Indiegames-Rundschau: Verzauberte Raben und Grüße aus China

Das Indiegames-Jahr startet stark: Vane ist ein Märchen zum Staunen, My Time at Portia und Iris Fall geben einen Vorgeschmack auf die chinesische Spielezukunft - und Atom RPG führt uns in eine strahlende russische Vergangenheit.

Eine Rezension von Rainer Sigl veröffentlicht am
Artwork von Vane
Artwork von Vane (Bild: Friend & Foe Games)

Das Downloadportal Steam ist in der Krise: Der seit Jahren rasant wachsende Quasi-Monopolist hat nicht nur mit neuer Konkurrenz durch den Epic Games Store, sondern auch mit strukturellen Problemen zu kämpfen. Die riesige Masse an täglich erscheinenden Spielen, von denen der Großteil von kleinen Entwicklern und leider bescheidener Qualität ist, macht die Plattform seit längerer Zeit schwer benutzbar.

Inhalt:
  1. Indiegames-Rundschau: Verzauberte Raben und Grüße aus China
  2. Kenshi und Atom RPG
  3. My Time at Portia, Book of Demons, 2084 und Iris Fall

Nun klagen namhafte Entwickler von Indiegames, dass seit einigen Änderungen am Algorithmus ihre Spiele kaum mehr durch die automatisierten Vorschlagsalgorithmen genannt werden. Stattdessen schiebt Steam jene großen, kommerziell erfolgreichen Games nach oben, denen man überdies schon im Herbst einen Rabatt versprochen hat. Das Überleben in diesem Ökosystem ist so für kleine Studios fast unmöglich geworden - Alternativen wie Itch.io, aber auch GOG.com, Humble und Gamejolt werden dadurch attraktiver, haben aber nur beschränkte Reichweite.

Wenn Valve weiterhin keine Kuratorenverantwortung übernimmt, wird Steam auch durch die vielen asiatischen Entwickler, die inzwischen auf den Marktplatz drängen, wohl irgendwann endgültig zur unbenutzbaren riesigen Müllkippe für Games mutieren. Das wäre ein Schicksal, das auch Apples App Store und Googles Play Store droht. Hoffen wir, dass es nicht so weit kommt.

Immerhin wäre es ja ewig schade, wenn Perlen wie die in dieser Rundschau versammelten Games kein Publikum fänden. Viel Spaß mit einer Auswahl der bemerkenswertesten Indies der vergangenen Wochen!

Vane: ein Rabenmärchen

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Eins vorweg: Ja, manche Spieler werden Vane vom Entwicklerstudio Friend & Foe Games hassen - dafür, dass seine Kamera hakelig ist, dass es oft langsam und manchmal leider auch noch etwas buggy ist. Wer sich an solchen technischen Stotterern ernsthaft stört, macht lieber einen Bogen um dieses Spiel, das nach langen Jahren der Entwicklung durch ein Team, das auch schon an dem an ähnlichen Krankheiten leidenden The Last Guardian mitgearbeitet hat, endlich erschienen ist. Wer Milde walten lässt, wird mit einem außergewöhnlichen Erlebnis belohnt, das fast auf Augenhöhe mit den ganz Großen seiner Nachbarschaft mithalten kann: mit Journey, ICO, Inside und eben The Last Guardian.

Als Kind, das sich in einen Raben verwandeln kann, erforscht man hier eine mysteriöse, in künstlerisch immer wieder beeindruckendem Low-Poly-Stil gestaltete Welt. Die Rätsel erfordern stets den Wechsel von einer Form in die andere: Während man als Rabe die riesige Welt und auch ihre Ruinen und Höhlen fliegend erforscht, kann man als Mensch (meist einfache) Maschinen bedienen und so den Weg zu neuen Rätseln freimachen. Die erfordern zum Ende des kurzen Spiels hin sogar die Transformation der gesamten Welt.

Vane bleibt in seiner Geschichte absichtlich vage und ganz ohne Worte, es hat dadurch und durch so manche umwerfend gestaltete Lichtstimmung aber eine mystisch-faszinierende Atmosphäre, die die genannten Schwächen verschmerzen lässt. Wie das 2017 erschienene Rime bleibt Vane knapp hinter seinen außergewöhnlichen Vorbildern zurück - ist damit aber immer noch ein großartiges Erlebnis mit Schönheitsfehlern.

Erhältlich für Playstation 4; rund 22 Euro.

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Kenshi und Atom RPG 
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