Init-System: Debian soll erneut über Systemd entscheiden
Der aktuelle Debian-Projektleiter Sam Hartman will, dass die Entwickler der Distribution erneut in einer Art Urabstimmung (General Resolution, GR) über die Nutzung des Userspace-Werkeugkastens und des Init-Systems von Systemd abstimmen. Eine ausführliche Zusammenfassung der Diskussion dazu liefert das Magazin LWN.net(öffnet im neuen Fenster).
In einer ersten Entscheidung dazu vor fünf Jahren hatte sich die Community noch fürs Nichtstun entschieden. Inzwischen wird Systemd aber mehrheitlich von den großen und weit verbreiteten Linux-Distributionen genutzt und auch viele weitere Open-Source-Projekte nutzen die Neuerungen der Systemd-Technik in ihrer eigenen Software, was zu weiteren Abhängigkeiten von Systemd führt. Das macht die Pflege von Alternativen immer schwieriger.
Hartman hatte sich erstmals ausführlich zu dem Problem Mitte September geäußert(öffnet im neuen Fenster). Auslöser war offenbar der Versuch, die Software Elogind in Debian zu integrieren, was als Alternative zu Systemd-Logind genutzt werden kann, aber eben ohne Abhängigkeit zum Rest von Systemd. Das wiederum hat aber für mehrere technische Probleme gesorgt und offenbar auch die alten Diskussionen neu entfacht.
Hartman hat nun zunächst einen vorläufigen Entwurf für die GR zur Diskussion gestellt(öffnet im neuen Fenster). Demnach sollen Entwickler zwischen drei Optionen entscheiden. Zur Auswahl stehen die Möglichkeiten, die Unterstützung verschiedener Init-Systeme zu bejahen, Systemd zu bevorzugen und trotzdem nach Alternativen zu suchen, oder Systemd ohne Alternativen künftig als Priorität zu betrachten. Wann und ob über den Vorschlag von Hartman abgestimmt wird, lässt sich zurzeit noch nicht sagen.
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