Infineon und STMicroelectronics: Europas Chipwerte profitieren vom KI-Stromhunger
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Der europäische Halbleitersektor hat lange nicht zu den offensichtlichen Gewinnern des KI-Booms gezählt. Die Aufmerksamkeit lag auf Nvidia, auf Speicherherstellern und auf den großen Auftragsfertigern in Asien.
Infineon und STMicroelectronics stehen nicht für Grafikprozessoren oder große Sprachmodelle. Ihr Geschäft beginnt an einer weniger sichtbaren Stelle: bei der Stromversorgung, der Leistungselektronik, der Sensorik und der Datenübertragung innerhalb der Infrastruktur.
Diese Rolle wird wichtiger, weil der Ausbau von Rechenzentren nicht allein an Rechenleistung hängt. KI-Cluster benötigen stabile Stromversorgung, effiziente Spannungswandlung, Kühlung, Messung und zunehmend angepasste Energiearchitekturen.
Damit verschiebt sich ein Teil der Wertschöpfung in Segmente, in denen europäische Anbieter traditionell stark sind. Es ist kein spekulatives neues Geschäft, sondern eine Erweiterung bestehender Kompetenzen in Leistungshalbleitern, Analogtechnik und industriellen Anwendungen.
Infineon-Chef Jochen Hanebeck formulierte es in der Mitteilung zum zweiten Quartal (PDF)(öffnet im neuen Fenster) nüchtern: Der KI-Boom verstärke sich weiter, und die Stromversorgungslösungen für KI-Rechenzentren seien sehr gefragt.
Die operative Entwicklung bestätigt, dass diese Nachfrage nicht nur ein Schlagwort ist. Infineon erhöhte Anfang Mai den Ausblick für das Geschäftsjahr 2026.
STMicroelectronics meldete im April zwar weiterhin niedrige operative Margen, aber deutlich steigende Umsätze, normalisierte Lagerbestände im Vertrieb und eine bessere Nachfrage in mehreren Kundengruppen. Der gemeinsame Nenner ist ein beginnender Aufschwung nach einer schwachen Halbleiterphase.
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