Infineon-Chef: "Starke Abhängigkeit von einzelnen Materialien und Ländern"

Infineon hat Probleme. Offenbar wird sich die Chipknappheit wegen Neon aus der Ukraine verschärfen.

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Chipproduktion von Infineon in Dresden
Chipproduktion von Infineon in Dresden (Bild: Infineon Technologies)

Der Chef des Chipherstellers Infineon, Reinhard Ploss, warnt vor einer Verschärfung der Chipkrise infolge des Ukrainekriegs. Infineon achte zwar grundsätzlich darauf, Rohstoffe und Vorprodukte aus mehreren, voneinander unabhängigen Quellen zu beziehen, sagte der Vorstandschef dem Handelsblatt: "Aber zum Teil gibt es starke Abhängigkeiten von einzelnen Materialien und Ländern."

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Momentan zittern die Hersteller um das für ihre Produktion wichtige Gas Neon, das zum großen Teil aus der Ukraine stammt. Das Edelgas erzeugt zusammen mit Helium die Laserstrahlen für die Belichtung. Zwei Firmen, Cryoin und Ingas, produzieren in der Ukraine etwa die Hälfte des in der Halbleiterindustrie eingesetzten Neons. Beide befinden sich im Südosten des Landes und haben die Produktion aufgrund der Kampfhandlungen eingestellt.

Für Neon aus chinesischer Produktion stieg der Preis seit Dezember 2021 auf das Vierfache, zudem könnte der Export beschränkt werden. Durch Sanktionen könnte das Edelgas längerfristig auch schwerer verfügbar sein. Cryoin und Ingas gewinnen es als Nebenprodukt der Stahlproduktion. Selbst wenn der Krieg gegen die Ukraine bald endete, sei unsicher, ob die Firmen ihr Rohmaterial von dort beziehen können. Sollten ihre Produktionsgebiete nach Ende der Kampfhandlungen unter russischer Kontrolle sein, könnten sie das Endprodukt gegebenenfalls nicht mehr exportieren.

Infineon: Können bestimmte Chemikalien nicht einfach so austauschen

Ploss sagte: "Wir können bestimmte Chemikalien nicht einfach so austauschen." Es dauere schon einmal ein Jahr, um sie zu substituieren oder die Prozesse anzupassen und "manches lässt sich kaum ersetzen." Einfach nur die Lager aufzustocken, das reiche nicht. "Wir unterhalten mitunter deutliche Vorräte. Aber einige Stoffe haben Verfallsdaten."

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Trotzdem will der Manager am Prinzip globaler Lieferketten festhalten. "Wenn wir die Globalisierung zurückdrehen, müssen wir massive Ineffizienzen in Kauf nehmen." Die Chip-Produktion würde also aufwendiger und teurer. Der Dax-Konzern Infineon ist Deutschlands größter Chiphersteller.

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