Abo
  • IT-Karriere:

Init-System: Shuttleworth will Systemd in Ubuntu

Nachdem sich das höchste Debian-Gremium für Systemd und gegen Upstart ausgesprochen hat, möchte Mark Shuttleworth nun auch Systemd in Ubuntu integrieren.

Artikel veröffentlicht am ,
Mark Shuttleworth möchte, dass Ubuntu künftig Systemd verwendet.
Mark Shuttleworth möchte, dass Ubuntu künftig Systemd verwendet. (Bild: Michael Wieczorek/Golem.de)

"In Würde verlieren", betitelt Canonical-Gründer Mark Shuttleworth seinen aktuellen Blogeintrag. Der Ubuntu-Mäzen will sich dafür einsetzen, dass künftig in der Distribution statt der Eigenentwicklung Upstart der alternative Initialisierungsdienst Systemd verwendet wird.

Stellenmarkt
  1. ista International GmbH, Essen
  2. Dataport, verschiedene Standorte

Shuttleworth begründet seine Entscheidung damit, dass sich das technische Komitee von Debian vor kurzem in einer knappen Entscheidung dafür ausgesprochen hat, Systemd ab der kommenden Version auf Linux-Systemen einsetzen zu wollen. Als "zentraler Bestandteil der Debian-Familie" werde Ubuntu diese Entscheidung unterstützen.

Ubuntu soll Debian-Entscheidung mittragen

Die Ubuntu-Gemeinschaft solle helfen, die Unterstützung von Systemd in Debian sowie in Ubuntu selbst effizient umzusetzen. Darüber hinaus werde er das Technical Board von Ubuntu bitten, die eigene Position zu Upstart und Systemd zu überdenken, sowie Pläne für einen angemessenen Übergang auszugestalten, so Shuttleworth.

Unabhängig davon werde das Ubuntu-Team die Arbeiten daran abschließen, Logind auch dann benutzen zu können, falls Systemd nicht als erster Prozess läuft. Zudem vermutet Shuttleworth, dass Systemd als Option für Entwickler zur Verfügung steht, sobald es in Debian verfügbar ist. Ebenso werde Systemd wohl zum Standard in Ubuntu, sobald es eine vergleichbare Qualität zum aktuell genutzten Upstart biete.

Schwierige Debatte

Upstart entstand vor sieben Jahren als Entwicklung für Ubuntu bei Canonical und dient als Ersatz für das stark veraltete Sysvinit, wobei explizit Abwärtskompatibilität gewahrt werden soll. Systemd dient ebenfalls als Ersatz für Sysvinit, doch beide Technologien unterscheiden sich zum Teil stark voneinander.

Im Oktober 2013 wurde das technische Komitee von Debian offiziell gebeten, eines der aktuellen Init-Systeme zum Standard zu erklären. Die Debatte verlief schleppend und wurde teilweise sehr unsachlich geführt. Erst vor wenigen Tagen kam es zu einer offiziellen, wenn auch sehr knappen Entscheidung. Wegen einer Pattsituation war letztlich die Stimme des Leiters Bdale Garbee ausschlaggebend, der sich für die Verwendung von Systemd ausspricht.

Anders als der Blogeintrag von Shuttleworth suggeriert, ist die endgültige Entscheidung bei Debian aber noch nicht gefallen. Denn in einer Wahl mit allen Debian-Entwicklern könnte die Entscheidung des Komitees überstimmt werden, auch wenn dies wenig wahrscheinlich erscheint.

Systemd wird vermutlich nicht schon in Ubuntu 14.04 LTS zum Testen bereitstehen, da die Entwicklungszeit bis dahin wohl zu gering ist. Dennoch ist davon auszugehen, dass Shuttleworths Position richtungsweisend für Ubuntu ist. Zwar leitet er seit mehr als vier Jahren Canonical nicht mehr, dennoch ist der Ubuntu-Gründer sehr einflussreich in der Community.



Anzeige
Top-Angebote
  1. (u. a. Mindecraft für 20,99€, Borderlands 2 GOTY für 6,99€, Call of Duty 8 - Modern Warfare 3...
  2. 449,94€ (bei Mindfactory.de)
  3. (u. a. Akkuschrauber, Schlagbohrschrauber, Handkreissägen)
  4. (u. a. Multitools ab 46,99€)

Hello_World 17. Feb 2014

Du meinst die Raumstation, die mal eben das dreifache der geplanten Lebensdauer erreicht...

tangonuevo 17. Feb 2014

Oder, positiver formuliert, man hatte das Knowhow, hatte Resourcen investiert und...

Wander 16. Feb 2014

Wenn du keine Verwendung für die durch systemd und journald entstandenen Möglichkeiten...

Thaodan 16. Feb 2014

Die Idee dahinter halte ich für gut, aber wie gesagt das Log Format nicht.

iRofl 16. Feb 2014

Den Typen verstehen wirklich nur Ubuntu Anhänger. Normale Menschen ganz bestimmt nicht...


Folgen Sie uns
       


Lenovo Smart Display im Test

Die ersten Smart Displays mit Google Assistant kommen von Lenovo. Die Geräte sind ordentlich, aber der Google Assistant ist nur unzureichend an den Touchscreen angepasst. Wir zeigen in unserem Testvideo die Probleme, die das bringt.

Lenovo Smart Display im Test Video aufrufen
Strom-Boje Mittelrhein: Schwimmende Kraftwerke liefern Strom aus dem Rhein
Strom-Boje Mittelrhein
Schwimmende Kraftwerke liefern Strom aus dem Rhein

Ein Unternehmen aus Bingen will die Strömung des Rheins nutzen, um elektrischen Strom zu gewinnen. Es installiert 16 schwimmende Kraftwerke in der Nähe des bekannten Loreley-Felsens.

  1. Speicherung von Überschussstrom Wasserstoff soll bei Engpässen helfen
  2. Energiewende DLR-Forscher bauen Kohlekraftwerke zu Stromspeichern um
  3. Erneuerbare Energien Wellenkraft als Konzentrat

Recycling: Die Plastikfischer
Recycling
Die Plastikfischer

Millionen Tonnen Kunststoff landen jedes Jahr im Meer. Müllschlucker, die das Material einsammeln, sind bislang wenig erfolgreich. Eine schwimmende Recycling-Fabrik, die die wichtigsten Häfen anläuft, könnte helfen, das Problem zu lösen.
Ein Bericht von Daniel Hautmann

  1. Elektroautos Audi verbündet sich mit Partner für Akkurecycling
  2. Urban Mining Wie aus alten Platinen wieder Kupfer wird

Sicherheitslücken: Zombieload in Intel-Prozessoren
Sicherheitslücken
Zombieload in Intel-Prozessoren

Forscher haben weitere Seitenkanalangriffe auf Intel-Prozessoren entdeckt, die sie Microarchitectural Data Sampling alias Zombieload nennen. Der Hersteller wusste davon und reagiert mit CPU-Revisionen. Apple rät dazu, Hyperthreading abzuschalten - was 40 Prozent Performance kosten kann.
Ein Bericht von Marc Sauter und Sebastian Grüner

  1. Open-Source Technology Summit Intel will moderne Firmware und Rust-VMM für Server
  2. Ice Lake plus Xe-GPGPU Intel erläutert 10-nm- und 7-nm-Zukunft
  3. GPU-Architektur Intels Xe beschleunigt Raytracing in Hardware

    •  /