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Indiegames-Rundschau: Drogen, Schwerter, Roboter-Ritter

Weedcraft Inc. und Imperator Rome fordern Strategie, Katana Zero die Reflexe - und Steamworld Quest bringt Taktik ins Kartenspiel.

Eine Rezension von Rainer Sigl/Videogametourism.at veröffentlicht am
Artwork von Steamworld Quest
Artwork von Steamworld Quest (Bild: Image & Form Games)

Dass Aufbaustrategiespiele, deren Vorbild die reale Welt ist, unweigerlich politischen Ballast mitschleppen, wurde vor kurzem anlässlich von Anno 1800 thematisiert. Wenn Spiele dagegen mit voller Absicht tagesaktuelle Gesellschafts- und Drogenpolitik behandeln, zeigt sich allerdings ein anderes Phänomen: So richtig für voll genommen wird das Genre noch immer nicht.

Inhalt:
  1. Indiegames-Rundschau: Drogen, Schwerter, Roboter-Ritter
  2. Imperator Rome und Katana Zero

Diesen traurigen Sachverhalt demonstrierte vor kurzem das Indie-Strategiespiel Weedcraft Inc. (Windows, Mac, 17 Euro). Darin sind Spieler als aufstrebender Drogenbaron für das Management eines auf Hanf basierenden Geschäftsimperiums zuständig - in Rollen vom kleinen Marihuana-Verticker bis zum Konzernchef eines legalen THC-Imperiums. Das komplexe, die Drogenpolitik der vergangenen Jahrzehnte clever abbildende Tycoon-Spiel ist weit entfernt von plumper Kifferromantik und fesselt durch eine komplexe Wirtschaftssimulation mit einem Schuss Humor.

Leider ist es aber zu kontrovers für die Social-Media-Plattformen Youtube und Facebook: Während Filme und Serien zum Thema Drogen kein Problem sind, stößt das interaktive Medium Games damit auf Widerstand, wie der Indie-Publisher Devolver demoralisiert zu Protokoll gab,. Grund genug, an dieser Stelle prominent festzuhalten: Weedcraft Inc. ist kein stumpf den Kiffer-Lifestyle bewerbendes Gag-Spiel, sondern eine absolut gelungene Tycoon-Management-Simulation - die im Unterschied zu vielen anderen Titeln ihr Thema in seiner gesamten (gesellschafts-) politischen Relevanz ernst nimmt und abzubilden sucht.

Weniger kontrovers, genauso gelungen: Hier sind weitere besondere Indiespiele der vergangenen Wochen:

Steamworld Quest: Hand of Gilgamesh - Karten spielen mit Roboterrittern

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Das schwedische Studio Image & Form führt seine Steampunk-Roboterwelt von einem originellen Spiel zum anderen: Nach den Metroidvanias Steamworld Dig 1 und 2 und dem Rundentaktikspiel Steamworld Heist geht es in Steamworld Quest nicht nur von der Cartoon-Science-Fiction in Richtung Fantasy, sondern auch das Genre wird gewechselt: Diesmal finden sich die charakteristisch schrägen Roboterhelden in einem waschechten Rollenspiel wieder. Was gleich geblieben ist, ist der Humor: Auch hier gibt es dank schrulliger Charaktere und witziger Dialoge einiges zu lachen.

Ebenfalls unverändert ist die Qualität des gebotenen Gameplays, das sich dieses Mal in unzähligen rundenbasierten Kämpfen per cleverem strategischen Kartenspiel zeigt: Wie im Indie-Hit Slay the Spire kämpfen Spieler mit einer sorgsam zusammengestellten Auswahl an unterschiedlichen Angriffs-, Zauber- und Statuskarten mit viel Taktik und ein wenig Glück gegen ihre Feinde. Humorvoll, hübsch und überraschend komplex: ein Pflichttitel für die Switch. Andere Plattformen sollen folgen.

Erhältlich für Nintendo Switch; rund 17 Euro

Heaven's Vault: Archäologie im Weltraum

Das britische Indie-Studio Inkle hat mit der Sorcery!-Reihe und natürlich 80 Days die moderne Interactive Fiction entscheidend mitgestaltet, mit Heaven's Vault geht es ambitioniert noch einen Schritt weiter: Das in ungewöhnlicher, klarer Cartoongrafik mit 3D-Elementen gestaltete Adventure ist nicht nur in Sachen Setting und Story einzigartig, sondern überrascht auch mit quasi echter Archäologie.

Als Science-Fiction-Archäologin sind Spieler gemeinsam mit einem Roboter auf Planeten, Monden und Kolonien eines bunten Sternennebels auf der Suche nach einem verschollenen Kollegen. Die komplexe Handlung entspinnt sich dabei in unzähligen, sich weit verästelnden Gesprächen und Handlungsentscheidungen.

Zentral ist auch die Entschlüsselung einer uralten Hieroglyphenschrift, und in diesem Gameplay-Element kommen die Tugenden realer Altertumskunde zum Einsatz: Durch logisches Kombinieren und Vergleichen setzt sich Stück für Stück eine faszinierende Geschichte wie ein Puzzle zusammen. Ein ungewöhnliches Spiel und eine absolute Empfehlung für alle, die Freude an narrativen Experimenten haben.

Erhältlich für PS4 und Windows; rund 22 Euro

Imperator Rome und Katana Zero 
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countzero 26. Mai 2019

Sklaven gibt es und es kann auch Sklavenaufstände geben, wenn man sie zu schlecht...

jhonnydoe 24. Mai 2019

+1 sehr traurig!

Conqi 24. Mai 2019

Verstehe nicht, wieso GOG sich da das Leben selbst so schwer macht. Ich kann verstehen...

Conqi 24. Mai 2019

Habt ihr zufällig auch mal den Ultimate Epic Battle Simulator angespielt und könnt sagen...


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