Induktion: BMW und Daimler wollen Autos schnurlos laden
Um die Akkus der Elektroautos BMW i3 und den Plug-in-Hybrid-Sportwagen BMW i8 sowie eine Mercedes S-Klasse mit Hybridantrieb schnell aufzuladen, wollen die beiden Hersteller kooperieren und das induktive Laden von Hochvoltbatterien ermöglichen.
Ein Ladekabel ist nicht mehr erforderlich, wenn sich die Induktionsladetechnik durchsetzt, die BMW und Daimler vereinheitlichen wollen. Das System besteht aus einer Sekundärspule im Fahrzeugboden sowie einer Bodenplatte mit integrierter Primärspule. Letztere wird zum Beispiel in den Garagenboden oder im Freien eingelassen. Eis und Schnee sollen der Spule nicht schaden. Wenn zum Beispiel ein Tier zwischen die Spulen gerät, wird der Ladevorgang laut BMW sofort unterbrochen.
BMW spricht von einem Wirkungsgrad von rund 90 Prozent und einer Leistung von bis zu 3,6 Kilowatt. Das soll reichen, um einen Hybridfahrzeugakku in ungefähr drei Stunden voll zu beladen. Beim hauseigenen BMW i8 soll das System, das derzeit nur als Prototyp existiert, etwa zwei Stunden benötigen.
Möglich sei eine Erhöhung der Ladeleistung auf 7 Kilowatt. So könnte auch der Akku des Elektroautos BMW i3 über Nacht aufgeladen werden.
Für das Einparken benötigt der Fahrer Hilfe, weil sich das Auto exakt über der Spule befinden muss. Zwischen der Ladestation und dem Fahrzeug findet deshalb eine Kommunikation statt, die in Lenkanweisungen für den Fahrer umgesetzt wird.
Mercedes will im September 2014 den S 500 Plug-in-Hybrid einführen, der eine Leistung von 325 Kilowatt erreicht und einen Drehmoment von 650 Newtonmetern aufweisen soll. Rein elektrisch fährt die S-Klasse 33 Kilometer weit.
Die Induktionstechnik soll in ungefähr drei Jahren marktreif sein. Neu ist das Laden von Elektroautos per Induktion nicht. So werden in der südenglischen Stadt Milton Keynes demnächst Elektrobusse Fahrgäste zu ihrem Ziel bringen. Für Strom sorgen drahtlose Ladestationen an den Endhaltestellen. Ein ähnliches System ist seit 2013 in der südkoreanischen Stadt Gumi im Einsatz .
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