The Procession to Calvary, The Shattering und Over the Alps

Man nehme die größten Kunstwerke der Gemäldemalerei des Spätmittelalters bis zur Renaissance, schneide daraus respektlos Figuren und Szenen aus und animiere das Ganze mit dem denkbar albernsten Humor, vorzugsweise der britischen Sorte. Voilà: Fertig ist die Hommage an die schrägen Animationsminiaturen von Terry Gilliam aus dem Monty-Python-Universum.

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Der Londoner Indie-Entwickler Joe Richardson hat schon vor ein paar Jahren mit seinem über Kickstarter finanzierten Point-and-Click-Adventure Four Last Things bewiesen, dass die Mischung aus Kunstgeschichte und respektlosem Humor funktioniert. Mit seinem neuen Spiel The Procession to Calvary gibt es nun einen Nachschlag.

Richardson selbst sagt, sein neues Werk sei ein bisschen wie Monkey Island, nur erschaffen von einem zeitreisenden Monty-Python-Fan im Flandern des 16. Jahrhunderts.

Irgendwie trifft es das tatsächlich ganz gut. Auch The Procession to Calvary - übersetzt: die Kreuztragung Christi - lebt von dem Kontrast zwischen erhabener Kunstgeschichte und krudem, oft absurdem Humor sowie ganz altmodischer, heimelig vertrauter Adventure-Mechanik.

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Schräge, aber stets ihrer eigenen Logik folgende Rätsel und der einzigartige Look machen auch dieses Spiel des britischen Python-Verehrers zum Spaß für Freunde klassischer Adventures und britischen Humors.

The Procession to Calvary gibt es für Windows-PC, MacOS und Linux, es kostet rund 9 Euro.

The Shattering: Psycho-Thriller überleben

First-Person-Mystery-Thriller, in denen die geistige Gesundheit des Protagonisten ins Wanken gerät, sind inzwischen fast schon ein eigenes Genre geworden. Für ein derart stilvolles Exemplar wie The Shattering ist aber noch Platz.

In dem cool-monochromen Abenteuer steigt man in die zersplitterte Psyche eines verstörten Autors. Statt hier aber - wie sonst so oft - plump mit den letztlich doch wieder handfesten "Monstern des Unterbewussten" konfrontiert zu werden, verunsichert The Shattering den Spieler auf subtilere und clevere Art.

Gegner oder anspruchsvolle Rätsel gibt es hier nicht, und auch Schreckeffekte oder klassische Gänsehautmomente werden kaum geboten. Stattdessen darf man sich auf eine psychologische Spurensuche begeben.

Die sorgt sowohl ästhetisch als auch inhaltlich mit subtilen Effekten für Eindruck und unterwandert immer wieder die Genrestandards. Wer Spiele wie What Remains of Edith Finch schätzt, darf sich auf The Shattering freuen.

The Shattering gibt es für Windows-PC, es kostet rund 18 Euro.

Und sonst?

In dem Agenten-Thriller Over the Alps (Windows-PC, MacOS und iOS; rund 10 Euro) schreibt man wie im modernen Klassiker 80 Days seine Geschichte durch konstante Entscheidungen selbst. Das an Hitchcock-Krimis erinnernde Spionageabenteuer in den Schweizer Alpen unterhält mit tollen Figuren, spannenden Wendungen, wunderbaren Dialogen und viel Entscheidungsfreiheit.

Das Early-Access-Strategiespiel Bonfire (Windows-PC und MacOS; rund 15 Euro) wiederum ist ein Rogue-lite-Taktikspiel im Miniaturformat. Ein Fantasyhelden-Trio tritt hier in kurzen Missionen gegen Monster an. Der Clou: Die Bedienung ist auf das absolute Minimum von jeweils drei möglichen Aktionen pro Figur eingedampft. Trotzdem ist Bonfire fordernd und komplex.

In dem sympathisch räudigen Arcadespiel Gutwhale kämpft man sich im Inneren eines Wals verbissen nach unten. Die wiederverwendbare Munition sollte man dabei schnell wieder einsammeln, bevor einem ein Bus auf den Kopf fällt. Klingt schräg? Genau das Richtige, wenn man nicht raus darf.

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