Infinera: Bundesregierung für Rettung von Glasfasertechnikwerk

Der Bundeswirtschaftsminister ist bereit, über die Rettung des Glasfaser-Technikwerkes in Berlin-Spandau mit dem neuen Eigner Infinera zu reden. Die Beschäftigten belagern bereits die US-Botschaft.

Artikel veröffentlicht am ,
Proteste von Arbeiterinnen bei der US-Botschaft
Proteste von Arbeiterinnen bei der US-Botschaft (Bild: IGMetall Christian von Polentz/transitfoto.de)

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) steht für Gespräche zur Rettung des von Schließung bedrohten Infinera-Standortes in Berlin-Spandau zur Verfügung. "Die Bundesregierung verfolgt die Entwicklungen in Bezug auf den Berliner Standort von Infinera sehr aufmerksam und steht für Gespräche bereit", hieß es in der Antwort der Bundesregierung auf eine schriftliche Anfrage der Bundestagsabgeordneten Helin Evrim Sommer (Linke), die der Zeitung Neues Deutschland exklusiv vorliegt. Den Ankündigungen müssten laut Sommer aber auch unverzüglich Taten folgen.

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"Ziel der Gespräche muss sein, die Arbeitsplätze zu erhalten und die Schließung des Werkes zu verhindern", sagte Sommer dem Neuen Deutschland. Eine Schließung des Werkes stünde auch im Widerspruch zur erst vor Kurzem beschlossenen Nationalen Industriestrategie der Bundesregierung, mit der wirtschaftliche und technologische Kompetenz gesichert und wiedererlangt werden soll, erklärte die Bundestagsabgeordnete. Denn mit der Aufgabe des Standortes in Spandau gehe genau diese technologische Kompetenz verloren. Das Berliner Werk, in dem optische Übertragungssysteme gefertigt werden, soll bis Ende September 2019 geschlossen und anschließend nach Angaben der IG Metall nach Thailand verlagert werden.

Coriant, eine Ausgründung von Nokia Siemens Optical gehörte bisher dem US-Finanzinvestor Oak Tree und wurde vor knapp fünf Monaten von Infinera übernommen. Dort wird Dense-Wavelength-Division-Multiplexing-Technik (DWDM), ein optisches Wellenlängenmultiplex, hergestellt.

Insgesamt 400 Industriearbeitsplätze drohen durch die Verlagerung verloren zu gehen. Die Beschäftigen vertrauen dagegen - anders als die Linke - nicht auf die Bundesregierung, sondern werden selbst aktiv. Mit einem Autokorso aus rund 170 Fahrzeugen setzten die Beschäftigten in dieser Woche ein kämpferisches Zeichen vor der US-Botschaft, wo sie mit den Fahrzeugen das Gebäude blockierten.

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Die zweite Bevollmächtigte der IG Metall Berlin, Regina Katerndahl, sagte: "Euer Wissen und die Sicherheit der Produktion spielen bei der geplanten Schließung für die Eigentümer überhaupt keine Rolle. America First zeigt uns damit ein weiteres Mal seine hässliche Fratze."

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gorsch 13. Feb 2019

Das muss jeder für sich entscheiden, den eigenen Fertigkeiten und Eignungen...

Anonymer Nutzer 13. Feb 2019

its eigentümer first ... diese perfiede haste nichts biste nichts idiologie damit...

gorsch 13. Feb 2019

Aus einer kleinen Anfrage der Linken einen Vertrauensbeweis zu stricken halte ich aber...

SirFartALot 13. Feb 2019

gegen eine entsprechende Steuergeldzuwendung wird sich Infinera sicher etwas laenger...



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