Ingenuity: Mars-Hubschrauber knipst Hügel in 3D
Den Mars-Hubschrauber der Nasa erwarten neue und nie zuvor getestete Aufgaben. Außerdem ist damit erstmals ein 3D-Bild erstellt worden.
Der Mars-Hubschrauber Ingenuity muss seine Rotorblätter künftig schneller drehen. Weil die Atmosphäre des roten Planeten saisonal bedingt in den kommenden Wochen noch dünner werde, werde der Mini-Hubschrauber seine Rotorblätter schneller drehen müssen, um zu starten und sich in der Luft zu halten, teilte die US-Raumfahrtbehörde Nasa mit.
Weil die Mission von Ingenuity (auf Deutsch: Einfallsreichtum) ursprünglich nur auf rund 30 Tage angelegt war, sei so etwas nie auf der Erde getestet worden. Bei den kommenden Mars-Flügen des Hubschraubers werde deshalb vorsichtig das schnellere Drehen der Rotorblätter ausprobiert. Das Team erwartet dabei eine Vielzahl möglicher Probleme, da die Technik des Hubschraubers deutlich stärker gefordert werde als bisher. Dazu heißt es etwa: "Die Motoren müssen schneller drehen, das elektrische System muss mehr Leistung liefern und das gesamte Rotorsystem muss den höheren Belastungen standhalten, die mit höheren Rotordrehzahlen einhergehen."
Während seines 13. Fluges habe der Hubschrauber auch ein dreidimensionales Foto (Anaglyph) von einem Hügel auf dem Mars mit einem Durchmesser von rund 10 Metern aufgenommen, teilte die Nasa am Freitag mit. Um das Bild der Gesteinsformation in der dafür gedachten Perspektive sehen zu können, empfiehlt die Nasa die Nutzung einer Rot-Blau-Anaglyphenbrille. Das Bild selbst ist mit den Farbkameras des Mini-Hubschraubers in einem Abstand von 5 m aufgenommen und aus zwei Einzelbildern zusammengeführt worden.
Ingenuity war Ende Februar an Bord des Rovers Perseverance (auf Deutsch: Durchhaltevermögen) mit einem riskanten Manöver auf dem Mars gelandet. Mitte April hatte er zum ersten Mal abgehoben - und damit als erstes Luftfahrzeug einen Flug auf einem anderen Planeten absolviert. Inzwischen ist die Mission des Helikopters auf unbestimmte Zeit verlängert worden.
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