Industriespionage: AMD klagt gegen vier Nvidia-Angestellte

Vier Entwickler sollen bei ihrem Wechsel von AMD zu Nvidia mehr als 100.000 geheime Dokumente mitgenommen haben. Ob Nvidia den Auftrag erteilt hat, ist allerdings fraglich.

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Ehemalige AMD-Mitarbeiter sollen Geheimnisse zu Nvidia mitgenommen haben.
Ehemalige AMD-Mitarbeiter sollen Geheimnisse zu Nvidia mitgenommen haben. (Bild: Alain Jocard/AFP/Getty Images)

AMD hat vor Gericht eine Untersuchung gegen vier ehemalige Angestellte durchgesetzt. Sie sollen mehr als 100.000 als geheim eingestufte Dokumente bei ihrem Wechsel zu Nvidia mitgenommen haben. Die Klage richtet sich aber nur gegen die Entwickler, Nvidia wird von AMD nicht als Drahtzieher beschuldigt.

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Die entwendeten Unterlagen sollen aus der Perforce-Datenbank entwendet worden sein, einer Versionsverwaltung, in der Dokumente oder möglicherweise auch Sourcecode gepflegt werden. Hauptverantwortlicher soll laut Klageschrift Robert Feldstein sein, der dafür sorgte, dass AMDs Chips in der Wii U, der Playstation 4 und der Xbox 720 verwendet werden. Er soll den größten Teil der Dokumente mitgenommen haben.

Abwerben verboten

Außerdem soll er drei weitere Mitarbeiter überredet haben, ebenfalls zu Nvidia zu wechseln, was gegen AMDs vertragliche Wettbewerbsklausel verstößt, Mitarbeiter abzuwerben. Manoo Desai, Nicholas Kociuk und Richard Hagen folgten Feldstein innerhalb eines halben Jahres zu Nvidia, wobei Hagen und Feldstein für das Abwerben der beiden anderen Beschuldigten verantwortlich sein sollen.

Laut Klageschrift soll Kociuk mehr als 150.000 Unterlagen mitgenommen haben, bevor er AMD verließ. Sie sollen Informationen zu diversen Hardwaredesigns enthalten.

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AMD will nachweisen können, dass die Dateien und Ordner von seinen Servern stammen. Zum Teil sollen die Dateinamen denen der ursprünglichen Dateien gleichen und "offensichtlich Betriebsgeheimnisse und Geschäftsgeheimnisse enthalten, die Technologieentwicklung betreffen."

Außerdem will AMD E-Mails gesehen haben, in denen die Beschuldigten darüber diskutieren, wie sie den Datentransfer verschleiern können. Auch Suchanfragen bei Google darüber, wie Dokumente von Identitätshinweisen bereinigt werden können, will AMD vorlegen.

Einstweilige Verfügung

AMD setzte mit seiner Anklageschrift vor Gericht auch durch, dass alle vier Beschuldigten eine einstweilige Verfügung erhielten. Sie dürfen vorerst die fraglichen Dateien weder löschen noch nutzen. Außerdem müssen sie ihre Rechner und Speichermedien zur Verfügung stellen, damit Experten weitere Beweise sammeln können.

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