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Indischer Ozean: US-U-Boot versenkt iranische Fregatte nahe Sri Lanka

Ein US- U-Boot hat erstmals außerhalb des Nahen Ostens ein iranisches Kriegsschiff angegriffen – mit verheerenden Folgen.
/ Andreas Donath
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Fregatte der Moudge-Klasse IRIS Dena (75), getroffen von US-Torpedo (Bild: Pentagon)
Fregatte der Moudge-Klasse IRIS Dena (75), getroffen von US-Torpedo Bild: Pentagon

Ein US-U-Boot hat vor der Küste Sri Lankas die iranische Fregatte IRIS Dena(öffnet im neuen Fenster) mit mindestens einem Torpedo versenkt. Das berichtete unter anderem der Guardian(öffnet im neuen Fenster) .

Dabei kamen nach Angaben sri-lankischer Behörden 83 Besatzungsmitglieder ums Leben, 32 weitere wurden gerettet und in ein Krankenhaus in der Hafenstadt Galle gebracht. Es ist der erste US-Angriff auf iranische Streitkräfte außerhalb des Nahen Ostens seit Beginn des aktuellen Konflikts.

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth bestätigte den Angriff am Mittwoch(öffnet im neuen Fenster) . Er bezeichnete ihn als "stillen Tod – die erste Versenkung eines feindlichen Schiffes durch einen Torpedo seit dem Zweiten Weltkrieg" . Für die USA ist das korrekt, weltweit gab es jedoch weitere Fälle. Die IRIS Dena galt als modernste Fregatte der iranischen Marine und war mit Luft- und Seezielraketen, Kanonen sowie eigenen Torpedowerfern ausgerüstet.

Die US-Marine veröffentlichte ein Video des Treffers, das die Auswirkungen des Torpedos dokumentiert. Der Einschlag erfolgte im Heck des Schiffes, der hintere Teil des Rumpfs hob aus dem Wasser ab, während der Bug im Wasser verblieb. Der Kiel der IRIS Dena brach unter der Wucht des Treffers durch, was den Verlust des Schiffes nach sich zog.

Sri Lankas Außenminister Vijitha Herath erklärte, die Küstenwache habe um 5:08 Uhr einen Notruf des iranischen Schiffes empfangen. Die Fregatte befand sich zu diesem Zeitpunkt rund 44 Seemeilen vor der sri-lankischen Küste, außerhalb der Hoheitsgewässer, aber innerhalb der ausschließlichen Wirtschaftszone des Landes.

Angriff mit elektromagnetischer Vorbereitung

Ein hochrangiger sri-lankischer Regierungsvertreter berichtete dem Guardian, die iranische Botschaft in Colombo habe über inoffizielle Kanäle bestätigt, dass die IRIS Dena Ziel eines US-Angriffs gewesen sei. Iranische Stellen gaben zudem an, bislang unbestätigt, die Verteidigungssysteme des Schiffes seien vor den Treffern durch elektromagnetische Mittel außer Gefecht gesetzt worden.

U-Boote als Kriegswaffe: Drei Versenkungen nach 1945

Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurden Kriegsschiffe nur in wenigen dokumentierten Fällen durch U-Boote versenkt. Insbesondere drei Ereignisse zeigen, dass die lautlose Bedrohung aus der Tiefe bis in die Gegenwart militärische und politische Realität blieb.

1971: Das erste Mal nach dem Krieg

Im Dezember 1971, während des Krieges zwischen Indien und Pakistan, feuerte das pakistanische U-Boot PNS Hangor einen Torpedo auf die indische Fregatte INS Khukri. Das Schiff sank innerhalb weniger Minuten, 194 Soldaten starben. Es war der erste bestätigte U-Boot-Angriff auf ein Kriegsschiff seit 1945.

1982: Der Belgrano-Schock

Am 2. Mai 1982 versenkte das Atom-U-Boot HMS Conqueror im Falklandkrieg den argentinischen Kreuzer ARA General Belgrano. Es war mit 323 Toten das verlustreichste Einzelereignis des gesamten Konflikts. Der Angriff löste international Debatten aus, da das U-Boot zum Zeitpunkt des Angriffs nach Aussage argentinischer Quellen auf dem Rückweg war. Politisch und militärisch gilt der Angriff bis heute als einer der umstrittensten Befehle des Falklandkriegs.

2010: Angriff ohne Bekenner

Am 26. März 2010 zerbrach die südkoreanische Korvette ROKS Cheonan in der Nähe der Seegrenze zu Nordkorea in zwei Teile und sank, 46 Matrosen starben. Eine internationale Untersuchungskommission aus Südkorea, den USA, Großbritannien, Australien und Schweden kam zu dem Schluss, dass ein nordkoreanischer Torpedo die Explosion ausgelöst habe. Pjöngjang wies jede Verantwortung zurück und bestreitet die Beteiligung bis heute. Der Fall ist damit der einzige der drei, der ungeklärt bleibt.


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