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Infinity Train: Elektrozug lädt sich selbst auf

Ein australisches Bergbauunternehmen testet einen neuen Elektrozug, der sich während der Fahrt von der Mine bis zum Hafen selbst auflädt.
/ Patrick Klapetz
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Ein Foto des Infinity Trains bei Sonnenuntergang (Bild: Fortescue)
Ein Foto des Infinity Trains bei Sonnenuntergang Bild: Fortescue

Das australische Bergbauunternehmen Fortescue(öffnet im neuen Fenster) hat den Prototyp eines sich selbst aufladenden Elektrozugs fertig- und vorgestellt. Der Infinity Train(öffnet im neuen Fenster) – sinngemäß: unendlich lange fahrender Zug – kommt dabei komplett ohne extra Kraftstoff oder externe Aufladungen aus.

Kürzlich absolvierte der Prototyp erfolgreich seine erste Reise von Perth in die Pilbara-Region in Westaustralien, eine Strecke von 1.100 Kilometern Länge.

Laut Unternehmenskonzept werden die Züge voll beladen von den Minen bergab zum Hafen geschickt. Ihre Batterie wird dabei durch die Rückgewinnung von Bremsenergie während der Fahrt aufgeladen. Am Zielort werden die Züge entladen und fahren anschließend mit aufgeladenen Batterien zurück bergauf zu den Minen.

"In den kommenden Monaten wird der Zug rigorosen Tests unterzogen, um seine Leistung zu bewerten, bevor er später in diesem Jahr auf der Hauptstrecke in der Pilbara zum Einsatz kommt" , teilte Fortescue-Zero-CEO Ellie Coates auf Linkedin mit(öffnet im neuen Fenster) .

Regeneratives Bremsen ist ein Merkmal fast aller Elektrofahrzeuge. Das Unternehmen fand bei Analysen heraus, dass die Züge aufgrund der Topografie entlang der Strecke mehr Energie erzeugen können, als sie für eine Rückfahrt (ohne Fracht) benötigen. Der Infinity Train nutzt dabei lediglich das Gefälle des 620 Kilometer langen, unternehmenseigenen Schwerlastschienennetzes aus.

Elektrolok statt Dieselzug

Bisher verwendet das Unternehmen Dieselloks und verbrauchte für seinen Bahnbetrieb alleine im Geschäftsjahr 2021 etwa 82 Millionen Liter Dieseltreibstoff. Dieser ist auf eine Flotte von 54 Diesellokomotiven zurückzuführen, die jeweils 16 Zugverbände mit 244 Waggons ziehen. Die Verbände sind 2,8 Kilometer lang und können pro Fahrt eine Kapazität von 34.404 Tonnen Erz transportieren.

Mit dem Einsatz des Elektrolokkonzeptes könnte Fortescue ungefähr 235.200 Tonnen an CO₂-Emissionen einsparen. Bis 2030 will das Unternehmen seine vier Pilbara-Routen mit den regenerativen Zügen ausstatten. "Die Technologie kann weltweit vermarktet werden, um die schwer reduzierbaren Emissionen in der Schwerindustrie zu verringern" , heißt es auf der Website(öffnet im neuen Fenster) .


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