Infrastruktur: Netzallianz eiert um Gigabit-Internet in Deutschland herum

Die Netzallianz konnte sich wie erwartet nicht auf ein Gigabitnetz für Deutschland bis zum Jahr 2025 einigen. Stattdessen versuchen Dobrindt und die Telekom sich in Ausreden.

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Die Netzallianz stellt Ziele auf.
Die Netzallianz stellt Ziele auf. (Bild: Achim Sawall/Golem.de)

Deutschland soll "bis 2025 eine gigabitfähige Infrastruktur aufbauen". Das gab Bundesinfrastrukturminister Alexander Dobrindt (CSU) am 8. November 2016 im Anschluss an die Sitzung der Netzallianz bekannt. Von "weitgehend flächendeckend" wie in dem internen Entwurf war nicht mehr die Rede.

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Zuvor war bekannt geworden, dass die Deutsche Telekom eine Festlegung auf die Formulierung für einen "weitgehend flächendeckenden Ausbau von gigabitfähigen Anschlüssen bis zum Jahr 2025" verhindert hatte. Die Konkurrenten hätten "in den Beratungen der Netzallianz nicht aufzeigen können, wie sie die Ziele erreichen wollen und auch keine höheren Investitionen in Aussicht gestellt", hatte ein Sprecher Golem.de gesagt.

Bitkom eiert mit

Der Bitkom-Sprecher sprach von einer "sehr kontroversen Diskussion", trug aber den Kompromiss vollständig mit. Telekom-Chef Timotheus Höttges sagte, dass Deutschland beim Netzausbau massiv aufhole. Da das Land kaum FTTH-Anschlüsse hat, ist ein "Aufholen" allerdings auch einfach. Höttges: "Wir haben ein exzellentes 4G-Netz. Einfach eine Zahl auszuloben, bringt uns nicht weiter". Der "genaue Bedarf" in den einzelnen Bereichen müsse festgestellt werden. Deutschland müsse die beste Infrastruktur erhalten.

Höttges sagte Golem.de, ein Ziel für einen Gigabitausbau bis zum Jahr 2025 auszuloben, sei "populistisch". FTTH sei "nicht allein selig machend".

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Der flächendeckende Breitbandausbau mit 50 MBit/s bis zum Jahr 2018 war Ziel der großen Koalition, ist aber nach vorliegenden Angaben kaum noch zu erreichen.

Bundesminister Dobrindt sagte Golem.de auf Nachfrage: "Wir werden die Lücke, die sich da noch ergibt, bis 2018 geschlossen haben." Es brauche "viel, viel mehr als Bandbreite. Latenz, Kommunikationsdichte und Verfügbarkeit" seien wichtig. "Wir sind hier auf einem exzellenten Weg. Dies hat uns zur höchsten Dynamik in Europa verholfen."

Professor Manfred Hauswirth vom Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme (Fokus) betonte, "Bandbreite ist nicht allein ausschlaggebend". Wichtig seien die Kommunikationsdichte, Geräteverfügbarkeit, Latenzzeit und vieles mehr. 5G sei dabei sehr wichtig als Konvergenz aller Netze, nicht nur der Luftschnittstelle.

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