''In Delft habe ich plötzlich mit Frauen gearbeitet''

Glücklich ist, wer eine Alternative hat: Aschenbrenner konzentrierte sich auf ihre wissenschaftliche Karriere und ging ins Ausland, nach Delft. An der international renommierten Technischen Hochschule in den Niederlanden war sie ab 2017 zunächst wissenschaftliche Mitarbeiterin mit einem Stipendium, anschießend Post-Doc und wurde 2019 auf eine Tenure Track Professur in Robotik berufen. Das ist eine Art befristete Juniorprofessur mit Übernahmeoption in eine dauerhafte Anstellung.

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"In Delft habe ich plötzlich mit Frauen zusammengearbeitet, das kannte ich aus Deutschland überhaupt nicht." Hier beträgt der Anteil an Professorinnen in der Elektrotechnik und Informatik bescheidene 7,3 Prozent. Die internationale Wissenschaft ist wesentlich weiblicher.

Aschenbrenners wissenschaftliches Faible ist die Mensch-Roboter-Koproduktion. Heute verrichten Roboter ihre Tätigkeiten hinter einem Sicherheitszaun und wenn ein Mensch nur in dessen Nähe kommt, schaltet sich die Maschine sofort ab. "Weil die Roboter eingesperrt sind, ist Kollaboration kaum möglich."

Aschenbrenner forscht daran, wie eine räumlich nahe Zusammenarbeit mobiler Roboter mit Menschen möglich ist. In dieser Konstellation wird ein Leichtbau-Roboterarm auf einen Trageroboter gesetzt, der autonom durch eine Halle fährt und selbständig Tätigkeiten ausführt. "Einem Programm zu sagen, was es tun soll, ist cool. Noch viel cooler finde ich es, wenn das Programm auch noch etwas bewegt."

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Allein mit der Informatik ist das nicht möglich, dafür braucht es unterschiedliche Disziplinen. Dass Universitäten interdisziplinär arbeiten können, erlebt Aschenbrenner in den Niederlanden in Forschung und Lehre. Dort besteht ihr Lieblingskurs Robotics Miner aus Teams von jeweils acht Studenten aus vier Disziplinen: Informatik, E-Technik, Maschinenbau und Design. Innerhalb eines Semesters baut jede Gruppe einen Roboter, der beispielsweise Kippen am Stand von Delft aufsammelt, die kleinen Muscheln aber liegen lässt. "Solche praktischen Projekte will ich in die deutsche Lehre einbringen." Die Möglichkeiten sind nun gegeben.

Denn im April wurde Doris Aschenbrenner auf eine volle Professur an der Hochschule Aalen berufen. Es ist eine W3-Stelle und somit eine absolute Ausnahme an einer Fachhochschule, wo Professoren üblicherweise nach W2 besoldet werden. In Aalen hat Aschenbrenner ihren Hauptjob, Delft könnte ein Nebenjob bleiben, um den Anschluss an die internationale Forschung zu behalten.

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Der Posten in Aalen ist in mehrerlei Hinsicht besonders

Aktuell arbeitet sie einen Tag pro Woche für die TU Delft. Ihre monatliche Besoldung liegt mit rund 7.600 Euro etwa 1.000 Euro über der einer W2-Professur und noch mehr über der Vergütung in den Niederlanden, die in etwa der W1-Besoldung von Juniorprofessoren in Deutschland entspricht.

Ihr Wechsel ins schwäbische Aalen hat sich finanziell und privat gelohnt. "Ich sehe wieder Wald und Wiesen und viel weniger Menschen pro Quadratmeter." Sie lebt ländlich, wie früher, und ist ihrer Familie wieder näher, was ihr wichtig ist.

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 Informatik: "Programmieren lernen tut weh"''Frauen brauchen eine höhere Frustrationstoleranz'' 
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mnementh 31. Okt 2021 / Themenstart

Du hats auf meine direkte Frage geantwortet: Nun ist es plötzlich nicht so gemeint...

Tango 30. Okt 2021 / Themenstart

Bin ein Jahr älter und Atari war die zweite Konsole, an der ich gespielt habe. Aber das...

yumiko 29. Okt 2021 / Themenstart

Sprache und Werkzeuge ändern sich aber recht häufig in der Programmierung. Man muss...

GilBates 28. Okt 2021 / Themenstart

Bei ihr vielleicht nicht, aber das Saski Esken in die Polititk geflüchtet ist, kann ich...

Myxin 28. Okt 2021 / Themenstart

Nobelpreis ;-) Sollte mit meinen Wurstfingern besser nur Diktieren.

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