.000 Innenstadtbesuchern in 62 Städten, die das Institut für Handelsforschung Köln gemeinsam mit der Bundesvereinigung City- und Stadtmarketing Deutschland, dem Handelsverband Deutschland (HDE), Galeria Kaufhof, zwölf Industrie- und Handelskammern sowie lokalen Partnern durchführte, setzt der Onlinehandel sowohl kleinen als auch großen Städten zu.
Lovro Mandac, Vorsitzender der Geschäftsführung der Galeria Holding GmbH, hat eine Idee, wie der innenstädtische Handel wieder aufschließen könnte: "Die wenigen Sonntagsöffnungen zeigen, wie beliebt das Sonntagsshopping bei den Deutschen ist. Wenn die Läden geschlossen bleiben müssen, dann kaufen sie eben in den Onlineshops. Die Forderung an die Politik muss deshalb lauten: Schaffen Sie einen ungehinderten Zugang zur City und lassen Sie die Menschen auch am Sonntag im stationären Handel einkaufen, wenn sie das möchten."
Kritisch sieht das Boris Hedde, Geschäftsführer des IFH Köln: "Bei weiter steigenden Online-Umsätzen und der großen Heterogenität an Innenstadtfunktionen ist ein umfassendes City-Management notwendiger denn je. Ein Patentrezept für die erfolgreiche Innenstadt gibt es aufgrund unterschiedlichster Anforderungen und Rahmenbedingungen allerdings nicht – individuelle Konzepte müssen her."
Schon Anfang 2014 klagten über 60 Prozent der Einzelhändler nach Angaben des HDE über sinkende Besucherzahlen in ihren Geschäften.
Der Lebensmittelhandel ist derzeit noch weitgehend von der Entwicklung verschont worden, doch das wird wohl nicht so bleiben. Eine Studie von Ernst & Young (PDF(öffnet im neuen Fenster)) prognostiziert, dass bis 2020 der jährliche Online-Umsatz mit Lebensmitteln auf 20 Milliarden Euro steigen soll. Derzeit sind es 500 Millionen Euro.