Inflight Entertainment ausprobiert: Wir fliegen auf Panasonics Android-System

Wer heutzutage Langstrecke fliegt und sich mit Technik auskennt, fühlt sich als Passagier häufig wie ins vergangene Jahrzehnt versetzt. Touchscreens, die nur mit viel Kraft das tun, was sie sollen, Bootzeiten von mindestens 20 Minuten, Minibildschirme und schlechte Farbdarstellungen sind selbst bei Flugzeugen der deutschen Premiumfluggesellschaft Lufthansa in der Economy-Klasse Standard.
Anders bei Korean Air. Wir hatten die Gelegenheit, uns in zwei Flugzeugen Panasonics Inflight Entertainment System (IFE) der X-Serie(öffnet im neuen Fenster) in der sogenannten Holzklasse anzuschauen. Die - das sei vorab gesagt - bedeutend an Komfort durch das IFE gewinnt und so gar nicht mehr genannt werden dürfte. Unsere Testmuster hat der Zufall bestimmt. Auf dem Weg nach Seoul für den SSD Summit von Samsung saßen wir in einer nagelneuen Boeing 747-8i.
Die Maschine war zu dem Zeitpunkt rund einen Monat alt und ist weltweit sehr selten. Dass die Lufthansa viele davon hat, bedeutet nicht, dass sie besonders beliebt sind bei den Fluggesellschaften - die stark modernisierte Version des Jumbo Jets ist derzeit ein Flop; auch wenn die reguläre Presse gerne den A380 als größeren Flop einstuft, kann Boeing von den A380-Verkaufszahlen nur träumen. Wer sich für die Hintergründe interessiert, dem empfehlen wir einen Blick auf unseren Artikel zur Verkaufssituation verschiedener Maschinen .
Auf dem Rückweg hatten wir ein älteres Flugzeug, das aber das gleiche IFE nutzte: eine Boeing 777-300ER. Die hat den Nachteil, dass sie etwas lauter als die 747-8i ist, was sich natürlich auch auf das Entertainment System auswirkt. Korean Air nennt das System übrigens AVOD (Audio/Video on Demand) und nicht IFE.
Testen während eines langweiligen Langstreckenfluges
Für den Test und natürlich auch zu unserer eigenen Unterhaltung auf einem potenziell langweiligen Neun- bis Elfstundenflug verwendeten wir Apples Semi-in-Ear-Ohrhörer statt der Kopfhörer der koreanischen Fluggesellschaft. Erfreulicherweise nutzt Korean Air beim IFE einen Standard-3,5-mm-Klinkenanschluss, der von der Armlehne nach vorne geht. Das hat aber nichts mit dem Entertainmentsystem zu tun, sondern ist eine Entscheidung der Fluggesellschaft und sei hier nur nebenbei erwähnt. Wer viel fliegt, sollte trotzdem immer einen Kopfhörer-Adapter mitnehmen.
Apples Ohrhörer haben einen prinzipbedingten Nachteil: Sie sitzen nicht richtig im Ohr, die Basswiedergabe echter In-Ear-Ohrhörer erreichen sie nicht. Besonders in der 777 hatten wir daher leichte Tonprobleme, da nur hohe Frequenzen das Ohr erreichen. Auch das hat nichts mit dem IFE selbst zu tun und wir erwähnen es nur der Vollständigkeit halber, um darauf hinzuweisen, dass sich der Unterhaltungsfaktor auch durch äußere Einflüsse verändern kann.
Ein großer und guter Bildschirm macht das Fliegen angenehmer
Technisch überzeugt das System durch einen großen 10,6-Zoll-Bildschirm mit kapazitivem Touchscreen. Dieser reagiert präzise und vor allem schnell auf Nutzereingaben. Vorbei sind die Zeiten, in denen man mit schnellen Schlägen auf den Sitz des Vordermannes einhämmert, um den Touchscreen zur Mitarbeit zu bewegen. Angenehm ist bei Korean Air zudem die Entscheidung, keine riesigen Boxen in den beengten Fußraum für das Entertainmentsystem zu legen. Windows-Embedded-Systeme nerven dadurch häufig. Zudem ist der Sitzabstand groß genug, um auch bei Altersweitsichtigkeit noch sinnvoll auf den Bildschirm zu schauen.
Der Bildschirm selbst kommt in der Qualität nicht an moderne Tablets heran. Das liegt allerdings an typischen Luftfahrteigenarten. Die Displays sind stark winkelabhängig, damit der Nachbar nicht durch den Bildschirm abgelenkt wird. Selbst wer ideal sitzt, wird leichte Abschattungen in Richtung Rand sehen. Wer gar seinen Kopf an die Außenwand der Maschine lehnt, sieht auf gut einem Viertel des Bildschirms fast gar nichts mehr.
Gute Farben, zumindest im Vergleich
Auch die Farbdarstellung ist nicht die beste - im Vergleich zu dem, was wir von anderen Fluggesellschaften kennen, ist sie jedoch phänomenal. Solange die Sonne nicht direkt aufs Display scheint, ist auch die Helligkeit ausreichend, selbst bei Tageslicht. Der Bildschirm ist matt und reflektiert nur wenig Licht. Er kann zudem sehr leichtgängig geneigt werden, was praktisch ist, wenn der Vordermann seine Lehne kippt.
Das ausgespielte Videomaterial von Korean Air wird der Bildschirmqualität leider nicht immer gerecht. Auch neue TV-Sendungen wie The Big Bang Theory werden in SD abgespielt. Die Bildschirmmenüs sind scharf, die Sendungen hingegen nicht. Zudem wird auch im Terabyte-Zeitalter noch mit hoher Kompression gearbeitet. Artefakte sieht der Nutzer immer wieder. Das Intro von Big Bang Theory mit den vielen schnellen Schnitten lässt jedenfalls kaum Raum für ordentliche Bilder. Bei normaler Bildfolge ist die Bildqualität des Materials aber noch akzeptabel. Interessanterweise ist die Kompression bei Filmen bedeutend besser, und dank des großen 16:9-Bildschirms fesseln diese umso mehr und lenken vom langweiligen Flug ab.
Die Bedienung ist das Beste am System
Korean Air verbaut zudem serienmäßig einen Controller, der redundante Bedienungen ermöglicht und für Spiele geeignet ist. Das ist vor allem für Anwender interessant, die nicht mit Touchscreens sozialisiert wurden, wie es meist bei älteren Passagieren der Fall ist. Unsereins braucht den Controller aber nicht mehr, insbesondere, weil das Betriebssystem das tut, was es soll. Einen USB-Port gibt es auch, der sogar unser iPad Air aufladen kann - allerdings nur, wenn der iPad-Bildschirm abgeschaltet ist. Offenbar bleibt Panasonic innerhalb der USB-Spezifikation. Solche Kleinigkeiten sind allerdings Ausstattungsoptionen, die wir in einem älteren Artikel zu Panasonics System bereits betrachtet haben.
Das Highlight ist die Bedienung. Die reagiert nicht nur durch den sehr guten Touchscreen ausgezeichnet, sondern auch, weil das Betriebssystem in der Regel flott arbeitet. Panasonic setzt dabei auf eine uns unbekannte Android-Version, die zwar nicht so fix ist wie auf einem modernen Smartphone. Doch auch hier gilt: Es liegen Welten zwischen dem Reaktionskomfort dieses Systems und dem anderer Inflight-Entertainment-Systeme.
Panasonic versteckt keine typischen Android-Merkmale bei Korean Air
Dass Android verwendet wird, sieht ein Smartphone-Kenner sofort. Es gibt in der linken Ecke eine virtuelle Zurückschaltfläche, und auch der Homebutton sieht so aus, wie es für Android typisch ist. Uns gefällt, dass Panasonic sich entschieden hat, keinen Hehl daraus zu machen, welches Betriebssystem zum Einsatz kommt. Windows-CE-Systeme hingegen maskieren ihre Herkunft mehr oder weniger. Spätestens nach einem Neustart weiß man aber meist, was als Bordsystem installiert ist.
Mit Android kommt eine enorme Geschwindigkeit zu den Passagieren. Schon beim Anblick des Flugverlaufs über eine runde 3D-Erde, bei Korean Air Skymap genannt, begeistert die sehr an Google Earth erinnernde Ansicht. Es ruckelt zwar ein bisschen, doch der Bedienungskomfort ist sehr hoch. Mit Spreizgesten lässt sich auf die Erde zoomen und der Finger sorgt mit leichter Verzögerung für eine Bewegung der Weltkugel. Mit einem Finger hoch- und runterwischen ändert den Ansichtswinkel auf den blauen Planeten. In einigen Ansichten braucht es dafür zwei sich vertikal bewegende Finger.
Im Prinzip funktioniert die Skymap weitgehend so, wie man es von Smartphone und Tablet gewohnt ist. Man merkt allerdings, dass moderne 3D-Hardware fehlt. Die Bildrate bewegt sich offenbar im Bereich von 10 bis 15 fps, was wir aber nicht messen konnten.
Viele und meist schnelle Menüs, außer in der Skymap
Hübsch sind auch die vielen Menüfunktionen. Die lassen sich sehr schnell auswählen, indem ein Pfeil auf der rechten Seite angeklickt wird. Einzelne Ansichtslayer lassen sich ausblenden, Ansichten selbst bestimmen und für Luftfahrtfans lässt sich dauerhaft in der Skymap die Flughöhe und Geschwindigkeit über Grund (Groundspeed) darstellen. Wir können die Ansicht auch auf nautische Maßeinheiten stellen. Das metrische und das imperiale System stehen ebenfalls zur Auswahl.
Uns stört aber die Anzahl der dargestellten Datensätze. Weder gibt es Informationen zu den Windverhältnissen noch zu der Geschwindigkeit in Relation zur Luftbewegung (Airspeed) direkt. Wer will, kann die Ansicht aber auf Windows Seat umstellen. Tatsächlich handelt es sich hierbei um eine virtuelle Cockpitansicht inklusive Instrumentenanzeige via Head-up-Display (HUD). Dort wird neben der Groundspeed auch die Airspeed angezeigt, und wer weiß, wie Flugzeuge funktionieren, kann so zumindest halbwegs den Rückenwind einschätzen. Selbst Informationen wie die Steig- oder Sinkrate (vertical speed) sind erkennbar - und natürlich die Höhe in Fuß sowie die Richtung, in die die Maschine gerade rollt. Das Flugzeug auf der Anzeige fliegt über eine recht detaillierte Satellitenansicht, die zumindest die wichtigsten Straßenzüge einer Stadt erkennen lässt.
Leider fehlt es der HUD-Ansicht an erklärenden Informationen. Wer nicht ab und an Flugsimulationen spielt, wird vermutlich kaum etwas exakt deuten können. Die Cockpit-Ansicht ist anscheinend gezielt für Luftfahrtfans gemacht und hat leider hin und wieder Leistungsprobleme. Die Suche nach einer Stadt kann ein paar Sekunden dauern, als ob Daten vom RAM in den Festspeicher ausgelagert wurden. Wer die Cockpitansicht länger angeschaltet hat, muss sogar fast 30 Sekunden warten, bis das Seitenmenü wieder eingeblendet wird. Das fühlt sich wieder an wie bei anderen Entertainmentsystemen.
Android funktioniert gut und nur einzelne Sitze werden neugestartet
Für die klassischen Funktionen eines IFE, beispielsweise die Anzeige und Führung durch das Filmangebot, ist die Leistung völlig ausreichend. Uns fehlt nur ein wenig Flexibilität. Ein Bild-in-Bild-Modus für die Frontkamera der beiden Flugzeuge würde uns etwa gut gefallen. Schön ist, dass die Touch-Kontrollen für die Bildschirmhelligkeit und die Lautstärke jederzeit erreichbar sind, und das weitgehend verzögerungsfrei.
Das gilt auch für eigentliche Selbstverständlichkeiten wie die Steuerung von Filmen. Mal kurz auf Pause drücken, um dem Kabinenpersonal eine Frage zum Essenswunsch zu beantworten, ist kein Problem. Zudem kann sich der Anwender schnell durch die Filmauswahl klicken, ohne Wartezeiten ertragen zu müssen. Sehr angenehm für Nachbarn von einschlafenden Gästen ist die automatische Abschaltfunktion, denn aufgrund seiner Größe leuchtet der Bildschirm doch einen Teil der Kabine aus. Ist der Film etwa zu Ende, schaltet der Monitor im Menübetrieb irgendwann ab. Das spart auch Strom und damit Kerosin. Viele andere Entertainment-Systeme bleiben selbst bei leeren Sitzen noch aktiv, es sei denn, ein umsichtiger Fluggast deaktiviert sie.
Im Problemfall ist das Android-System schnell wieder da
Panasonic erklärte uns noch auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas, dass die Systeme weitestgehend unabhängig arbeiten - ein großer Vorteil gegenüber vielen Windows-CE-Systemen. Wir haben schon im Airbus A380 zusehen können, wie das gesamte Unterhaltungssystem neu gestartet werden musste, weil einige wenige Anwender Probleme mit der Bedienung hatten. Das dauerte bis zu 20 Minuten - angesichts des Standes der Technik ein erstaunlicher Wert. Selbst alte Solaris-Sparc-Thinclient-Installationen, die wir Ende der 1990er Jahre benutzten, booteten schneller. Besonders ärgerlich ist das, wenn ein Reboot nicht ausreicht, um Probleme zu beseitigen.
Während unseres Rückfluges konnten wir in der Sitznachbarschaft einen typischen Problemfall sehen: Der Touchscreen war nicht mehr bedienbar. Die Flugbegleiter kümmerten sich dann gezielt darum, dieses eine System wieder in Gang zu bringen. Das gelang ferngesteuert interessanterweise ohne Neustart. Natürlich ist das nur ein Einzelfall. Er weckt aber die Hoffnung, dass die moderne Generation von Unterhaltungssystemen ohne Massen-Reboot auskommt. Ein Blick über die Schultern des Kabinenpersonals offenbarte etwas später, dass das Personal solche Resets an einem speziellen Bildschirm häufiger ferngesteuert durchführt. Ohne Schwierigkeiten läuft Panasonics System offenbar nicht, wie anhand einer Strichliste für Resets erkennbar war. Doch die Auswirkungen auf das gesamte Flugzeug sind gering, und das ist aus Sicht des Fluggastes das Wichtigste.
Mit Panasonics Android zu fliegen, ist Glückssache
Ein schönes Entertainment-System ist eine feine Sache während eines Fluges. Doch in der Regel hat es der Gast, der nach einem Flug sucht, schwer, explizit ein gutes System auszuwählen. Über Flugportale und selbst über die Webseiten der Fluggesellschaften lässt sich nur schwer herausfinden, wo welches System eingesetzt wird. Allenfalls der an der Fliegerei grundsätzlich Interessierte kann halbwegs herausfinden, in welcher Maschine was möglich ist. Aber selbst wenn man es ahnt, ist es oft schwierig, die richtige Maschine auch zu buchen.
Denn wer von Europa aus fliegt, der fliegt meist mit der Airline, die ihm die meisten Ziele bietet und das gegebenenfalls über einen großen Hub; interkontinentale Ziele sind deswegen häufig Sache der nationalen Fluggesellschaften, die hier operieren. Oder man fliegt per Codeshare mit einer anderen Fluggesellschaft. Mit anderen Worten: Wer hier abfliegt, fliegt meist über die zentralen Drehkreuze London Heathrow, Paris Charles de Gaulle, Frankfurt am Main oder Amsterdam Schiphol und nimmt dorthin im Regelfall den entsprechenden nationalen Carrier als Zubringer: British Airways, Air France, Lufthansa respektive KLM.
Unseren Erfahrungen nach gibt es von Europa aus jedoch nur geringe Chancen, mit einem guten Entertainmentsystem zu fliegen, ohne Codeshare-Flüge oder arabische Drehkreuze zu nutzen. In den Fluggesellschaften, die von hier aus starten, lässt das IFE aus verschiedenen Gründen zu wünschen übrig. Wir haben uns etwa so sehr über das Platzangebot und die lästige Entertainmentbox im Fußraum in einem Dreamliner der British Airways in der Economy Class geärgert, dass wir versuchten, diesen Flugzeugtyp zu meiden - zumal andere Redaktionen ähnliche Erfahrungen gemacht haben.
Auch die Lufthansa, die sich als neue europäische Fünf-Sterne-Airline sieht, kann hier nicht überzeugen. Deren noch weit verbreitete Windows-CE-Systeme und die langen Reboot-Zeiten machen jedenfalls keinen Spaß. Die Lufthansa versucht stattdessen, mit kostenpflichtigem WLAN auf der Langstrecke überzeugen, das Korean Air auf unseren Flügen wiederum nicht anbot.
Nach Westen wird es schwer, gen Osten besser
Wer Richtung Westen fliegt, wird merken, dass die US-Fluggesellschaften wie die europäischen kaum in Service und Qualität investieren. US-Flieger sind sogar noch immer teilweise mit schweren Röhrenmonitoren ausgestattet. Das kann sich aber ändern, denn alle US-Airlines müssen ihre veralteten Flotten austauschen. Allerdings kann es auch passieren, dass mit der Modernisierung enger bestuhlt wird.
Besser ausgestattet sind die Flugzeuge in Richtung Osten. Dort haben viele Fluggäste höhere Ansprüche und sind technikaffiner, dementsprechend gibt es dort eine bessere Auswahl. Panasonic sagte uns schon zur CES 2014, dass ein großer Teil seiner Kundschaft für die X-Serie in Asien angesiedelt sei. Allerdings nennt Panasonic aktuell rund 300 Kunden, darunter auch KLM/Air France, AlItalia, British Airways, Lufthansa, Germanwings, Air Berlin, Etihad, Emirates, Turkish Airlines, Aeroflot und Iberia. Doch das muss sich nicht unbedingt auf das Entertainmentsystem beziehen, Panasonic verkauft beispielsweise auch WLAN-Infrastruktur. Immerhin werden bei British Airways gerade die in die Jahre gekommenen 747-400 umfassend modernisiert. Dazu gehört auch das bereits abgeschlossene Design der X-Series(öffnet im neuen Fenster) ; für diesen Maschinentyp. Die erste von insgesamt 18 Maschinen wurde bereits umgebaut. Aber erst im August 2016 werden alle Jumbo-Jets von British Airways mit dem neuen IFE fliegen.
Ob sich die Ausstattung mit guten IFEs grundlegend verbessern wird, ist schwer zu sagen, denn viele große europäische Fluggesellschaften haben Probleme. Sie sind zwar ebenfalls in einer Modernisierungsphase, doch ein neuer Flugzeugtyp ist kein Garant für ein gutes Entertainmentsystem. Das gilt für den Dreamliner (B787), den Airbus A380 und vermutlich auch für den noch seltenen Airbus A350XWB, dessen Produktion noch hochgefahren wird .
Es ist zudem zu befürchten, dass durch den Wettbewerb der Kostendruck steigt und sich die europäischen Fluggesellschaften daher gegenseitig bei Qualität und Ausstattung unterbieten, insbesondere ihre neuen und die nun zu überholenden Maschinen noch enger bestuhlen werden. Auch ein gutes Entertainment-System gleicht Platzmangel nicht aus, wenn der vor einem sitzende Fluggast die Rückenlehne nach hinten stellt.
Verfügbarkeit von Panasonics Aviation System und Fazit
Unser Fazit zu Panasonics Aviation System bezieht sich nur auf die Implementierung in den besagten Korean Air Maschinen mit der "New Economy Class" . Da IFE-Systeme modular aufgebaut sind und es unterschiedliche Entwicklungsstände gibt, kann Android hier nicht pauschal bewertet werden. In anderen Flugzeugen kann das System besser oder auch schlechter arbeiten, das hängt auch von der jeweiligen Fluggesellschaft ab.
Fazit
Am Entertainmentsystem zeigt sich mittlerweile, wie ernst der Kunde von einer Luftfahrtgesellschaft genommen wird - und nach unserer ersten Erfahrung in der Luft mit Android möchten wir nicht mehr mit den ollen Windows-CE-Kisten fliegen. Wir fliegen auf Android! Hier spielt das System seine Stärke aus: Bei vergleichsweise geringem Hardwareaufwand lässt sich dank der Offenheit von Android ein hervorragendes Unterhaltungssystem erstellen. Es reagiert schnell, hat einen vernünftigen Touchscreen und das Kabinenpersonal kann schnell Probleme lösen.
Der Aufpreis für eine etwas bessere Fluggesellschaft, die ein modernes System einsetzt, lohnt sich. Es ist allerdings nicht einfach herauszufinden, wie leistungsfähig die Entertainmentsysteme einer Fluggesellschaft sind. Sie werben selten mit dieser essenziellen Komponente eines jeden Langstreckenfluges - eher erfährt man etwas über ein modernes Beleuchtungssystem als über Hardwaredetails. Oder es gibt nur Marketing-Aussagen über das ohnehin bei allen Fluggesellschaften grundsätzlich angeblich fantastische Unterhaltungssystem.
Ein Nachteil des von uns getesteten Systems ist, dass Europäer kaum in seinen Genuss kommen können, denn es gibt nur eine wenige Möglichkeiten, mit Korean Air zu fliegen. Seoul als Hauptbasis der Fluggesellschaft bietet sich als Hub kaum an. Wer Tokio besuchen will, fliegt wohl eher direkt mit einer Fluggesellschaft des Ziellandes oder eben mit einer in Europa operierenden Airline, als kurz vor dem Ziel umzusteigen. Das ist aber typisch für interkontinentale Ziele, sieht man von Australien oder Neuseeland ab, die nicht leicht zu erreichen sind.
Verbesserungspotenzial gibt es natürlich auch am System selbst. Die Leistung ist der größte Schwachpunkt: Auch Panasonics Android-System ruckelt. Wie ein handelsübliches Tablet fühlt sich das System nicht an. Aber es ist ein Schritt in die richtige Richtung - bedingt durch die langen Laufzeiten von Flugzeuginventar allerdings mit gehöriger Verspätung im Vergleich zu Consumer-Geräten.



