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Infotainmentsystem: Autohersteller bleiben auf Distanz zu Apple Carplay Ultra

Nach der Ankündigung neuer Carplay-Funktionen wollen nur wenige Autohersteller Apple den Zugriff auf Fahrzeugdaten geben.
/ Friedhelm Greis
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Apple Carplay Ultra kann das komplette Fahrerdisplay übernehmen. (Bild: Apple)
Apple Carplay Ultra kann das komplette Fahrerdisplay übernehmen. Bild: Apple

Vor drei Jahren erregte Apple auf der Entwicklerkonferenz WWDC Aufsehen. Der US-Computerkonzern wollte die Funktionen seiner Carplay-App deutlich erweitern. Sogar von einem kompletten Betriebssystem für Autos war die Rede. Doch davon ist bislang wenig zu sehen. Selbst nach der Vorstellung von Carplay Ultra im Mai 2025.

Einem Bericht der Financial Times zufolge (via Ars Technica(öffnet im neuen Fenster)) teilten die Hersteller Mercedes-Benz, Audi, Volvo, Polestar und Renault mit, keine Pläne zu haben, die aktualisierte Software in ihre Fahrzeuge zu integrieren. Dabei soll Apple dies zuvor angedeutet haben.

Nur Aston Martin macht mit

Bislang hat Apple nur einen einzigen Partner für das erweiterte System, ursprünglich Carplay 2.0 genannt, gefunden. Der britische Hersteller Aston Martin wird das System im SUV DBX, dem DB12, dem Vantage und dem Vanquish serienmäßig integrieren. Besitzer eines Aston Martin mit dem 10,25-Zoll-Infotainmentsystem können in den kommenden Wochen zudem ein Update beim Händler durchführen lassen.

Mit dem neuen System können iPhone-Nutzer die Armaturenanzeigen ihres Fahrzeugs durch von Apple entworfene Alternativen ersetzen. Diese anpassbaren Anzeigen umfassen Tachometer, Drehzahlmesser und andere Anzeigen mit unterschiedlicher Informationsdichte und in verschiedenen visuellen Stilen. Informationen von erweiterten Fahrassistenzsystemen wie die Umfelderkennung sollen ebenfalls dargestellt werden. Klimaeinstellungen oder Fahrmodi sollen sich über die Spracherkennung Siri steuern lassen. Um das zu ermöglichen, muss Apple einen weitgehenden Zugriff auf das Infotainmentsystem haben.

Das geht deutlich über das einfache Carplay hinaus. Zwar hat die Integration von Apple Carplay und Android Auto den Vorteil, dass die Navigationssysteme des Smartphones wie Google Maps oder Streamingapps wie Spotify im Auto genutzt werden können. Allerdings ist bei Elektroautos keine sinnvolle Routenplanung mit Ladestopps möglich, wenn das Handy keinen Zugriff auf den aktuellen Verbrauch und den Ladestand des Akkus hat. Das könnte Hersteller motivieren, den Datenzugang entsprechend zu erweitern.

Renault erteilt Apple Absage

Bislang erklärten sich laut Apple nur die koreanischen Marken Hyundai, Kia und Genesis bereit, Carplay Ultra zu integrieren. Einer Liste aus dem Dezember 2023 zufolge(öffnet im neuen Fenster) gehörten die Koreaner aber nicht zu den 14 Herstellern, die das erweiterte Carplay integrieren wollten. Dazu zählten die Anbieter Aston Martin, Jaguar Land Rover, Mercedes-Benz, Lincoln, Audi, Volvo, Honda, Nissan, Ford, Acura, Polestar, Infiniti, Porsche und Renault.

Renault soll nach Angaben der Financial Times Apple eine Absage erteilt haben. "Versuchen Sie nicht, in unsere eigenen Systeme einzudringen", zitierte die Zeitung einen Manager des französischen Autokonzerns. Dagegen sagte Porsche-Chefdesigner Michael Maurer dem Bericht zufolge, dass das Unternehmen plane, die neue Software in seinen zukünftigen Modellen zu unterstützen. Jaguar Land Rover prüfe das System noch, während Ford und Nissan sowie die Marke Infiniti keine Informationen über künftige Anwendungen mitgeteilt hätten.

Laut Personen, die dem Hersteller Aston Martin nahestehen, ist die Integration von Carplay Ultra nicht mit einer Freigabe zusätzlicher Daten verbunden. Auch Apple erklärte dem Bericht zufolge, dass die Fahrzeugdaten nicht mit dem iPhone geteilt würden.


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