Infineon: Wenn Entwickler sich nicht mögen, scheitern Übernahmen
Der Chipkonzern Infineon will wieder zukaufen. "Wir streben nun aber kleinere und mittlere Übernahmen an, um uns punktuell in den Bereichen zu verstärken, in denen wir noch besser werden können. Die können sich im Bereich von ein bis drei Milliarden Euro bewegen" , sagte Finanzvorstand Sven Schneider dem Wirtschaftsmagazin Focus Money. An Geld für weitere Zukäufe mangelt es nicht.
"Wir verfügen über eine Liquidität von fast dreieinhalb Milliarden Euro. Wir wollen eine minimale Liquidität von einer Milliarde plus zehn Prozent halten. Das entspricht derzeit in etwa 2,6 Milliarden Euro" , sagte Schneider.
Übernahmen scheitern kulturell
Zukäufe würden nur gemacht, wenn sie strategisch, finanziell und kulturell zum Portfolio von Infineon passen würden. "Ich bin generell ein Freund davon, sich Transaktionen sehr genau anzuschauen, die besonders gut oder besonders schlecht gelaufen sind. Viele von denen, die scheiterten, sind kulturell gestrauchelt, weil die Unternehmen nicht zusammenpassten. Deswegen haben wir zum Beispiel bei Cypress erst mit einer Partnerschaft begonnen. Dabei konnten wir testen, ob die Entwickler miteinander auf derselben Wellenlänge sprechen. Und schließlich haben wir gemerkt: Das passt." Infineon übernahm im Jahr 2020 die US-amerikanische Cypress Semiconductor für 10 Milliarden US-Dollar.
Im vergangenen Jahr hatte Infineon das Berliner Start-up Industrial Analytics übernommen. Damit stärkt der Chipkonzern sein Software- und Servicegeschäft im Bereich der Anwendung von KI zur vorausschauenden Analyse von Maschinen und Industrieanlagen. Das jüngste Beispiel ist die Übernahme des Start-ups Imagimob in Schweden, das stark im Machine Learning ist. Mit dem Kauf wurde Infineon zum größten Hersteller von Chips im Automobilmarkt.
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