Industriestrategie: EU plant Allianz für sauberen Wasserstoff

Die neue Industriestrategie der EU-Kommission soll Europa grüner und digitaler machen. Die Energie- und IT-Wirtschaft finden das gut.

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Einfüllstutzen eines Brennstoffzellen-Autos
Einfüllstutzen eines Brennstoffzellen-Autos (Bild: Werner Pluta/Golem.de)

Die EU-Kommission will die europäische Industrie dabei unterstützen, bei den Themen Klimaneutralität und Digitalisierung eine weltweite Führungsrolle einzunehmen. Die am Dienstag in Brüssel vorgestellte Industriestrategie hat das Ziel, "die Wettbewerbsfähigkeit der EU und ihre strategische Autonomie in einer Zeit voranzutreiben, in der sich die geopolitische Landschaft verändert und der globale Wettbewerb zunimmt", heißt es in der Pressemitteilung. Zu den geplanten Maßnahmen gehört "eine Allianz für sauberen Wasserstoff, um die Dekarbonisierung der Industrie zu beschleunigen".

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Neben Klimaneutralität und Digitalisierung soll das Ziel der Strategie sein, die globale Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie sowie gleiche Wettbewerbsbedingungen in der EU und weltweit zu erhalten.

Mit Blick auf die geplante Wasserstoff-Allianz bleibt das 20-seitige Strategiepapier (PDF) noch sehr unkonkret. Die Kommission will auf diese Weise Investoren mit staatlichen, institutionellen und industriellen Partnern zusammenbringen: "Die Allianz wird auf den bisher geleisteten Arbeiten aufbauen, um den Technologiebedarf, die Investitionsmöglichkeiten und die regulatorischen Hindernisse auszuloten und die Wegbereiter zu ermitteln." Zur Begründung heißt es: "Bei der Wasserstofftechnologie handelt es sich um eine disruptive Technologie, die eine stärkere Koordinierung entlang der gesamten Wertschöpfungskette erfordert." Auch in den Bereichen CO2-arme Industrie, Industrie-Clouds und -Plattformen sowie im Rohstoffsektor sollten künftig Allianzen gebildet werden.

Wirtschaft begrüßt die Pläne

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) begrüßte die Pläne der Kommission. "Der Einsatz von erneuerbarem und dekarbonisiertem Wasserstoff kann einen großen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen von industriellen Prozessen leisten. Das Potenzial von Wasserstoff auf die Industrie zu beschränken, würde aus Sicht des BDEW allerdings zu kurz greifen", sagte BDEW-Geschäftsführerin Kerstin Andreae. Auch der Wärmesektor sollte in die Strategie einbezogen werden.

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Der IT-Branchenverband Bitkom äußerte sich ebenfalls positiv. "Im Digitalzeitalter ist Industriepolitik gleichbedeutend mit Digitalpolitik. Insofern ist die heute von der EU vorgelegte Industriestrategie zu begrüßen, denn sie unterstreicht die Bedeutung von Daten für die Entwicklung digitaler Technologien und hebt die künstliche Abgrenzung zwischen analoger und digitaler Wirtschaft auf", sagte Bitkom-Präsident Achim Berg. Jedoch komme die Bedeutung von Industrie-Plattformen, mit denen sich insbesondere die deutsche Industrie schwertue, kaum zur Geltung und müsse noch stärker herausgearbeitet werden.

Bundeswirtschaftswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) bezeichnet die EU-Industriestrategie bereits als "großen Erfolg". Der Minister lobte sich dafür, schon 2019 mit Frankreich eine Initiative für eine europäische Industriepolitik gestartet zu haben.

Wasserstoff mit Ökostrom produzieren

Ein wichtiges Argument für den Einsatz von Wasserstoff ist die Möglichkeit, das Gas mit Hilfe von regenerativ erzeugtem Strom herstellen zu können. Dazu könnte beispielsweise überschüssiger Windstrom, für den es nachts keinen Abnehmer gibt, genutzt werden. Der "saubere" Wasserstoff ließe sich dann nicht nur in Brennstoffzellenfahrzeugen, sondern auch in der chemischen Industrie nutzen. Allerdings ist der Wirkungsgrad der Wasserstoff-Elektrolyse mit 70 Prozent nicht besonders hoch. Auf die gesamte Wirkungskette, vom Stromgenerator bis zum Fahrzeugantrieb, bleiben sogar nur 30 Prozent der Ursprungsenergie übrig.

Die japanische Regierung betreibt seit einiger Zeit den Umbau der Wirtschaft auf den Energieträger Wasserstoff. In Norddeutschland hat sich ebenfalls schon eine Wasserstoff-Allianz gebildet: Im November 2019 haben Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein beschlossen, gemeinsam eine Wasserstoffwirtschaft aufzubauen.

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gaciju 12. Mär 2020

Das stimmt natuerlich. Aber vor Wasserstoff kommen halt die Pumpspeicher (die...

Dwalinn 12. Mär 2020

Da hast du selbstverständlich Recht nur haben wir bereits zeitweise das Problem das...

gaciju 11. Mär 2020

Die waren ja auch das Thema. Wenn du dir uebrigens Statistiken von vor ein paar Jahren...

Dwalinn 11. Mär 2020

Ziel ist es den Strom möglichts günstig zu erhalten. Bei Windenergie reden wir hier von...



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