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Infiltration: Eine dritte Staffel wie ein Neubeginn

Zu Beginn der dritten Season wird der Cliffhanger der zweiten Staffel erst mal weitgehend ignoriert. Stattdessen gibt es einen Zeitsprung.
/ Peter Osteried
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Die dritte Staffel startet am 22. August. (Bild: Apple TV+)
Die dritte Staffel startet am 22. August. Bild: Apple TV+

Fast zwei Jahre ist das Ende der Staffel 2 von Infiltration her: Hier liefen alle Handlungsstränge zusammen, der Soldat Trevante Cole und der junge Caspar traten durch ein Portal, Mitsuki glaubte, etwas gegen die außerirdischen Invasoren gefunden zu haben – und dann erschien das riesige Mutterschiff.

Die dritte Staffel von Infiltration (im Original passender: Invasion) geht am 22. September bei Apple TV+ an den Start. Und sie beginnt mit einem spektakulären Moment: Das Mutterschiff stürzt ab, direkt auf einen Berg.

Und dann? Dann geht es erst mal zwei Jahre später weiter, denn die Serie macht einen Zeitsprung, der den Status quo nicht auf Null zurücksetzt, aber wie ein Neubeginn anmutet – in mehrerer Hinsicht.

Der M-Day

Als Zuschauer ist man zu Beginn der Staffel daher zunächst desorientiert, denn alles ist anders. Die zwei Jahre, die seit dem Ende der zweiten Staffel vergangen sind, sind auch narrativ vergangen – was schon allein deswegen nötig war, weil die jungen Darsteller India Brown und Billy Barratt natürlich älter geworden sind.

Infiltration mutet dadurch aber auch frischer an, fast wie eine neue Serie. Hätte es die ersten zwei Staffeln nicht gegeben, wäre der Auftakt der dritten Staffel ein guter Startpunkt. Allerdings ist das Publikum hier natürlich schon emotional eingebunden, weil es die Figuren bereits kennt.

Die ersten Informationen darüber, wie die Welt jetzt aussieht, erhält man über eine Fernsehsendung zum 2. Jahrestag des M-Day; dem Tag, an dem das Mutterschiff abstürzte. Man sieht einen Präsidenten, nicht der USA, sondern der ganzen Welt.

Die Begegnung mit den außerirdischen Angreifern hat offenbar zu einem Umdenken geführt. Die Differenzen und Konflikte, die die Länder dieser Erde austrugen, sind vergessen. Es gibt einen gemeinsamen Feind.

Rückkehr der Invasoren

Dieser Feind hat sich aber seit zwei Jahren nicht mehr blicken lassen. Die Aliens, die zuvor noch jede Menge Opfer gefordert hatten, haben sich zur Absturzstelle des Mutterschiffs zurückgezogen – eine Gegend, die so verseucht ist, dass Menschen dort nicht hin können.

Natürlich wird das Schiff überwacht, ebenso die Portale. Die Menschheit ist bereit, sollten die Angreifer zurückkehren. Dass sie das werden, sieht man schon nach fünf Minuten, denn es gibt eine unheimliche Begegnung der dritten Art.

Ein Mysterium

Was Trevante Cole und Caspar auf dem Mutterschiff erlebt haben, ist nicht nur Caspars Freundin Jamila, die jetzt einen neuen Freund hat, unklar. Niemand weiß es, denn Trevante und Caspar gelten als tot. Bis sich ein Portal öffnet und der bewusstlose Trevante geborgen werden kann, der sich aber nicht daran erinnert, was geschehen ist.

So wird ein Mysterium aufgebaut – um die Ereignisse auf dem Schiff, um die Frage, ob Caspar am Ende unter dem Einfluss der Außerirdischen stand und um den plötzlichen Rückzug der Angreifer. Man könnte sagen: Am Anfang der Staffel ist man am Endpunkt eines Films wie Independence Day . Umso spannender ist, was danach passiert.

Dabei wird in der neuen Staffel forciert, was sich zum Ende der zweiten bereits andeutete: das Zusammenkommen der Figuren. So erhalten alle eine Mission, gleichzeitig wird die Erzählweise linearer, wie Showrunner Simon Kinberg im Interview mit Screenrant(öffnet im neuen Fenster) sagte: "Es geht darum, sie zusammenzubringen und zu zwingen, als Team zusammenzuarbeiten, um zu sehen, ob sie sich als solches zusammenfinden können. (...) Es ist eine viel linearere und dynamischere Staffel, weil sie sofort in eine Mission gestoßen werden. Es ist eine echte Missionsstaffel, in der sie nicht mehr nur versuchen, den Aliens zu entkommen, sondern gegen die Aliens vorgehen."

Ein ruhigerer Auftakt

Abgesehen von den ersten Minuten ist die erste Folge der neuen Staffel vor allem dazu da, den neuen Status quo zu etablieren und die Zuschauer auf den neuesten Stand zu bringen. Es sind auch noch längst nicht alle Hauptfiguren vertreten, sondern nur Trevante (Shamier Anderson) und Jamila (India Brown).

Zum Ende hin nimmt die Folge dann noch deutlich Fahrt auf, weil eine neue Bedrohung am Horizont lauert, aber auch, weil die Serie ein klassisches Erzählformat nutzt, indem sie Trevante weitgehend isoliert und dafür sorgt, dass er nicht mehr der gefeierte Held, sondern der gesuchteste Mann der Welt ist. Über die Außerirdischen hat man zum Ende der zweiten Staffel bereits viel erfahren, in der dritten Staffel wird es noch weitere Enthüllungen geben.

Wie die anderen Staffeln besteht auch die dritte aus zehn Episoden. Die letzten Folgen tragen die Titel "Going Home" und "The End of the Line", was sofort Fragen aufwirft: Werden Kinberg und Co. ihre Geschichte abschließen oder darauf setzen, dass Apple TV+ die Serie um eine weitere Staffel verlängern wird?


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