Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Inna: Geplanter Energiepark in der Atacama-Wüste wird eingestampft

Astronomen sind froh über diese Entscheidung. Der Park hätte wesentlich zur Lichtverschmutzung der Atacama-Wüste beigetragen.
/ Patrick Klapetz
5 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Collage eines Fotos aus der Atacama-Wüste. (Bild: P. Horálek; Eso)
Collage eines Fotos aus der Atacama-Wüste. Bild: P. Horálek; Eso

In der chilenischen Atacama-Wüste sollte ein Wind- und Solarpark zur Produktion von grünem Wasserstoff und Ammoniak entstehen. Dieser hätte sich jedoch nur wenige Kilometer vom Paranal-Observatorium der Europäischen Südsternwarte (Eso) entfernt befunden, einem weltweit wichtigen Zentrum für astronomische Himmelsbeobachtungen, ebenfalls in der Atacama. Denn in der Wüste gibt es im Verlauf des Jahres etwa 350 klare Nächte. Jetzt hat AES Andes, die chilenische Tochtergesellschaft des US-Energiekonzerns AES Corporation, das Projekt mit Namen Inna aufgegeben(öffnet im neuen Fenster) .

Eine Analyse der Eso hatte gezeigt(öffnet im neuen Fenster) , dass die Lichtverschmutzung über dem Very Large Telescope (VLT) um mindestens 35 Prozent und über dem Südstandort des Cherenkov Telescope Array Observatory (CTAO-Süd) um mehr als 50 Prozent zunähme, würde AES Andes das Inna-Projekt tatsächlich umsetzen. Im Januar 2025 schlugen die Astronomen der Eso deswegen öffentlich Alarm(öffnet im neuen Fenster) .

Neben der Lichtverschmutzung hätten die geplanten Windräder die ruhige Luft an den Standorten des VLT, des Visible and Infrared Survey Telescope for Astronomy (Vista) und des Extremely Large Telescope (ELT) verwirbelt. Außerdem hätten sich erzeugte Vibrationen zunächst auf dem Boden übertragen, dann auf die präzise ausgerichteten Teleskope. Das wiederum hätte sich negativ auf die Beobachtungsphasen der Teleskope ausgewirkt.

AES Andes wird sich nun auf die Inbetriebnahme des Fotovoltaik-Solarkraftwerks Andes Solar III und des Batteriespeichersystems Bolero Bess in der nordchilenischen Region Antofagasta konzentrieren. Beide sollen bis Mitte 2026 in den kommerziellen Betrieb übergehen.

Zudem möchte der Energiekonzern seine vier erneuerbaren Energieprojekte Arenales, Cristales, Pampas und Atacama Bess vorantreiben. Gemeinsam sollen die Anlagen eine Leistung von 2.363 MW erbringen, wodurch das Wachstum der erneuerbaren Energien bis zum Jahr 2027 auf über 4.500 MW steigen soll.

Die astronomische Gemeinschaft freut sich über die Entscheidung von AES Andes. Laut des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik (MPE)(öffnet im neuen Fenster) ist der Nachthimmel über dem Cerro Paranal, einem Berg im Norden Chiles, damit gesichert.


Relevante Themen