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Init-Dienst: Systemd in Ubuntu zum Testen

Erste experimentelle Pakete zum Testen von Systemd in Ubuntu stehen bereit. Das System startet bereits, aber noch mit einigen Problemen.
/ Sebastian Grüner
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Mark Shuttleworth möchte, dass Ubuntu künftig Systemd verwendet. (Bild: Michael Wieczorek/Golem.de)
Mark Shuttleworth möchte, dass Ubuntu künftig Systemd verwendet. Bild: Michael Wieczorek/Golem.de

Als Konsequenz aus der Diskussion in Debian um den Standard-Init-Dienst kündigte Canonical-Mäzen Mark Shuttleworth Mitte Februar an, statt der Eigenentwicklung Upstart künftig Systemd in Ubuntu unterstützen zu wollen. Nach ersten Diskussionen der Entwickler steht nun ein Paket bereit(öffnet im neuen Fenster) , mit dem sich Ubuntu testweise mit Systemd starten lässt.

Noch stehen bei Weitem nicht für alle Pakete in Ubuntu Systemd-Dateien bereit, um diese zu starten, weshalb zu erwarten ist, dass einige Probleme auftauchen. Die grafische Boot-Anzeige Plymouth etwa kann derzeit noch nicht benutzt werden.

Um überhaupt einen benutzbaren Desktop bereitzustellen, stehen in den Quellen an Systemd angepasste Pakete von Lightdm, dem Networkmanager sowie der Resolvconf bereit. Für weitere wichtige Dienste müssen erst die Konfigurationsdateien portiert werden. Bereitwilligen steht dazu eine Anleitung im Ubuntu-Wiki(öffnet im neuen Fenster) bereit.

Ersatz für altes Sysvinit

Upstart entstand vor sieben Jahren als Entwicklung für Ubuntu bei Canonical und dient als Ersatz für das stark veraltete Sysvinit, wobei explizit Abwärtskompatibilität gewahrt werden soll. Systemd dient ebenfalls als Ersatz für Sysvinit, doch beide Technologien unterscheiden sich zum Teil stark voneinander.

Im Oktober 2013 wurde das technische Komitee (CTTE) von Debian offiziell gebeten, eines der aktuellen Init-Systeme zum Standard zu erklären. Die Debatte verlief schleppend und wurde teilweise sehr unsachlich geführt. Nach langer Diskussion scheint sich die Mehrheit des CTTE für Systemd auszusprechen. Details und die Strategie zur Umsetzung sind aber immer noch nicht entschieden.

Das von Ubuntu aktuell verwendete Systemd 204 basiert zu großen Teilen auf dem Paket aus Debian Sid(öffnet im neuen Fenster) und enthält nur einige spezifische Anpassungen(öffnet im neuen Fenster) . Eine Liste bisher bekannter Fehler beim Boot mit Systemd(öffnet im neuen Fenster) zeigt vor allem Probleme mit den Konfigurationsdateien. Zum Testen von Systemd muss nicht nur das Paket selbst installiert, der Start muss zudem explizit im Bootloader Grub aktiviert werden.


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