Infineon ist kein reines KI-Unternehmen
Infineon erzielte im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 einen Umsatz von 3,812 Milliarden Euro – sechs Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Das Segmentergebnis lag bei 653 Millionen Euro, die Segmentergebnismarge bei 17,1 Prozent.
Wichtiger als der Blick auf ein einzelnes Quartal ist die veränderte Jahresprognose. Der Konzern erwartet jetzt einen deutlichen Umsatzanstieg gegenüber dem Vorjahr; zuvor war nur ein moderates Wachstum in Aussicht gestellt worden. Auch die Zielmarge wurde angehoben: Die Segmentergebnismarge soll nun rund 20 Prozent erreichen.
| Umsatz | 3,812 Milliarden Euro - plus 6 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal |
| Segmentergebnis | 653 Millionen Euro - plus 9 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal |
| Segmentergebnismarge | 17,1 Prozent - noch unter dem neuen Jahresziel von rund 20 Prozent |
| erwarteter KI-Rechenzentrumsumsatz | ca. 1,5 Milliarden Euro 2026; 2027 rund 2,5 Milliarden Euro erwartet |
Die stärkere Prognose hängt nicht nur am KI-Geschäft. Infineon verweist auch auf eine breitere Erholung der Endmärkte und eine bessere Auftragslage im Automobilgeschäft. Trotzdem ist der KI-Anteil strategisch auffällig(öffnet im neuen Fenster).
In Rechenzentren werden Stromversorgungen, Spannungswandler, Mosfets (Metalloxid-Feldeffekttransistoren), GaN- (Galliumnitrid) und SiC- (Siliziumkarbid) Komponenten relevanter. Infineon liefert keine sichtbaren Bauteile eines KI-Servers, aber Komponenten, ohne die ein solcher Server nicht effizient betrieben werden kann.
Die Verschiebung passt zu Infineons organisatorischer Neuaufstellung. Ab dem vierten Quartal 2026 reduziert der Konzern seine Segmentstruktur von vier auf drei Bereiche: Automotive, Power Systems und Edge Systems.
Das ist keine bloße Umbenennung. Sie verdeutlicht, dass Leistungssysteme und energiebezogene Anwendungen stärker als eigenständiger Wachstumskern geführt werden sollen.
Gleichzeitig bleibt Infineon von alten Zyklen abhängig. Das Automobilgeschäft ist weiterhin groß. Im zweiten Quartal 2026 setzte das Automotive-Segment 1,83 Milliarden Euro um, die Marge fiel jedoch gegenüber dem Vorquartal deutlich auf 18,1 Prozent.
Infineon begründete das unter anderem mit schwächerem Geschäft bei Hochvoltkomponenten für Elektrofahrzeuge und Restrukturierungskosten. Damit wird sichtbar, dass E-Mobilität nicht automatisch ein gleichmäßiger Wachstumspfad ist.
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