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Init-System: Systemd 207 macht Fstab optional

Die aktuelle Systemd-Version erkennt Home- und Swap-Partionen mittels GPT-ID und hängt diese entsprechend ein, wodurch die Verwendung der Fstab-Datei auf vielen Systemen nicht mehr notwendig ist.
/ Sebastian Grüner
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Systemd macht die Fstab-Datei überflüssig. (Bild: Nina Sebayang/Golem.de)
Systemd macht die Fstab-Datei überflüssig. Bild: Nina Sebayang/Golem.de

Der Linux-Init-Dienst Systemd enthält in der nun veröffentlichten Version(öffnet im neuen Fenster) Funktionen, um Home- und Swap-Partitionen auf GPT-Festplatten automatisch anhand ihrer IDs zu erkennen, wodurch diese ins System eingebunden werden können. Für viele Konfigurationen wird die Dateisystemtabelle /etc/fstab(öffnet im neuen Fenster) somit optional, wie es in der Ankündigung heißt, da der Init-Dienst nun bestimmte, häufig genutzte Partitionen auf der Root-Festplatte automatisch erkennt.

Diese Neuerung bedeutet aber nicht, dass Administratoren auf die Verwendung der altbewährten fstab verzichten müssten. Die Einträge zu den Partitionen werden weiterhin von Systemd eingelesen(öffnet im neuen Fenster) , während des Startprozesses in Systemd-Unit-Dateien übersetzt und anschließend verwendet. Sollten die Systemd-Entwickler künftig ganz auf die Unterstützung der Fstab-Datei verzichten, können Administratoren verschiedene Einhängeoptionen mit den sogenannten Mount-Units(öffnet im neuen Fenster) festlegen, wie dies bereits standardmäßig für das Verzeichnis /tmp existiert, das als Tmpfs(öffnet im neuen Fenster) genutzt wird.

Darüber hinaus leitet Systemd nun keine Umgebungsvariablen des Kernels oder der Initrd automatisch an System-Dienste weiter. Falls gewünscht, lässt sich dies allerdings über die Kernel-Kommandozeile systemd.setenv= erreichen. Ebenso werden ab sofort sämtliche Nachrichten des Logging-Dienstes Journald so auf der Festplatte gesichert, dass diese nach einem eventuellen Neustart verfügbar sind, falls Journald Nachrichten mit den Warnstufen CRIT, ALERT oder EMERG erhält.

Die Neustart-Funktionen für Dienste können nun außerdem so konfiguriert werden, dass ein Dienst entsprechend neu gestartet wird, wenn dieser keine Watchdog-Keep-Alive-Nachrichten mehr sendet. Der Getty-Generator von Systemd startet Getty nun auch nicht mehr nur auf der primären Kernel-Konsole, sondern auch auf allen anderen, was die Reihenfolge der Einträge in der Kernel-Kommandozeile console= weniger wichtig werden lässt.

Eine Zusammenfassung weiterer Neuerungen in Systemd 207 findet sich in der Ankündigung, der Quellcode der Software steht ab sofort zum Download(öffnet im neuen Fenster) bereit.


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