Ingenuity: Mars-Copter sorgt für einwöchiges Suchspiel bei der Nasa

Die Mars-Drohne Ingenuity hat die Nasa-Techniker eine Woche lang ins Schwitzen gebracht – dann konnte der Copter endlich wieder erreicht werden.

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Die Nasa war mit Hilfe von Perseverance gut eine Woche auf der Suche nach Ingenuity.
Die Nasa war mit Hilfe von Perseverance gut eine Woche auf der Suche nach Ingenuity. (Bild: NASA/JPL-Caltech)

Das Tandem aus Mars-Rover Perseverance und dem Multicopter Ingenuity hat gut eine Woche lang für angespannte Stimmung bei der Nasa gesorgt. Grund war ein kompletter Black-out in der Kommunikation mit der Ingenuity-Drohne.

Wie der verantwortliche Cheftechniker des Mars-Helikopter-Teams der Nasa, Travis Brown, in einem ausführlichen Blogbeitrag erklärt, entspann sich im Laufe einer Woche ein regelrechtes Suchspiel nach Ingenuity. Dabei waren die Techniker zunächst nicht besorgt.

Brown zufolge sind Kommunikationsausfälle über ein, zwei Tage mittlerweile nicht ungewöhnlich. Grund dafür ist, dass der Helikopter seit Sol 685 immer wieder in einen Schlafmodus abdriftet. Dies führt zu einer Unsicherheit, wann der Copter wieder aufwacht – was die Kommunikation erschwert.

Kontaktabbruch an sich nicht überraschend

Die Nasa-Techniker waren Brown zufolge entsprechend auch nicht überrascht, als der Kontakt zu Ingenuity bei Sol 755 abbrach. Standardmäßig wurde eine durchaus auf mehrere Tage angelegte Suche nach dem Aufwachsignal des Fluggeräts gestartet. Zunächst wurde vermutet, dass die Position des Perseverance-Rovers hinter einer Felsformation die Kommunikation erschwerte.

  • Eine Karte mit den Positionen von Perseverance und Ingenuity während der einwöchigen Suche (Bild: Nasa/JPL-Caltech)
Eine Karte mit den Positionen von Perseverance und Ingenuity während der einwöchigen Suche (Bild: Nasa/JPL-Caltech)

Nachdem der Rover aus dem Kommunikationsschatten bewegt worden war und der Kontakt zu Ingenuity trotzdem nicht zustande kam, wurden die Techniker Brown zufolge unruhig – eine derartig lange Auszeit zum Helikopter hatte es zuvor noch nicht gegeben. Ingenuity ist wichtig, um den von Perseverance zu fahrenden Weg auszukundschaften.

Gleichzeitig dürfen sich die beiden Roboter nicht zu nahe kommen, um Beschädigungen durch Unfälle oder Abstürze zu verhindern. Ohne zu wissen, wo Ingenuity ist, war auch die Weiterfahrt mit Perseverance ein Wagnis. Nach sechs Marstagen, bei Sol 761, konnten die Techniker endlich ein erstes ACK-Signal (Acknowledgement) von Ingenuity erfassen. Das Signal wurde zur gleichen Zeit bei Sol 762 empfangen, was bestätigte, dass der Helikopter noch funktionierte.

Der Grund für den Ausfall bestand der Nasa zufolge in der ungünstigen Positionierung des Perseverance-Rovers sowie einem Gebirgskamm, der sich zwischen Ingenuity und dem Rover befand. Außerdem spielt die Positionierung der Kommunikationsantenne an Perseverance eine Rolle. Die Techniker konnten letztlich einen neuen Flugplan hochladen und Ingenuity auf seinen 50. Flug schicken – 322 Meter weit in einer neuen Rekordhöhe von 18 Metern.

Ausgelegt war der Copter eigentlich nur für eine fünftägige Nutzung. Die Nasa rechnet damit, auch in Zukunft immer wieder nach Ingenuity suchen zu müssen, da der Copter wegen Marsstaub auf seinen Solarpanels wahrscheinlich in dem aktuellen halbwachen Status verbleiben wird.

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