Abo
  • Services:

Infrastruktur: Vorratsdaten kosten Mobilfunkbetreiber bis zu 15 Millionen

Die Kosten für die Vorratsdatenspeicherung gehen für einzelne Unternehmen in die Millionen. Die Befürchtungen von IT-Verbänden sind jedoch nicht eingetreten.

Artikel von veröffentlicht am
Die Mobilfunkbetreiber geben Millionen für die Vorratsdatenspeicherung aus.
Die Mobilfunkbetreiber geben Millionen für die Vorratsdatenspeicherung aus. (Bild: Fabian Bimmer/Reuters)

Die Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung kostet die großen deutschen Telekommunikationsprovider bis zu 15 Millionen Euro. "Bisher belaufen sich die Kosten auf rund drei Millionen Euro. Wir rechnen mit weiteren Kosten von bis zu zwölf Millionen Euro", sagte ein Sprecher der Deutschen Telekom auf Anfrage von Golem.de. Vodafone geht nach eigenen Angaben von Ausgaben "im niedrigen zweistelligen Millionen-Bereich" aus. Telefónica spricht von "einem mittleren einstelligen Millionen-Euro-Betrag". Insgesamt können die Ausgaben demnach gut 30 Millionen Euro betragen.

Inhalt:
  1. Infrastruktur: Vorratsdaten kosten Mobilfunkbetreiber bis zu 15 Millionen
  2. Funkzellenabfragen könnten sehr häufig erfolgen

Die Angaben der Telekom machen deutlich, dass der Großteil der Kosten für ein System ausgegeben werden müsste, um Mobilfunk- und WLAN-Kunden eine öffentliche IP-Adresse zuordnen zu können. Die Telekom klagt daher vor dem Verwaltungsgericht Köln gegen die Bundesnetzagentur, um die Daten nicht speichern zu müssen. Da einer öffentlichen IPv4-Adresse durch die sogenannte Network Address Translation (NAT) jedoch sehr viele Nutzer zugeordnet werden könnten, sei eine Speicherung der Daten für die Ermittlungsbehörden nutzlos, sagt die Telekom.

Große Unterschiede bei den Kosten

Zwar ist das Argument nachvollziehbar, doch dürfte dem Verwaltungsgericht Köln wenig Spielraum bei der Auslegung des Gesetzes bleiben. In diesem Fall hat eher die große Koalition geschlampt. Für die Nutzer ist der Ausgang des Gerichtsverfahrens ohnehin irrelevant. So oder so lässt sich von der öffentlichen IP-Adresse im Mobilfunk nicht auf einen konkreten Kunden schließen. Es geht der Telekom lediglich darum, die Investitionskosten in Höhe von zwölf Millionen Euro zu sparen.

Auffallend ist, dass Telefónica deutlich weniger Geld für die Vorratsdatenspeicherung ausgibt, obwohl das Unternehmen mit rund 44 Millionen Mobilfunkkunden gut 50 Prozent mehr Nutzer als Vodafone hat. Eine Sprecherin teilte auf Nachfrage von Golem.de mit: "Was IP-Adressen anbelangt, so speichern wir entsprechend dem Gesetz die dem Teilnehmer für eine Internetnutzung zugewiesene Internetprotokoll-Adresse."

Gute Schätzung der Bundesnetzagentur

Stellenmarkt
  1. comemso GmbH, Ostfildern
  2. Diamant Software GmbH & Co. KG, Bielefeld

Das macht auch Vodafone. Das Unternehmen werde vom 1. Juli an auch die IP-Adressen von Mobilfunk- und WLAN-Nutzern speichern, sagte ein Sprecher. Die Speicherverpflichtung umfasse jedoch nicht den jeweils genutzten Port. Eine eindeutige Identifizierung des jeweiligen Teilnehmers sei deshalb in den beiden Fällen nicht möglich. Allerdings scheint das Unternehmen dafür doppelt so viel Geld ausgegeben zu haben wie Telefónica.

Die Ausgaben für die großen Telekommunikationsprovider entsprechen demnach der Größenordnung, die die Bundesnetzagentur vor zwei Jahren geschätzt hatte. Während die Regulierungsbehörde von etwa 15 Millionen Euro ausging, erwartete der Branchenverband Eco sogar Kosten von 30 Millionen Euro für die großen Anbieter. Auch für kleinere Anbieter scheinen die Befürchtungen des Eco nicht eingetreten zu sein. Da die komplette Auslagerung der Vorratsdatenspeicherung an externe Anbieter erlaubt wurde, können die geschätzten Investitionskosten in Höhe von 80.000 Euro entfallen. Je nach Datenvolumen werden aber Ausgaben in vierstelliger Höhe im Jahr für die Dienstleistung fällig.

Funkzellenabfragen könnten sehr häufig erfolgen 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. (u. a. Game Night 5,98€, Maze Runner 6,98€, Coco 5,98€)

ralf.wenzel 10. Jun 2017

Aus meiner Erfahrung als Schöffe kann ich sagen, dass oft völlig Unbeteiligte ins Netz...

plutoniumsulfat 09. Jun 2017

Wenn die clever sind, ist das Handy während der Einbrüche aus -> Maßnahme läuft völlig...

RipClaw 09. Jun 2017

Spielt so oder so keine Rolle wenn die Einbrecher keine Kunden bei einem deutschen...

RipClaw 09. Jun 2017

Da musst du schon einen Rechtsexperten fragen aber soweit mir bekannt werden nur Daten...

Bouncy 09. Jun 2017

Offensichtlich ist das nicht sein Argument, er hat die VDS mit keinem Wort gewertet. Es...


Folgen Sie uns
       


Pocophone F1 - Test

Das Pocophone F1 gehört zu den günstigsten Topsmartphones auf dem Markt - nur 330 Euro müssen Käufer für das Gerät bezahlen. Dafür bekommen sie eine Dualkamera und einen Snapdragon 845. Wer mit ein paar Kompromissen leben kann, macht mit dem Smartphone nichts falsch.

Pocophone F1 - Test Video aufrufen
Norsepower: Stahlsegel helfen der Umwelt und sparen Treibstoff
Norsepower
Stahlsegel helfen der Umwelt und sparen Treibstoff

Der erste Test war erfolgreich: Das finnische Unternehmen Norsepower hat zwei weitere Schiffe mit Rotorsails ausgestattet. Der erste Neubau mit dem Windhilfsantrieb ist in Planung. Neue Regeln der Seeschifffahrtsorganisation könnten bewirken, dass künftig mehr Schiffe saubere Antriebe bekommen.
Ein Bericht von Werner Pluta

  1. Car2X Volkswagen will Ampeln zuhören
  2. Innotrans Die Schiene wird velosicher
  3. Logistiktram Frankfurt liefert Pakete mit Straßenbahn aus

Shine 3: Neuer Tolino-Reader bringt mehr Lesekomfort
Shine 3
Neuer Tolino-Reader bringt mehr Lesekomfort

Die Tolino-Allianz bringt das Nachfolgemodell des Shine 2 HD auf den Markt. Das Shine 3 erhält mehr Ausstattungsdetails aus der E-Book-Reader-Oberklasse. Vor allem beim Lesen macht sich das positiv bemerkbar.
Ein Hands on von Ingo Pakalski

  1. E-Book-Reader Update macht Tolino-Geräte unbrauchbar

Mate 20 Pro im Hands on: Huawei bringt drei Brennweiten und mehr für 1.000 Euro
Mate 20 Pro im Hands on
Huawei bringt drei Brennweiten und mehr für 1.000 Euro

Huawei hat mit dem Mate 20 Pro seine Dreifachkamera überarbeitet: Der monochrome Sensor ist einer Ultraweitwinkelkamera gewichen. Gleichzeitig bietet das Smartphone zahlreiche technische Extras wie einen Fingerabdrucksensor unter dem Display und einen sehr leistungsfähigen Schnelllader.
Ein Hands on von Tobias Költzsch

  1. Keine Spionagepanik Regierung wird chinesische 5G-Ausrüster nicht ausschließen
  2. Watch GT Huawei bringt Smartwatch ohne Wear OS auf den Markt
  3. Ascend 910/310 Huaweis AI-Chips sollen Google und Nvidia schlagen

    •  /