Maschinen sammeln Daten
Die Maschinen sind deshalb nicht nur mit Aktoren, sondern auch mit Sensoren ausgestattet, die ständig Daten über ihren Zustand sammeln. So kann sich die Maschine etwa melden, wenn eine Wartung nötig ist oder wenn einem Teil ein Defekt droht und ein Austausch einen Schaden verhindern kann.
Nutzungsdaten eines Geräts oder einer Maschine kann der Hersteller dazu verwenden, das Produkt an die Kundenbedürfnisse anzupassen oder zu verbessern. Der Hersteller eines Werkzeugs, etwa einer Bohrmaschine, weiß nur wenig darüber, wie das Gerät beim Handwerker eingesetzt wird. Funktioniert die Maschine nicht richtig, beschwert sich der Endkunde am ehesten beim Händler, der diese Informationen jedoch selten an den Hersteller weitergibt.
Produzent bietet Kunden passende Produkte
Bekommt der Hersteller jedoch Daten direkt aus der Bohrmaschine, weiß er, wie oft und mit welcher Last sie eingesetzt wird, und kann die Bohrmaschine so den Bedürfnissen der Handwerker entsprechend anpassen. Der Nutzer wird also in den Entwicklungsprozess mit einbezogen. "Wenn ich über den Kunden Bescheid weiß, kann ich ihm die für ihn passenden Produkte anbieten", sagt Seidelmann. Wer die Daten aggregiert, aufbereitet und richtig nutzt, hat einen klaren Wettbewerbsvorteil.
Allerdings ist die Vorstellung gewöhnungsbedürftig, dass ein Produkt - sei es eine Bohrmaschine, eine Anlage in der Fabrik oder auch das eigene Auto - ständig Daten nach Hause funkt. "Natürlich will das jetzt erst einmal keiner von uns preisgeben. Aber das hat auch einen Mehrwert für mich: Ich muss mir nicht viele Gedanken machen - das System schlägt mir das für mich passende Produkt vor", sagt Seidelmann. "Das muss man abwägen."
Daten bedeuten Wertschöpfung
Eine Gefahr für die Privatsphäre ist die eine Seite. Die andere ist: Was passiert mit den Daten? Wem gehören sie? Schiebt sich etwa zwischen den Anlagenhersteller und seinen Kunden ein drittes Unternehmen, das die Daten von den Maschinen aggregiert, dann weiß dieses besser, was der Fabrikbetreiber braucht, als der Anlagenhersteller - und macht dessen Geschäft. "Wer die Hoheit über die Daten hat, dem wird mittelfristig ein Großteil der Wertschöpfung gehören", sagt Seidelmann.
Das sei durchaus eine Gefahr für den Maschinen- und Anlagebau hierzulande, sagt der Fraunhofer-Forscher. Es gebe dafür noch keine endgültigen Konzepte. Einige Unternehmen reagieren schon: Das Ditzinger Unternehmen Trumpf etwa, ein Hersteller von Werkzeugmaschinen, hat kürzlich angekündigt, eine eigene Cloud aufzubauen. Auch die Fraunhofer-Gesellschaft hat ein Konzept für eine sichere Datenplattform ausgearbeitet, den Industrial Data Space. Vorgestellt wurde es auf der Cebit dieses Jahr im Beisein von Johanna Wanka, der Bundesministerin für Bildung und Forschung.
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