Abo
  • IT-Karriere:

Indiegames-Rundschau: Schamanen, Katzen und Wikinger

Ein feinfühliges Coming-of-Age-Drama in einer US-amerikanischen Kleinstadt, Wikinger-Sagas, Zeitreise-Rätsel und ganz viel Renaissance-Kunst: Golem.de wirft wieder einen Blick in die bunte Welt der Indiegames.

Artikel von Rainer Sigl/Videogametourism.at veröffentlicht am
Artwork von Night in the Woods
Artwork von Night in the Woods (Bild: Finji)

Zum bereits 19. Mal findet Anfang März das traditionsreiche Indie Games Festival in San Francisco statt, bei dem auch die renommierten IGF Awards vergeben werden - ein Blick auf die Finalisten gibt Indie-Freunden nicht nur einen Überblick über die spannendsten Titel des vergangenen Jahres, sondern schürt auch die Vorfreude auf einige Spiele, die noch nicht erschienen sind.

Inhalt:
  1. Indiegames-Rundschau: Schamanen, Katzen und Wikinger
  2. Northgard, Four Last Things und anderes

Nominierte Titel wie FAR - Lone Sails, Everything oder Old Man's Journey werden in der Indiegames Rundschau noch ihren Auftritt haben - hier sind aber einmal die bemerkenswertesten Indiegames der vergangenen Wochen.

Night in the Woods

Mae Borowski ist 20 und hat die Uni geschmissen, um wieder zurück ins Kinderzimmer bei ihren Eltern zu ziehen. Die US-Kleinstadt, in die sie ohne Plan zurückkehrt, ist ebenso vertraut wie deprimierend; frühere Freunde versacken in schlechten Jobs; Arbeitslosigkeit, dumpfe Depression und Selbstzweifel nagen nicht nur an ihr.

Night in the Woods könnte furchtbar deprimierend sein, doch stattdessen ist das Spiel dreier kanadischer Entwickler einfach bezaubernd: Alle Bewohner der Stadt sind sprechende Tiere, Mae ist eine Katze, ihre Freunde sind ein hyperaktiver Fuchs, ein Goth-Alligator-Mädchen und ein Dandy-Bär, allesamt liebevollst handgemalt wie im schönsten Kinderbuch.

Stellenmarkt
  1. KBV, Berlin
  2. DPD Deutschland GmbH, Großostheim

Was das Spiel neben dem tollen Artwork, atmosphärischer Musik und einer Vielzahl an verschrobenen Minispielen - von Guitar-Hero-artigen Bandproben über Ladendiebstahl bis hin zu einem minimalistischen Dungeon-Crawler als Spiel im Spiel - aber besonders auszeichnet, ist der realistische Ton, den es anschlägt. Wie ein beseeltes Hybrid aus Gilmore Girls, Oxenfree, Kentucky Route Zero und Life is Strange zeigt Night in the Woods eine komplexe, leicht melancholische Welt voller Menschlichkeit, die weit entfernt ist von den banalen Weltrettungsklischees anderer Spiele.

Die Plattform-Elemente und auch der im Spielverlauf leicht ins Übernatürliche driftende Plot sind eigentlich Nebensache, die Hauptrolle spielen die Dialoge, die Figuren und das gelungene Porträt einer ganz realen Gegenwart nicht nur junger Menschen. Wie das letztjährige Firewatch ist auch Night in the Woods das Äquivalent zum Programmkino-Arthouse-Film mit Herz.

Windows, Mac, Linux, PS4, 20 Euro

Induction

"A game about time travel and paradoxes", nennt der britische Entwickler Bryan Gale sein kniffliges Puzzlespiel Induction, in dem auch Rätselprofis das ein oder andere Mal ins Schwitzen geraten werden.

In stylischem Minimalismus gehalten, stellt das Spiel sich rasant zu wahren Kopfnüssen steigernde Aufgaben, bei denen im Spielverlauf immer weiter voraus oder um die Ecke gedacht werden muss. Als simpler Würfel ist die einzige Aufgabe für den Spieler dabei, in den jeweiligen Levels zum Ausgang zu gelangen und dabei diverse Schalter und Mechanismen zu betätigen.

Zentrales, dabei immer wieder verfeinertes und erweitertes Spielelement ist dabei die Fähigkeit, an jedem beliebigen Punkt die Zeit zurückdrehen zu können - wo man dann allerdings mit seinem in der Vergangenheit agierenden früheren Selbst möglichst geschickt kooperieren muss, um gemeinsam ans Ziel zu gelangen. Anspruchsvolle Rätselkost mit absolut origineller Spielmechanik.

Windows, Mac, Linux, 10 Euro

The Mooseman

Allzu selten nehmen sich Spiele der weniger bekannten Mythologien an, ein kleines russisches Entwicklerstudio taucht mit dem ungewöhnlichen The Mooseman nun tief in die Traditionen der finno-ugrischen Folklore der Komi-Permyak ein.

Als Schamane wandert der Spieler nicht nur durch die endlosen Wälder, Höhlen und Kultstätten einer mythischen Vergangenheit, sondern wechselt per Knopfdruck in die Geisterwelt der komplexen und düsteren Mythologie, die in zahlreichen Texten und anhand realer historischer Artefakte illustriert wird.

Spielmechanisch holt The Mooseman aus seinem Minimalismus viel heraus: Zwar führt der Weg stets von links nach rechts, und die Interaktion mit der Umwelt beschränkt sich auf wenige Knopfdrücke, doch reicht das sowohl für mal mehr, mal weniger simple Rätsel wie auch für originelle Spielereien mit Licht- und Physikelementen.

Das Hauptaugenmerk liegt allerdings auf der Atmosphäre: Die trügerisch simple Grafik überrascht immer wieder durch effektvolle Details und die sparsame, aber eindrucksvolle Musik lässt das Abenteuer zum traumwandlerischen Trip werden. Näher kommt man einer Schamanenreise ohne die Einnahme diverser halluzinogener Pilze kaum.

Windows, Mac, Linux, 7 Euro

Northgard, Four Last Things und anderes 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Anzeige
Top-Angebote
  1. 98,00€ (Bestpreis!)
  2. 469,00€
  3. 92,90€ (Bestpreis!)
  4. bis zu 85% reduziert

Rainer Sigl 06. Mär 2017

Dankeschön!

Rainer Sigl 06. Mär 2017

Im Fall von Blackwake ging es vielmehr darum, dass es Early Access ist - ich bemühe mich...


Folgen Sie uns
       


Nubia Alpha - Hands on (MWC 2019)

Nubia hat eine Smartwatch mit einem flexiblen Display auf dem Mobile World Congress 2019 in Barcelona gezeigt.

Nubia Alpha - Hands on (MWC 2019) Video aufrufen
TES Blades im Test: Tolles Tamriel trollt
TES Blades im Test
Tolles Tamriel trollt

In jedem The Elder Scrolls verbringe ich viel Zeit in Tamriel, in TES Blades allerdings am Smartphone statt am PC oder an der Konsole. Mich überzeugen Atmosphäre und Kämpfe des Rollenspiels; der Aufbau der Stadt und der Charakter-Fortschritt aber werden geblockt durch kostspielige Trolle.
Ein Test von Marc Sauter

  1. Bethesda TES Blades startet in den Early Access
  2. Bethesda The Elder Scrolls 6 erscheint für nächste Konsolengeneration

Anno 1800 im Test: Super aufgebaut
Anno 1800 im Test
Super aufgebaut

Ach, ist das schön: In Anno 1800 sind wir endlich wieder in einer heimelig-historischen Welt unterwegs - zumindest anfangs. Das neue Werk von Blue Byte fesselt dank des toll umgesetzten und unverwüstlichen Spielprinzips. Auch neue Elemente wie die Klassengesellschaft funktionieren.
Von Peter Steinlechner

  1. Ubisoft Blue Byte Anno 1800 erhält Koop-Modus und mehr Statistiken
  2. Ubisoft Blue Byte Preload der offenen Beta von Anno 1800 eröffnet
  3. Systemanforderungen Anno 1800 braucht schnelle CPU

Jobporträt: Wenn die Software für den Anwalt kurzen Prozess macht
Jobporträt
Wenn die Software für den Anwalt kurzen Prozess macht

IT-Anwalt Christian Solmecke arbeitet an einer eigenen Jura-Software, die sogar automatisch auf Urheberrechtsabmahnungen antworten kann. Dass er sich damit seiner eigenen Arbeit beraubt, glaubt er nicht. Denn die KI des Programms braucht noch Betreuung.
Von Maja Hoock

  1. Struktrurwandel IT soll jetzt die Kohle nach Cottbus bringen
  2. IT-Jobporträt Spieleprogrammierer "Ich habe mehr Code gelöscht als geschrieben"
  3. Recruiting Wenn die KI passende Mitarbeiter findet

    •  /