Industrie: Wie die Glasindustrie vom Erdgas abhängt

Die Glasindustrie nutzt bisher überwiegend fossile Energien. Strom und Wasserstoff könnten Alternativen sein, doch ein wichtiges Modellprojekt ist gerade gescheitert.

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Bei der Herstellung von Glas wird bislang viel Erdgas verbrannt, eine klimaneutrale Produktion ist schwierig.
Bei der Herstellung von Glas wird bislang viel Erdgas verbrannt, eine klimaneutrale Produktion ist schwierig. (Bild: George Chernilevsky)

Diskussionen über einen möglichen Lieferstopp für russisches Erdgas sorgten zuletzt in vielen Industriebranchen für Aufregung. Eine Branche, die in besonderem Maße von zuverlässigen Gaslieferungen abhängig ist, ist dabei die Glasindustrie.

Die Wannen, in denen die Glasrohstoffe eingeschmolzen werden, werden üblicherweise über Zeiträume von 10 bis 15 Jahren am Stück betrieben. Ein Abschalten zwischendurch ist nicht vorgesehen - das geschmolzene Glas würde erhärten und die Anlage müsste fast komplett neu aufgebaut werden.

Die Mehrzahl der Glasschmelzen nutzt dabei heute fossiles Erdgas, teilweise mit elektrischen Zusatzheizungen. In einigen alten Anlagen wird noch mit Öl geheizt, nur wenige kleine Anlagen laufen rein elektrisch.

Selbst Neuanlagen werden noch überwiegend auf fossile Energien ausgelegt. So hat etwa die Firma Wiegand-Glas noch im März diesen Jahres in Thüringen eine neue Glaswanne mit Erdgasbefeuerung in Betrieb genommen.

Noch heute gehen rein fossile Glaswannen in Betrieb

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"Die Schmelzwanne wurde im Jahr 2018 geplant", begründet eine Sprecherin von Wiegand-Glas auf Anfrage diese Entscheidung. "Damals war die Zielstellung unserer Bundesregierung, bis zum Jahr 2030 40 Prozent CO₂-Einsparungen zu erzielen. Dies war mit der von uns eingesetzten hochmodernen Schmelztechnologie möglich. Während des Aufbaus der Anlage haben sich dann die Zielstellungen unserer Regierung geändert. Zu diesem Zeitpunkt war es für uns bereits zu spät, um umzusteuern."

Noch unter der alten Bundesregierung wurde im vergangenen Jahr beschlossen, dass Deutschland bis zum Jahr 2045 klimaneutral werden soll. Für eine Branche wie die Glasindustrie, die bislang überwiegend fossile Energien nutzt und deren Anlagen über lange Zeiträume laufen, drängt die Zeit daher.

Wasserstoff oder Strom

Prinzipiell wäre es möglich, statt Erdgas grünen Wasserstoff zu nutzen, um die Glaswannen zu beheizen. Das würde zwar einige Anpassungen der Prozesse erfordern, da Wasserstoff andere Brenneigenschaften hat, es wäre aber wohl technisch machbar. Die Firma Nippon Sheet Glass hat kürzlich in einem Versuch an einem britischen Standort Glas mithilfe von Wasserstoff produziert. Der Wasserstoff wurde dafür allerdings aufwendig mit Tanklastern angeliefert.

Für einen dauerhaften Einsatz müssten entsprechende Industriebetriebe an Wasserstoff-Netze angeschlossen werden, die es bislang noch nicht gibt. Zudem ist die Nutzung von Wasserstoff vergleichsweise ineffizient. Effizienter wäre es, die Wannen direkt elektrisch zu beheizen. Damit das klimaneutral wird, müsste der Strom natürlich aus sauberen Quellen stammen.

Schon heute gibt es Glasschmelzen, die mit Strom betrieben werden. Doch elektrische Glasschmelzen werden bisher nur für vergleichsweise kleine Glaswannen für Spezialanwendungen eingesetzt.

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Die erste große elektrische Glaswanne endete als Desaster 
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ronda-melmag 21. Jun 2022 / Themenstart

. Solarwirkungsgrad = ca 200W/qm für Strom ca 700w Wärme - angekommen sind so 1000 W von...

Meister 20. Jun 2022 / Themenstart

Und trinken ihr Bier aus den Plastikflaschen vom Aldi.

viethansel 18. Jun 2022 / Themenstart

Das beste wird sein, wir exportieren alle Produkte aus China, die haben genug Energie.

Chevarez 17. Jun 2022 / Themenstart

Wahrscheinlich ist hier vom CO2-Bedarf beim Bau der Anlagen und der Herstellung der...

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