Corsair Cove, Blood Dungeon, Big Walk und The Sinking City 2
Corsair Cove: Piraten bauen hoch
Aufbaustrategiespiele gibt es wie Sand am Meer, da braucht es schon gute Ideen, um herauszustechen. Zum Beispiel so eine wie in Corsair Cove(öffnet im neuen Fenster): Weil im Schatten hoch aufragender Klippen wenig Grundfläche für unser Piratendorf da ist, bauen wir eben in die Vertikale.
Mit Strickleitern und wackligen Holzbrücken wächst in Corsair Cove eine pittoreske Freibeuterbasis eben nicht nur in die Breite, sondern auch nach oben. Die Bevölkerung will zufriedengestellt sein, Logistikketten werden optimiert, und später im Spiel darf man Teile seines Piratenvolks auch auf Expeditionen in die Weltmeere schicken, um Beute zu machen.
Der hübsche und sympathische Aufbaustrategietitel des hessischen Entwicklerstudios Limbic Entertainment hat in diesem Sommer ein begeistertes Publikum gefunden – kein Wunder, immerhin finden sich sowohl Anno als auch Tropico in der Vorgeschichte der Macher.
Erhältlich für Windows-PC; rund 40 Euro.
Blood Dungeon: Neon trifft Blut
Der US-Gamedesigner Mark Essen hat mit seinem ultraschnellen Duellspiel Niddhogg vor zwölf Jahren einen Partykracher für jede Couch-Gamingsession abgeliefert. Mit Blood Dungeon(öffnet im neuen Fenster) kehrt Messhoff, so heißt sein Entwicklerstudio, zumindest grafisch zu diesen Anfängen zurück. Was auf den ersten Blick nach Unfall in MS Paint aussieht, entwickelt schnell eine ganz eigene Faszination.
Wie in einer Mischung aus Spelunky und Vampire Survivors geht es hier in knallbunte Neon-Dungeons, wo wir zu coolem Drum'n'Bass endlose Feindeswellen automatisch bekämpfen. Spielmechanisch geht es hier nur um die Wahl der Upgrades und Ausweichmanöver.
Dafür dürfen wir an so gut wie jeder Oberfläche entlang klettern – ein chaotischer Spaß. Unlocks, Upgrades, immer neue Builds lassen den eigenwilligen Style zur Nebensache werden.
Erhältlich für Windows-PC, Playstation 5, Xbox Series X/S und Nintendo Switch/Switch 2; rund 10 Euro.
Big Walk: Gemeinsam verirren
Das australische Spielestudio House House hat mit seinem Gänsespiel Untitled Goose Game einen Indie-Klassiker geschaffen. Mit Big Walk(öffnet im neuen Fenster) geht es spielerisch in eine ganz andere Richtung: Als Gruppe von zwei bis zwölf Spielern wandert man durch eine offene Spielwelt voller mysteriöser Rätsel und Mechanismen, die sich nur gemeinsam bedienen und enträtseln lassen.
In der Gestalt bunter Kugelmännchen wird hier unser Kooperationstalent getestet: Kommuniziert wird per Proximity-Chat oder durch Gesten, je nach Gruppengröße und -dynamik geht die schrittweise Erkundung mal schneller, mal gemächlicher voran. Ein faszinierender Spielplatz für alle, die Lust auf originelle Mehrspieler-Erlebnisse haben.
Erhältlich für Windows-PC, Playstation 5 und Nintendo Switch 2; rund 20 Euro.
The Sinking City 2: Lovecraft geht unter
In den 1920er-Jahren versinkt die fiktive Küstenstadt Arkham langsam, aber unerbittlich in giftigen Fluten. Eklige Würmer und Kulte, die uralte Götter verehren, machen den noch nicht evakuierten Bewohnern das Leben zur Hölle.
Als einsamer Ermittler in okkulten Angelegenheiten suchen wir in The Sinking City 2(öffnet im neuen Fenster) nach Rettung für die geliebte Frau. Das Lovecraft-Potpourri mixt klassische Survival-Horror-Action mit ein bisschen Open-World-Erkundung und Investigativ-Rätseln, die über das Genre-Niveau hinausgehen.
Das Spiel ukrainischer Entwickler mag in Polish und Budget nicht ganz an die Hochglanz-Vorbilder wie das aktuelle Resident Evil heranreichen, trotzdem finden Survival-Horror-Fans hier solides Albtraumfutter in ihrem Lieblingsgenre. Allein der dichten Atmosphäre wegen eine Empfehlung wert.
Erhältlich für Windows-PC, Playstation 5 und Xbox Series X/S; rund 50 Euro.

