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Indiegames: Tolle Spiele von Solo-Entwicklern

Für großartige Games sind nicht immer riesige Teams nötig: Golem.de stellt Lethal Company und andere Spiele von einzelnen Entwicklern vor.

Artikel von Rainer Sigl veröffentlicht am
Artwork von Choo-Choo Charles (Bild: Gavin Eisenbeisz)

Aus dem Kinderzimmer zum Indiegames-Millionär, und das ganz alleine: Es gab eine Zeit, da war das möglich – um das Jahr 2010 herum, als der digitale Vertrieb von Spielen ein Millionenpublikum erreichte und das Feld an Konkurrenten um die Spielerschaft noch kleiner war.

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Klassiker wie Braid, Spelunky, Banished und Cave Story stammen von einzelnen Entwicklern. Auch die Millionenseller Stardew Valley und Undertale wurden nicht von ganzen Studios, sondern einzelnen Personen geschaffen.

Und dann ist da natürlich noch Markus "Notch" Persson. Der Erfinder von Minecraft wurde von Microsoft für sein ursprünglich im Alleingang begonnenes Game sogar zum Milliardär gemacht: Rund 2,5 Milliarden US-Dollar bekam er 2014 für sein Entwicklerstudio Mojang.

Alleine ein Spiel zu Ende zu entwickeln, ist eine große Leistung; aus der Masse der Konkurrenz herauszustechen, noch viel mehr – auch wenn das in vielen Fällen nur mit einem hohen Maß an Selbstausbeutung geht. Dennoch, die folgenden Indiegames von Solo-Devs haben uns besonders beeindruckt.

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Lethal Company: Humor trifft Horror im Multiplayer

Unter den zehn Spielen mit dem höchsten Jahresumsatz im Onlineshop Steam wurde eines von einem Einzelentwickler gestaltet: Das Multiplayer-Phänomen Lethal Company stammt von einem erst 21-jährigen Programmierer, der seinen echten Namen und seine Nationalität unter Verschluss hält.

Seit er zehn Jahre alt ist, hat er unter dem Pseudonym Zeekerss mehrere Spiele für die Plattform Roblox entwickelt. Mit Lethal Company hat er inzwischen einen echten Megahit gelandet.

Geschätzte zehn Millionen Mal hat sich der Slapstick-Horror-Spaß seit dem Early Access im Oktober 2023 verkauft. Vergangenen Dezember spielten zeitweilig über 240.000 Menschen gleichzeitig das Spiel auf Steam.

Das trügerisch simpel aussehende First-Person-Game überzeugt mit dichter Atmosphäre, cleveren Gameplay-Details und unnachahmlich lustigen Schreckmomenten für bis zu vier Teilnehmer.

Erhältlich für Windows-PC; rund 10 Euro.

Choo-Choo Charles: Die Eisenbahn des Grauens

Ein dämonischer Zug mit Spinnenbeinen, der seine Opfer rasend schnell auch abseits der Schienen verfolgt: Mit ersten Gifs seines beeindruckend bizarren Monsters sorgte der damals erst 20-jährige US-Einzelentwickler Gavin Eisenbeisz schon vor der Veröffentlichung von Choo-Choo Charles im Dezember 2022 für Aufsehen in den sozialen Medien.

Erst vor Kurzem ist das schräge Horrorgame auch für Nintendo Switch erschienen; Grund genug, es hier noch einmal zu würdigen.

Aus der First-Person-Perspektive hat man die Aufgabe, den titelgebenden Horrorzug auf einer kleinen Insel, die offen erkundet werden kann, zur Strecke zu bringen.

Eisenbeisz hat den Entwicklungsprozess seines Soloprojekts auf seinem Youtube-Kanal dokumentiert; ein kleiner Einblick in die Herausforderungen des Spielemachens ohne unterstützendes Team, von Designfragen bis zu den Herausforderungen der Portierung auf unterschiedliche Plattformen.

Erhältlich für Windows-PC, Xbox, Playstation und Nintendo Switch; rund 20 Euro.

Microcivilization: Strategie für zwischendurch

Der Globalstrategie-Klassiker Civilization ist ein Spiel für die Ewigkeit. Blöd nur, dass einzelne Partien sehr lang und aufwendig sein können. Der tschechische Solo-Entwickler Ondrej Homola hat mit Microcivilization eine Lösung für dieses Problem gefunden.

Die hübsche Mischung aus Clicker- und Aufbaustrategiespiel reduziert die Komplexität des Vorbilds deutlich – und ist dennoch (oder deswegen) überraschend unterhaltsam.

Das im November 2023 im Early Access veröffentlichte Strategiespiel lässt sich mit mehr oder weniger Engagement spielen, denn die kleinen Männchen sind auch ohne ständige Beaufsichtigung am Werk – wie es im Clicker-Genre eben üblich ist.

Für Adrenalin sorgen diverse Katastrophen, die aber auch Helden hervorbringen können. Microcivilization ist ein gelungenes Strategiespiel im Westentaschenformat.

Erhältlich für Windows-PC; rund 18 Euro.

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