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Yooka-Laylee ist ein klassischer 3D-Action-Platformer.
Yooka-Laylee ist ein klassischer 3D-Action-Platformer. (Bild: Playtonic Games)

Indiegames-Rundschau: Familienflüche, Albträume und Nostalgie

Yooka-Laylee ist ein klassischer 3D-Action-Platformer.
Yooka-Laylee ist ein klassischer 3D-Action-Platformer. (Bild: Playtonic Games)

Originelle Erzählexperimente, knallbunte Puzzles, Philosophie im Himalaya und eine Hommage an einen Konsolenklassiker: Die Indiegames der letzten Wochen waren bunt, schrill, melancholisch und gruselig. Golem gibt einen Überblick über die aktuell bemerkenswertesten Spiele unabhängiger Entwickler.
Von Rainer Sigl

Die Videospielbranche hat sich in den letzten Jahren grundlegend geändert: Waren früher große Publisher verlässliche Arbeitgeber für unzählige Menschen, wurden inzwischen viele Mitarbeiter vor allem mittelgroßer Studios entlassen. Auf das Blockbuster-Modell zu setzen, sprich: einzelne, riesige Titel in der Hoffnung auf den Riesenerfolg zu entwickeln, scheint den Analysten der großen Industrie lukrativer, als einen Mittelbau mitzutragen. Viele ehemalige AAA-Entwickler wurden so halb unfreiwillig unabhängig. Nicht selten nehmen die Publisher allerdings später die oft mühsam auf eigenes Risiko der Entwickler oder per Kickstarter finanzierten Spieleprojekte wieder unter Vertrag.

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Ist das noch Indie? Eine komplizierte Frage. Für Spielerinnen und Spieler zählt aber vor allem eines: dass eine vielfältige, bunte Auswahl an Spielen bereitsteht, die auch Nischen bedienen und wegen geringerer Kosten auch kreativ etwas wagen dürfen. Die spannendsten Indiespiele der letzten Wochen haben wir wieder in der monatlichen Rundschau versammelt.

What Remains of Edith Finch

In leerstehenden Häusern spukt es in vielen Spielen, und auch in diesem sind die Geister der Vergangenheit zu spüren - allerdings anders, als man es erwarten würde. Als letzte Tochter eines von einem mysteriösen Familienfluch heimgesuchten Clans erforschen Spielerinnen und Spieler in What Remains of Edith Finch nicht nur das chaotische, von allerlei Geheimgängen und architektonischen Verrücktheiten gezeichnete Familienanwesen, sondern auch die eigene Familiengeschichte, in der sich tragische und tragikomische Schicksale in zwölf spielbaren Experimenten entdecken lassen.

Die spielbare Ahnenforschung ist zwar letztlich linear und bietet kaum spielmechanische Herausforderungen, dafür überrascht das Spiel aber sowohl First-Person-Kenner wie auch -Einsteiger mit überaus originellen und überraschenden Ideen, die man so noch kaum gesehen hat. Wie in den spielbaren Vignetten vom Leben und Sterben der jeweiligen Finch-Familienmitglieder erzählt wird, ist überaus abwechslungsreich und unterhaltsam und erinnert vom Tonfall her an die Filme des US-Kultregisseurs Wes Anderson: melancholisch, etwas makaber, aber auch sympathisch humorvoll. Freunde von erzählenden Spielen wie Firewatch oder Gone Home sollten unbedingt einen Blick riskieren.

Playstation 4, PC, 20 Euro

Yooka-Laylee

Nostalgie ist inzwischen ein großes Geschäft im Medium Videospiele, und Indie-Studios haben viel dazu beigetragen: Schon zahlreiche unsterbliche Spieleklassiker wurden durch Crowdfunding-Unterstützung und alte Helden wieder in die Gegenwart geholt. Yooka-Laylee bittet nun eine ganz bestimmte Spieleära vor den Vorhang: die Zeit der großen 3D-Action-Platformer Ende der 1990er-Jahre. Wer jetzt an Banjo-Kazooie denkt, liegt goldrichtig: Yooka-Laylee ist tatsächlich nicht nur ein spiritueller Nachfolger des Klassikers, sondern wurde sogar von einigen Mitgliedern des damaligen Entwicklerstudios Rare gestaltet.

Genau wie im großen Vorbild warten knallbunte 3D-Welten und überdrehte Figuren im Cartoon-Look auf die Spielerschaft, die sich mit oder ohne Kenntnis der großen Vorbilder in den riesigen Spielumgebungen vergnügen kann. Freunde klassischer 3D-Platformer kommen so völlig auf ihre Kosten, müssen sich allerdings, so mit ihrer Vergangenheit konfrontiert, auch der Tatsache stellen, dass manche Unarten dieser Epoche - vor allem eine oft störrische Kamera und schwierige Orientierung - 2017 etwas störender auffallen als damals.

Linux, Mac OS, Windows, Playstation 4, Xbox One, Nintendo Switch, 40 Euro

GNOG

Manche Spiele sind Spielzeug im besten Sinne, und GNOG gehört dazu: Im umwerfend bunten, an Kinderbuchillustrationen erinnernden Stil gehalten und mit liebevoll arrangiertem Sound und Musik unterlegt, lädt das Puzzle-Spiel zum kreativen, originellen Knöpfchendrücken und Tüfteln an neun riesigen "Monsterköpfen", die ihre Geheimnisse nur nach und nach freigeben. Neben kindlicher Freude am Entdecken ist hin und wieder auch etwas Logik gefragt, doch allzu harte Kopfnüsse stellt GNOG nicht - das macht es übrigens sowohl für ganz junge wie auch durchaus ältere Spielerinnen und Spieler interessant.

Zur Hochform läuft das fantasievolle Spiel übrigens erstaunlicherweise in VR auf: Hier gewinnen die sich immer weiter öffnenden Rätselboxen die besondere Haptik von ebenso handfestem wie irrealem Riesenspielzeug. Doch auch ohne VR-Headset lohnt sich die Rätselreise - man darf auch auf die Veröffentlichung für mobile Plattformen gespannt sein. GNOG ist halb freundlich-schrilles interaktives Pop-Art-Kunstwerk und halb kreative Puzzlebox. Wie lautet doch das hier zutreffende Klischee: ein Spiel für Junggebliebene von drei bis 99 Jahren.

Playstation 4, Playstation VR, 15 Euro; iOS, Windows, Mac, Linux in Vorbereitung

Little Nightmares und The Wild Eternal 

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Garius 11. Mai 2017

Deshalb habe ich ja das Review verlinkt. So wie du das sagst, hört es sich an, als seien...

Moody 10. Mai 2017

...erstmal finde ich es schön, dass es mal nicht um Mainstream-Spiele geht. Wenn es darum...



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