Abo
  • Services:

Industrie 4.0: Wenn die Fracht dem Frachter Vertrauliches erzählt

Kommunikation, auf die kein Geheimdienst und kein Konkurrent zugreifen kann: Wenn in der Industrie 4.0 Container ihre Zollpapiere selbst vorlegen oder einen Unfall an die Versicherung melden, darf niemand mithören. Ein Fraunhofer-Institut hat eine Lösung gefunden.

Artikel von veröffentlicht am
Vernetzte Container: Ich bin vom Gabelstapler gefallen.
Vernetzte Container: Ich bin vom Gabelstapler gefallen. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)

Sagt ein Flugcontainer zu seinen Kumpels: "Ich bin vom Gabelstapler gefallen. Fliegt mal ohne mich los." Dann teilt er dem Empfänger mit, dass er nicht auf ihn warten muss und meldet sich selbst bei der Versicherung als Schadensfall.

Inhalt:
  1. Industrie 4.0: Wenn die Fracht dem Frachter Vertrauliches erzählt
  2. Der Industrial Data Space ist föderal
  3. Internationales Interesse am Industrial Data Space

So oder so ähnlich soll die Kommunikation der Luftfrachtcontainer der Zukunft aussehen. Dafür hat das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik (IML) in Dortmund das System I-Con entwickelt. Es ist die erste Anwendung für den Industrial Data Space.

Die intelligenten Container des Fraunhofer IML sind mit Sensoren, GPS, Kommunikationseinrichtungen sowie einem E-Paper-Display ausgestattet. Solarzellen versorgen das System mit Strom. Durch das GPS ist die Position des Containers bekannt, die Sensoren erfassen Temperatur und Beschleunigung. So lässt sich beispielsweise feststellen, ob der Container richtig gelagert wurde, ob er zu warm geworden ist oder zu stark beschleunigt wurde.

Wer weiß schon, wo der Container steht

Heute sei schon der Standort vieler Container nicht bekannt, sagt der Leiter des Fraunhofer IML, Michael ten Hompel, im Gespräch mit Golem.de. Noch weniger lasse sich feststellen, in welchem Zustand ein Container sei oder was ihm auf seiner Reise passiert sei. "Das alles trackt der intelligente Container."

  • I-Con: Der Container wird intelligent. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Container tauschen miteinander und mit anderen Stellen Daten über den Industrial Data Space aus. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Über ein spezielles Mobilgerät ist es möglich, mit den Containern zu kommunizieren. (Foto: Kurt Fuchs/Fraunhofer)
  • E-Paper statt Papier: Die Zolldokumente sollen künftig digital sein und auf einem E-Paper-Display angezeigt werden. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Cebit 2015: Fraunhofer-Präsident Reimund Neugebauer übergibt Forschungsministerin Johanna Wanka das Konzept zum Industrial Data Space. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
I-Con: Der Container wird intelligent. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
Stellenmarkt
  1. d&b audiotechnik GmbH, Backnang bei Stuttgart
  2. EWE NETZ GmbH, Oldenburg

Schon allein zu wissen, wo der Container gerade sei, bedeute einen hohen Effizienzgewinn, erklärt ten Hompel. Aber der I-Con habe noch weitere Vorteile: Er hat die Zollpapiere direkt dabei. Sie werden auf dem E-Paper-Display angezeigt, es ist also kein Hantieren mit viel Papier mehr nötig. Sollte der Zoll feststellen, dass die Papiere fehlen, können sie nachträglich auf das Display übertragen werden - was deutlich schneller ist, als sie per Fax oder Post nachzuschicken.

Der Container sagt, er habe einen Unfall

Auch bei einem Unfall läuft die Abwicklung zügig: Der Container informiert alle relevanten Parteien - Absender, Empfänger, Spediteur, Versicherung - über den Ausfall. Die Lieferung kann dann ohne ihn auf die Reise geschickt werden, während der Lieferant eine neue Lieferung initiieren kann. All das bedeutet laut ten Hompel "Effizienzgewinne im mittleren zweistelligen Prozentbereich in der Transportabwicklung".

Die gesamte Kommunikation der Container - Positions- und Statusmeldungen, Zolldokumente sowie die nötigen Schlüssel für die Authentifizierung - wird über den Industrial Data Space abgewickelt. Das ist eine Kommunikationsinfrastruktur, die von zwölf Fraunhofer-Instituten entwickelt wurde. Im vergangenen Jahr präsentierte die Fraunhofer-Gesellschaft das System mit großem Aufwand und in Anwesenheit von Forschungsministerin Johanna Wanka auf der Cebit.

Gedacht ist es für den Datenaustausch und die Kommunikation für Industrie-4.0-Anwendungen.

Der Industrial Data Space ist föderal 
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4.  


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. (-20%) 47,99€
  2. 14,99€ + 1,99€ Versand oder Abholung im Markt

QuoQuoRoots 30. Apr 2016

:-) Alleine beim Foto kam mir sofort die no-budget-Sci-Fi-Klassiker "Dark Star" in den...

Atalanttore 26. Apr 2016

Wo man als Privatmensch noch Datenschutz genießt, sind zukünftige Facharbeiter in der...

amie 22. Apr 2016

Das ist ja soooo 1990 wo bleibt denn hier der cloudgedanke?

YoungManKlaus 21. Apr 2016

boah ich kotz gleich.

blockchainman 20. Apr 2016

Jo, aber halt nicht über Firmen hinweg und ohne zentrale Datensammlung, wie es...


Folgen Sie uns
       


Golem.de spielt die Battlefield 5 Closed Alpha

Zwölf Stunden haben wir in der Closed Alpha des kommenden Shooters im zweiten Weltkrieg Battlefield 5 verbracht - Zeit für eine erste Analyse der Änderungen.

Golem.de spielt die Battlefield 5 Closed Alpha Video aufrufen
Windenergie: Wie umweltfreundlich sind Offshore-Windparks?
Windenergie
Wie umweltfreundlich sind Offshore-Windparks?

Windturbinen auf hoher See liefern verlässlich grünen Strom. Frei von Umwelteinflüssen sind sie aber nicht. Während die eine Tierart profitiert, leidet die andere. Doch Abhilfe ist in Sicht.
Ein Bericht von Daniel Hautmann

  1. Hywind Scotland Windkraft Ahoi

Cruijff Arena: Ed Sheeran singt mit Strom aus Nissan-Leaf-Akkus
Cruijff Arena
Ed Sheeran singt mit Strom aus Nissan-Leaf-Akkus

Die Johann-Cruijff-Arena in Amsterdam ist weltweit das erste Stadion, das seine Energieversorgung mit einem Speichersystem sichert, das aus Akkus von Elektroautos besteht. Der englische Sänger Ed Sheeran hat mit dem darin gespeichertem Solarstrom schon seine Gitarre verstärkt.
Ein Bericht von Dirk Kunde

  1. Energiewende Warum die Bundesregierung ihre Versprechen nicht hält
  2. Max Bögl Wind Das höchste Windrad steht bei Stuttgart

Segelschiff: Das Vindskip steckt in der Flaute
Segelschiff
Das Vindskip steckt in der Flaute

Hochseeschiffe gelten als große Umweltverschmutzer. Neue saubere Antriebe sind gefragt. Der Norweger Terje Lade hat ein futuristisches Segelschiff entwickelt. Doch solch ein neuartiges Konzept umzusetzen, ist nicht so einfach.
Ein Bericht von Werner Pluta

  1. Energy Observer Toyota unterstützt Weltumrundung von Brennstoffzellenschiff
  2. Hyseas III Schottische Werft baut Hochseefähre mit Brennstoffzelle
  3. Kreuzschifffahrt Wie Brennstoffzellen Schiffe sauberer machen

    •  /