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Induktives Laden: Autobahn in Bayern wird zur Ladestraße

Ab Mitte 2025 sollen Elektroautos auf einem Autobahnteilstück in Bayern ihren Akku während der Fahrt laden können.
/ Werner Pluta
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Verlegung der Magnetspulen in Tel Aviv (Symbolbild): Bis zu 70 kW Leistung kann übertragen werden. (Bild: Electreon)
Verlegung der Magnetspulen in Tel Aviv (Symbolbild): Bis zu 70 kW Leistung kann übertragen werden. Bild: Electreon

Die Autobahn wird elektrifiziert: In Nordbayern soll ein Teilstück einer Autobahn mit Spulen ausgestattet werden. Elektroautos können dort beim Fahren ihre Akkus laden.

Im Rahmen des Projektes EM|POWER der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) sollen auf einem Kilometer die Spulen in den Asphalt integriert werden. "Der Aufbau einer Teststrecke ermöglicht uns, die zu entwickelten Prozesse für die automatisierte Herstellung und Fahrbahnintegration zu erproben und deren Funktionalität zu demonstrieren" , sagte Alexander Kühl(öffnet im neuen Fenster) von der FAU. Sein Team entwickelt die Technologien und Prozesse, die den Bau solcher Straßen ermöglichen.

Die Spulen erzeugen hochfrequente Magnetfelder, die in Empfängerspulen im Boden eines Fahrzeugs einen elektrischen Strom induzieren. "Bei vergleichbaren Tests wurden bisher bis zu 70 kW Leistung übertragen" , sagte Kühl.

Spezialfahrzeuge sollen Magnetspulen verlegen

Die Technik kommt von dem israelischen Unternehmen Electreon(öffnet im neuen Fenster) . Die Ladespulen sollen als Endlosband von speziellen Fahrzeugen verlegt werden. Ein solches Fahrzeug trägt eine Asphaltschicht ab, verlegt die Spulen und trägt eine neue Asphaltschicht auf.

Drahtloses Laden für Elektroautos - Electreon
Drahtloses Laden für Elektroautos - Electreon (02:22)

Das erste Electric Road System (ERS) hat Electreon 2019 in der israelischen Siedlung Beit Yanai am Mittelmeer installiert. Weitere Projekte gibt es auf der schwedischen Insel Gotland , in Karlsruhe sowie in Norditalien . Eine weitere Straße wird gerade in Balingen elektrifiziert . Sie soll im Sommer zur baden-württembergischen Landesgartenschau in Betrieb gehen.

Electreons ERS-System ist für Asphaltstraßen gedacht. Aber nicht alle Autobahnen haben eine Asphaltdecke. Das Projekt Inductinfra (g+) der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) beschäftigt sich damit, wie Autobahnen mit einer Betonfahrbahn mit induktiver Ladetechnik ausgestattet werden können.

Neben den Magnetspulen gibt es noch das Konzept, Autobahnen mit einer Oberleitung auszustatten. Ähnlich wie bei der Straßenbahn oder bei Fernzügen werden die Lkw über einen Stromabnehmer mit Strom versorgt. In Deutschland gibt es bereits drei Teststrecken, eine davon auf einer Autobahn in Schleswig-Holstein .

Nachteil dieser Technik ist, dass sie nur für Lkw nutzbar ist. Die Magnetspulen in der Fahrbahn hingegen sollen auch die Akkus von Pkw laden. Die Teststrecke in Nordbayern soll Mitte 2025 einsatzbereit sein. Welche Autobahn damit ausgestattet wird, hat die FAU nicht mitgeteilt.


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