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Was für die einen Risiko ist, ist für die anderen Chance

Die Bedeutung der lokalen Hersteller wächst dabei. 2015 rechnet der Verband beim Absatz in China mit einem Plus von gut 25 Prozent - die chinesischen Hersteller dürften aber um 40 Prozent zulegen. Die Nachfrage aus China belebt die gesamte Branche. Laut Prognose des IFR wird sich der Absatz bis 2018 mit Wachstumsraten von durchschnittlich 15 Prozent fast auf 400.000 verkaufte Roboter verdoppeln.

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Stark in China vertreten mit Automatisierungstechnik ist gleichfalls Siemens, der weltweit führende Konzern in der Industrieautomatisierung. Auch die Münchner haben die Abkühlung in China zu spüren bekommen. Der Auftragseingang in China war in den ersten neun Monaten des zu Ende gegangenen Geschäftsjahres im Konzern insgesamt währungsbereinigt um 17 Prozent auf 4,8 Milliarden Euro gesunken.

China entwickelt eigene Technik

Für die Münchner ist Made in China 2025 eine besondere Herausforderung. So wollen die Chinesen zum Beispiel einen Schnellzug auf die Strecke bringen, der komplett aus lokal gefertigten Teilen besteht. Siemens reagiert auf die neue Situation mit einer Erhöhung der Ausgaben für Forschung und Entwicklung in China. Es sollen verstärkt vor Ort Produkte für den chinesischen Markt entwickelt werden.

Aber gerade chinesische Anbieter wollen sich einen möglichst großen Anteil vom Wachstumsmarkt sichern. "Die nationalen Roboterunternehmen haben sich allmählich auf dem Markt etabliert", sagte der Vizechef der chinesischen Vereinigung der Roboterindustrie, Song Xiaogang, auf der Messe World Robotics 2015. "2015 wird ein Zuwachs von insgesamt 25 Prozent erwartet. Die Wachstumsrate der nationalen Hersteller wird über 40 Prozent sein", prognostizierte Song.

Manche Maschinen sind teurer als Menschen

Doch die Hochrechnungen über gigantische Wachstumsraten sind in einigen Branchen übertrieben. Hannes Streeck, CEO der Logistikfirma Fiege Far East Holding, rechnet vor, dass sich derzeit eine voll automatisierte Lagerhalle noch nicht rechnen würde. "In vier Jahren würde es Sinn machen, darüber nachzudenken", habe eine Analyse ergeben. Noch seien in einigen Bereichen aufwendige Maschinen zu teuer im Vergleich zu menschlichen Arbeitskräften. Die Wertschöpfungskette ist in vielen Branchen noch lange nicht für eine volle Automatisierung bereit, resümiert auch Jeremy R. Haft in seinem Buch Unmade in China.

Für seine Recherchen untersuchte er Hersteller in vielen unterschiedlichen Branchen. Sein Fazit: Die Szenarien vom rasanten Aufstieg einer hochwertigen Industrie in China sind meist überzogen. Es könnte noch sehr lange dauern, bis China zu entwickelten Industrieländern aufholt.

Was für die einen ein Risiko ist, das empfinden andere als Chance. Der ehemalige Manager bei der Deutschen Bank, Henry Cai, hat es sich in der Lounge eines Pekinger Nobelhotels gemütlich gemacht. Seine Assistentin serviert Wassermelonen-Saft. "Natürlich können wir in China noch nicht von Industrie 4.0 reden. Wir sind eher bei Industrie 2.0 oder 3.0. Wenige Branchen stehen vor dem Übergang zu 4.0", sagt er. Aber gerade deshalb sei das Geschäft in China so interessant.

 Industrie-Supermacht: Chinas Robo-Revolution
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