Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Infrastruktur: Wie Rundfunk auch bei Blackouts durchhält

Mobilfunkzellen fallen aus, das Internet bricht zusammen – doch die großen Sendetürme senden weiter. Wir erklären, warum die Sendeinfrastruktur so robust ist.
/ Mathias Küfner
21 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Der Berliner Fernsehturm (Bild: wal_172619 from Pixabay)
Der Berliner Fernsehturm Bild: wal_172619 from Pixabay / Pixabay License
Inhalt
  1. Infrastruktur: Wie Rundfunk auch bei Blackouts durchhält
  2. Notstromversorgung und Dieselgeneratoren
  3. Technische Herausforderungen bei Betrieb und Wartung
  4. Satelliten als zusätzlicher Übertragungsweg
  5. Zuführungswege zu Multiplexern: Leitungen, Richtfunk, Internet
  6. UKW und DAB+: Technische und wirtschaftliche Perspektiven
  7. Hybride Ansätze: Mobilfunk und Rundfunk kombinieren

Cyberangriffe, kriegerische Konflikte, Terroranschläge, Naturkatastrophen, der Ausfall wichtiger Infrastruktur. Es gibt viele denkbare Krisensituationen, in denen ein hoher Informationsbedarf besteht, die dafür notwendige Infrastruktur aber selbst betroffen sein kann. Die Szenarien und möglichen Maßnahmen sind komplex.

In dieser dreiteiligen Serie richten wir konkret den Blick auf den Rundfunk. Im ersten Teil(öffnet im neuen Fenster) haben wir erklärt, warum der Rundfunk für die Kommunikation im Krisenfall ein wichtiges Puzzleteil ist. Im zweiten Teil soll es um die Sendeinfrastruktur selbst gehen.

Man kann zwischen drei Aspekten im Zusammenspiel zwischen Krisen und Rundfunk unterscheiden:

  1. Es geht um eine Katastrophe oder Krise, die weder den Rundfunk noch sonstige Infrastruktur betrifft, bei der der Rundfunk aber wichtige Warn- und Informationsfunktionen in einem alltäglichen Umfang übernimmt, etwa bei Falschfahrern auf der Autobahn oder Warnungen vor Unwetterereignissen.
  2. Der Rundfunk ist selbst durch Krisen oder Katastrophen betroffen, etwa indem er gezielt angegriffen, gestört oder missbraucht wird.
  3. Die Möglichkeit, dass große Teile der sonstigen Kommunikationswege lahmgelegt werden, insbesondere Mobilfunk und Internet, aber der Rundfunk nach wie vor für die Übertragung von Informationen zur Verfügung steht und hier unersetzliche Aufgaben übernimmt.

Rundfunk, im Gegensatz zu Mobilfunk, basiert auf dem als "High Power, High Tower" bekannten Konzept. Man arbeitet also mit relativ wenigen, aber dafür hohen Sendetürmen, oft auf Bergen positioniert, die große Flächen versorgen und dabei, verglichen mit den viel kleineren Mobilfunkmasten, relativ viel Energie aufwenden.

Redundanz und Ausfallsicherheit von Sendeanlagen

Die Sendegebiete verschiedener Senderstandorte überlappen sich dabei oft und schaffen eine Redundanz. Im DAB+-Gleichwellennetz ergänzen und verstärken sich diese verschiedenen Signale dabei sogar. Ohne Umschalten auf eine andere Frequenz empfängt man gleichzeitig das Summensignal mehrerer Sendetürme.

Damit stehen die relevanten Aussendepunkte in vielen Katastrophenszenarien nicht direkt dort, wo die Schäden durch die Katastrophe verursacht werden. Während bei einer Flut oder einem sonstigen Großschadensereignis auch die ortsnahe Mobilfunkinfrastruktur miterfasst werden kann, senden Rundfunksender ihre Signale von außerhalb in das Katastrophengebiet hinein.


Relevante Themen