Induktion: Porsche-Ladetechnik scheitert an Platzmangel
Der Porsche Cayenne Electric erlaubt kabelloses Laden(öffnet im neuen Fenster) , doch die übrigen Elektromodelle des Stuttgarter Sportwagenbauers gehen leer aus. Dahinter steckt keine strategische Entscheidung.
Maximilian Müller, Leiter der Hochvolt-Entwicklung bei Porsche, erläuterte The Drive(öffnet im neuen Fenster) die Hintergründe bei einer Präsentation in Leipzig. Die Hardware für induktives Laden passt schlicht nicht in die Karosserie von Macan Electric und Taycan. Der Bauraum zwischen den vorderen Fahrwerkskomponenten reicht nicht aus.
Die Ladeplatte sitzt beim Cayenne Electric unter dem Frontmotor, direkt zwischen den Vorderrädern. Diese Position erfordert bestimmte Freiräume, die kleinere Fahrzeuge nicht bieten. Die größeren Außenmaße des Cayenne schaffen mehr Abstand zwischen den Fahrwerkskomponenten – so findet das Ladesystem Platz.
Cayenne Electric und Macan Electric teilen sich zwar die PPE-Plattform von Porsche. Doch die Architektur wird je nach Fahrzeuggröße unterschiedlich umgesetzt. Die breitere Karosserie des Cayenne erforderte eine andere Radaufhängung als beim Macan Electric.
Nachrüstung technisch nicht machbar
Die Unterschiede gehen über simple Befestigungspunkte hinaus. Müller deutete an, dass die abweichende Fahrwerksgeometrie grundsätzliche Platz-Konflikte schafft. Eine Nachrüstung würde umfangreiche Änderungen an Vorderbau und Fahrwerksanbindung erfordern.
Beim Taycan zeigen sich ähnliche Einschränkungen. Sein vorderes Fahrwerkslayout weist die gleichen Platzprobleme auf wie der Macan Electric. Beide Modelle entstanden, bevor das kabellose Ladesystem serienreif wurde.
So funktioniert das induktive Laden des Porsche Cayenne
Das Prinzip funktioniert ähnlich wie bei Smartphones: Eine Sendespule in der Bodenplatte erzeugt durch Wechselstrom ein Magnetfeld. Dieses erzeugt in der fahrzeugseitigen Empfängerspule ebenfalls Wechselstrom, der dann in Gleichstrom umgewandelt wird.
Die Porsche-Ingenieure entwickelten die Technologie gezielt für die größeren Proportionen des Cayenne Electric. Das System benötigt eine exakte Positionierung für optimale Ladeeffizienz und ausreichende Bodenfreiheit.
Für künftige Elektromodelle schließt Porsche kabelloses Laden nicht aus. Müller bestätigte, dass Gespräche über die Integration der Technologie in kommende Fahrzeuge laufen. Details zu konkreten Modellen oder Zeitplänen nannte er nicht.
Das System erreicht eine maximale Ladeleistung von 11 kW, was dem kabelgebundenen AC-Laden entspricht. Der Wirkungsgrad bei der Energieübertragung liegt bei bis zu 90 Prozent. Die Bodenplatte misst 117 x 78 x 6 Zentimeter und kann in Garagen, Carports oder im Freien installiert werden.
Technische Umsetzung und Sicherheitsaspekte
Die Empfangseinheit sitzt im Fahrzeugunterboden zwischen den Vorderrädern. Für den Ladevorgang wird das Fahrzeug über der Bodenplatte positioniert. Die Energieübertragung erfolgt über wenige Zentimeter Distanz. Der Cayenne senkt sich dabei automatisch ab.
Zur Sicherheit verfügt die Bodenplatte über einen Bewegungsmelder und Fremdkörpererkennung. Der Ladevorgang unterbricht automatisch, wenn sich Lebewesen im Bereich befinden oder metallische Objekte auf der Platte liegen. Die elektromagnetische Strahlung bleibt auf den Unterboden des Fahrzeugs begrenzt.
Das System ist in die My Porsche App integriert. Eine spezielle Ansicht in der Surround View-Funktion unterstützt beim Ansteuern der optimalen Ladeposition. Porsche nutzt Ultrabreitband-Technologie zur Positionsbestimmung des Fahrzeugs
Sobald die Parkposition erreicht und die Parkbremse aktiviert ist, startet der Ladevorgang ohne weiteres Zutun.
Die Bodenplatte wiegt gut 50 Kilogramm und verfügt über LTE- und WLAN-Module. Dadurch sind Remote-Software-Updates möglich. Das System ist für den Außeneinsatz konzipiert. Alle stromführenden Bauteile sind gegen Witterungseinflüsse geschützt.
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