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Ein Smartphone wurde auf den Kopierer gelegt.
Ein Smartphone wurde auf den Kopierer gelegt. (Bild: Mayor of Seattle/Muckrock)

Informationsfreiheitsanfrage: Bürgermeister von Seattle legt Smartphone auf Kopierer

Ein Smartphone wurde auf den Kopierer gelegt.
Ein Smartphone wurde auf den Kopierer gelegt. (Bild: Mayor of Seattle/Muckrock)

Wie vervielfältigt man am besten eine auf einem Smartphone gespeicherte Nachricht? Per Kopierer! So jedenfalls machten es der Bürgermeister von Seattle und sein Team als Antwort auf eine Informationsfreiheitsanfrage.

Wer häufiger Anfragen nach dem Informationsfreiheitsgesetz stellt, sieht sich meist mit einer Sache konfrontiert: kreative oder weniger kreative Ablehnungsbescheide. Der Bürgermeister von Seattle, Ed Murray, wollte der Transparenz nach einer Anfrage offenbar nicht im Wege stehen - und wies sein Presseteam an, die Smartphones der Mitarbeiter auf den Kopierer zu legen, um eine Anfrage nach gesendeten Nachrichten zu beantworten.

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Der Austausch wurde vom US-Informationsfreiheitsportal Muckrock veröffentlicht, einer Plattform ähnlich wie Frag den Staat in Deutschland. Gestellt hatte die Anfrage der Softwareentwickler und Opendata-Aktivist Phil Mocek. Dieser hatte nach allen Nachrichten gefragt, die der Bürgermeister in der Kommunikation mit seinen Mitarbeitern auf seinem dienstlichen Smartphone oder einem Smartphone seiner Mitarbeiter gesendet oder empfangen hatte.

Nachrichten von zahlreichen Messengern

Dabei ging es nicht nur um SMS, sondern auch um Nachrichten, die über die Dienste "Signal Messenger, Whatsapp, Wire, Wickr, Telegram, iMessage, Facebook Chat, Snapchat, Slack, Glip, Facebook oder Twitter" gesendet und empfangen wurden. Unklar ist, ob der Behörde kein besserer Weg einfiel, die digital gespeicherten Informationen abzurufen oder ob sie bewusst die analoge Kopie wählten, um weniger Metadaten zu produzieren.

Die veröffentlichten Nachrichten an sich sind letztlich nicht besonders spektakulär, aber teils unterhaltsam: Es finden sich dort vor allem kurzfristige Terminabsprachen für Veranstaltungen oder Interviews mit Journalisten. So schreibt Communications Manager Drue Nyenhuis zu einem Interview "Es gab ein SNAFU (Situation Normal, All Fucked Up) bei der Vereinbarung des Interviewtermins mit Brian Westbrook"

Immer wieder werden Open-Data-Aktivisten kreativ, um an Informationen zu gelangen. Der irische Aktivist und Unternehmer Gavin Sharidan etwa formulierte schon mehrfach SQL-Anfragen, die dann in die Vorgangsmanagementsysteme von Behörden eingegeben wurden, um bestimmte Informationen zu bekommen. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie beantwortete in der Vergangenheit eine per Tweet gestellte Anfrage.

Muckrock freut sich grundsätzlich über die Transparenz des Bürgermeisters und seiner Mitarbeiter, hat dann aber doch noch eine Empfehlung: "Aber echt, Jungs, ruft nächstes Mal einfach die IT-Abteilung an."


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quineloe 08. Mai 2017

Ich hab das doch nicht gelesen, ich hab nur schnell einen Link gebraucht. Den Nordbayern...

FattyPatty 08. Mai 2017

Bei Behörden ist es teilweise noch so, dass man den Sachbearbeitern nicht einfach ne PDF...

Gucky 08. Mai 2017

Das Bild im Artikel is eindeutig ein iPhone. Ich habs mit meinem iPod getestet. Licht...

theonlyone 07. Mai 2017

Pragmatische Lösungen sind für den Einzelfall immer gut. Bedeutet aber nicht das man es...

jungundsorglos 07. Mai 2017

Papier ist aber nicht so leicht zugänglich wie Daten, und kann nicht so leicht aus der...



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