Industrie warnt vor Auswirkungen: USA plant neue Zölle auf Halbleiterprodukte
Die US-Regierung unter Donald Trump plant eine Ausweitung der Zölle auf Halbleiterprodukte. Wie Politico berichtete(öffnet im neuen Fenster), könnte sich die vorherrschende Chipknappheit für US-Unternehmen dadurch verschärfen.
US-Handelsminister Howard Lutnick bevorzuge das Modell, bei dem Zollbefreiungen für Unternehmen direkt an Zusagen geknüpft würden, in die Chipherstellung in den USA zu investieren. Dabei solle nur eine festgelegte Menge an Chips zollfrei importiert werden dürfen, was laut Kritikern das Risiko birgt, dass die Lücke zwischen zollfreien Lieferungen und dem tatsächlichen Bedarf der Unternehmen noch größer wird.
Tech-Unternehmen sollen bereits eine intensive Kampagne gestartet haben, um die Administration zu einer Abschwächung der Zölle zu bewegen und Ausnahmen zu erwirken. Sie warnen, dass die Zölle den milliardenschweren Ausbau von Rechenzentren verlangsamten.
Höhere Zölle erschaffen keine Fachkräfte
Während bei den Zollregelungen im Januar 2026 noch Ausnahmen erwirkt werden konnten, signalisieren Regierungsvertreter laut Politico, dass solche Ausnahmen gestrichen werden könnten, um den Druck auf die inländische Produktion zu erhöhen.
Das Ziel, die US-Chip-Infrastruktur wieder aufzubauen, steht dem Vorhaben entgegen, das globale KI-Rennen zu gewinnen. US-Branchenvertreter betonen, dass sie die Inlandsproduktion prinzipiell unterstützten, hoch entwickelte Chipfabriken jedoch Milliarden kosteten und Jahre oder gar Jahrzehnte für den Bau benötigten. Bis diese Kapazitäten existierten, bleibe die US-Wirtschaft stark von asiatischen Zulieferern in Malaysia, Südkorea und Taiwan abhängig, wobei Taiwan allein mehr als 90 Prozent der modernsten Halbleiter herstellt.
Die Dauer für den Aufbau einer US-Produktion wird auf mehr als fünf Jahre geschätzt, wobei selbst die historischen Investitionen von TSMC im US-Bundesstaat Arizona in Höhe von 265 Milliarden US-Dollar nach der Fertigstellung nur etwa 30 Prozent der fortschrittlichsten Kapazitäten des Unternehmens in die USA verlagern werden.
Während Befürworter der Zölle argumentieren, dass eine Entflechtung der Lieferketten nationale Sicherheitsrisiken mindere, warnen Ökonomen vor den wirtschaftlichen Folgen. Höhere Zölle schafften weder Fachkräfte noch beschleunigten sie Genehmigungsverfahren oder erweiterten die Infrastruktur.
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