Infrastruktur: Karte zeigt Daseinsvorsorge in deutschen Gemeinden
Das Institut der deutschen Wirtschaft(öffnet im neuen Fenster) in Köln hat für alle 11.000 Gemeinden in Deutschland wichtige Eckpunkte der Daseinsvorsorge ausgewertet. Aus den fünf Punkten Digitales, Gesundheit, Mobilität, Freizeit und Bildung ergab sich eine Rangliste, die sämtliche Städte und Dörfer nach der grundlegenden Infrastruktur bewertet.
Nicht ganz überraschend gehen die ersten fünf Plätze nach Süddeutschland, genauer nach Haar bei München, dreimal ins Rhein-Main-Gebiet und nach Memmingen. Dann folgen allerdings Berlin und Radebeul bei Dresden.
Im Bereich Digitales, der sich auf Auswertungen der Mobilfunkabdeckung und der Verfügbarkeit von Breitbandanschlüssen der Bundesnetzagentur stützt, wurden 345 erste Plätze vergeben. Die Kleinstadt Barmstedt bei Hamburg bietet demnach die beste Kombination aus digitaler Verfügbarkeit und anderen notwendigen Einrichtungen.
Kein Ost-West-Gefälle erkennbar
Die Autoren der Analyse kommen zu dem Schluss, dass der Zustand der Infrastruktur – von vorhandenen Ärzten bis zum Nahverkehr, von Freizeiteinrichtungen bis zum Handynetz – kaum großflächige Unterschiede erkennen lässt. Vor allem sei kein Gefälle zwischen Ost- und Westdeutschland erkennbar. Stattdessen sieht die Karte, auf der sich Nutzer durch sämtliche Gemeinden klicken können, wie ein Flickenteppich aus.
Wobei vor allem im ländlichen Raum, besonders in Mecklenburg-Vorpommern, aber auch in Rheinland-Pfalz und Bayern, viele Orte Defizite aufweisen. Von den Bundesländern schneidet das größtenteils städtisch geprägte Nordrhein-Westfalen am besten ab. Generell sind Städte und Dörfer im Umkreis großer Städte überdurchschnittlich gut bewertet.
Daten allein genügen nicht
Eine in Kombination mit der Analyse durchgeführte Befragung zeigt darüber hinaus, dass das objektive Vorhandensein öffentlicher Einrichtung allein nicht genügt. Denn Menschen nehmen den Zustand der lokalen Infrastruktur unterschiedlich wahr.
Ältere bewerten ihn besser als Jüngere; Frauen sind kritischer als Männer. Am auffälligsten ist jedoch die Abweichung zwischen Wahrnehmung und tatsächlichem Zustand bei AfD-Wählern. Diese beurteilen ihre Daseinsvorsorge doppelt so oft kritisch wie der Durchschnitt aller Befragten.
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