Infinity: Assassin's Creed und das Ende einer Geschichte

Die Historie als Online-Welt mit Trollen und Ranglistenpunkten? Assassin's Creed Infinity könnte die Serie zugrunde richten.

Ein IMHO von veröffentlicht am
Artwork von Assassin's Creed - The Ezio Collection
Artwork von Assassin's Creed - The Ezio Collection (Bild: Ubisoft)

Vermutlich bin ich Teil der Kernzielgruppe von Assassin's Creed Infinity. Jedenfalls habe ich bisher jeden Serienteil gespielt - und ich will (wirklich!) lieber nicht wissen, wie viele Monate ich am Stück in der virtuellen Historie mit Kämpfen und Kraxeln verbracht habe.

Die Vorstellung von einem Winter 2021/2022 ohne ganz neuen Serienteil bereitet mir ernsthaft schon jetzt Sorgen. Da sollte mich die Aussicht auf ein "ewiges" Assassin's Creed, wie es Ubisoft mit Infinity in Form eines Service Games nach Vorbild von GTA Online oder Fortnite plant, doch eigentlich freuen.

Ein Universum aus miteinander verbundenen Epochen, das sich immer wieder verändert und stetig wächst - klar, das wäre toll! Die Geschichte der Welt als interaktives Buch voller Abenteuer, mit historischen Figuren, mit Kriegen und Friedensschlüssen, Städten und Kontinenten auf dem ganzen Globus. Ein Traum!

Oder ein Alptraum? Meine erste Reaktion auf das offiziell von Ubisoft bestätigte Infinity ist jedenfalls Entsetzen. Jetzt rächt sich, dass der Publisher schon die Solospiele immer wieder hart monetarisiert hat.

Auch im Vollpreisspiel Assassin's Creed Valhalla gibt es überteuerte Extras zu kaufen. Mich stört das ebenso wie viele andere Spieler aus der Community!

Auch jenseits des Itemshops bin ich skeptisch, was Assassin's Creed und Online-Welten angeht. Der Reiz der Serie ist es für mich ja gerade, dass ich in die Geschichte eintauchen und tolle Abenteuer erleben, aber auch einfach mal durch die Straßen des historischen Florenz spazieren oder als Pirat durch die Südsee segeln kann.

Ich kann mir nicht vorstellen, wie Ubisoft das mit Multiplayer und Online-Elementen anreichern könnte, ohne die Immersion zu zerstören. Wie muss ich mir das vorstellen? Während ich für ein Attentat durch den Senat von Rom schleiche, toben um mich herum Kämpfe für Ranglistenpunkte und irgendwelche Trolle beleidigen gegenseitig ihre Mutti? Horror!

Geschichte mit viel Grind

Assassin's Creed als Service Game dürfte sich für Ubisoft nur rechnen, wenn die Spieler möglichst lange online sind und es gleichzeitig latent den Druck gibt, ein paar Gängeleien und Wartezeiten mit dem Einsatz von Euro zu umgehen.

Der Publisher hat bisher im Zweifel nahezu immer Geldverdienen statt Gameplay den Vorzug gegeben. Das wird in Infinity kaum anders sein.

Eine weitere Sorge ist, dass Ubisoft rund um das Erscheinen von Infinity entweder nicht die Kapazitäten oder den Willen für ein reguläres Assassin's Creed hat. Die Studios sind ausgelastet, und wer solo die Historie erforscht, probiert mit geringerer Wahrscheinlichkeit das Online-Spiel aus.

Immerhin scheinen sogar die Entwickler selbst nicht restlos begeistert von dem Projekt zu sein, sondern fürchten eben jahrelange Fließbandarbeit mit einem Fokus auf Masse statt Klasse. Offensichtlich stammt die Grundidee für das Projekt nicht aus den Studios, sondern von der Marketingabteilung.

Natürlich kann alles anders kommen. Vielleicht lernt Ubisoft aus den Fehlern der Vergangenheit, Infinity wird ein riesiger Erfolg und ich freue mich schon auf die nächsten paar Dutzend Winter. Die Geschichte wird es zeigen!

IMHO ist der Kommentar von Golem.de. IMHO = In My Humble Opinion (Meiner bescheidenen Meinung nach).

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