Infineon: Acht Jahre nach Qimonda-Pleite erhalten Gläubiger Geld
Acht Jahre nach der Pleite des DRAM-Hersteller Qimonda erhalten rund 3.000 frühere Beschäftigte und 600 weitere Gläubiger der früheren Chipfabrik in Dresden einen ersten Teil der offenen Zahlungen. Insolvenzverwalter Michael Jaffé werde insgesamt 73 Millionen Euro auszahlen, wie seine Kanzlei am 7. Juli 2017 mitteilte(öffnet im neuen Fenster) .
Qimonda mit dem Hauptfabrikationsstandort Dresden war bis zur Eröffnung des Insolvenzverfahrens im April 2009 einer der führenden Speicherchip-Hersteller der Welt. Das Unternehmen war im Jahr 2004 als Tochter von Infineon gegründet worden.
Insolvenz war bedrohlich für Infineon
Vor allem Beschäftigte wie Arbeiter oder Entwickler, aber auch Lieferanten erhalten das Geld. Die einzelnen Arbeiter können je nach der Höhe der anerkannten Forderungen mit "zwei- bis fünfstelligen Euro-Beträgen rechnen" , sagte ein Sprecher des Insolvenzverwalters Golem.de auf Anfrage.
Die Gläubiger erhalten jetzt bei einer ersten Abschlagsverteilung eine Quote von 25 Prozent auf ihre Forderungen. Sie könnten aller Voraussicht nach nahezu mit "einer Vollbefriedigung ihrer Forderungen rechnen" . Damit sei zu Beginn des Verfahrens nicht zu rechnen gewesen: "Bei Insolvenzantragstellung waren überhaupt keine liquiden Mittel vorhanden, die Rahmenbedingungen äußerst schwierig" , erklärte die Kanzlei Jaffé Rechtsanwälte Insolvenzverwalter.
Mit Februar 2009 hatte die Infineon-Konzernführung erklärt , dass nicht absehbar sei, ob die Rückstellungen ausreichen, um allen Verpflichtungen nachzukommen. Damit stand zu der Zeit die Überlebensfähigkeit Infineons in Frage.