Indiegames: "Lieber Schwarzkopie als Key-Reseller"

Mike Rose war offenbar sauer, als er sich am 29. Juni 2019 auf Twitter zu Wort gemeldet hat – sein Beitrag trägt die Überschrift(öffnet im neuen Fenster) "Fuck G2A" . Rose ist Chef und Gründer des kleinen, auf Indiegames spezialisierten Publishers No More Robots, der sich um die Vermarktung von Spielen wie Descenders und Hypnospace Outlaw kümmert.
Auf Twitter beschwert er sich über den Key-Reseller, weil der seit kurzem Anzeigen auf Google schaltet. Das habe vor allem eine Folge: "Wenn die Leute nach unseren Spielen suchen, taucht G2A über unseren eigenen Link auf – und wir verdienen kein Geld mit unseren Spielen, wenn Leute über diese Anzeigen einkaufen."
Rose fügt hinzu: "Bitte, wenn ihr ein Spiel über G2A kaufen wollt, holt euch lieber eine Schwarzkopie – ernsthaft!" Dem Vorstoß von Rose sind seitdem auch Entwickler von Indiegames gefolgt, darunter Rage Squid(öffnet im neuen Fenster) , das eigentliche Studio hinter dem Radrennspiel Descenders.
Der niederländische Entwickler Rami Ismail(öffnet im neuen Fenster) von Vlambeer schließt sich dem Aufruf an: Key-Reseller wie G2A würden das Studio "so viel potenzielle Entwicklungszeit im Kundenservice, bei der Untersuchung falscher Schlüsselanfragen, beim Herausfinden von Kreditkartenrückbuchungen und vielem mehr kosten" , dass unterm Strich eine illegale Kopie besser sei.
.jpg)
Mike Rose geht auf Twitter auf einige der weiteren Probleme insbesondere mit dem schon länger umstrittenen Unternehmen G2A ein . So habe G2A auf Wunsch von Rose zwar eine Zeit lang auf den Weiterverkauf der Games von No More Robots verzichtet, sie dann aber nach ein paar Verhandlungen einfach wieder ins Angebot aufgenommen.
Rose ärgert sich auch, dass einige von G2A unterstützte Influencer als Reaktion auf die ersten Tweets von ihm in ihren Kanälen Erklärungen vorgelesen hätten, laut denen der Key-Reseller eben nicht böse sei. "Hoffentlich haben nicht zu viele Leute den Mist geglaubt, den sie da verbreitet haben" , schreibt Rose.
Auf G2A ist es möglich, nicht verwendete Keys für Downloadplattformen wie Steam, Epic Games Store oder die Konsolenshops weiterzuverkaufen. Allerdings gibt es schon sehr lange und offenbar oft den Fall, dass die Keys mit den Daten gestohlener Kreditkarten bezahlt wurden, um mit diesen Daten irgendwie an Geld zu kommen.
Die Entwicklerstudios müssen sich als Folge mit den Kreditkartenfirmen auseinandersetzen, was einen gewissen zeitlichen Aufwand bedeutet. Außerdem ist es wohl so, dass die Buchungen trotz Authentifizierung zurückgebucht werden, so dass die Entwicklerstudios an ihren Keys (die sie in irgendeiner Form ja ganz am Anfang der Verwertungskette selbst herausgegeben haben) wirklich kein Geld verdienen, beziehungsweise sogar Verlust machen – anders als bei einer Schwarzkopie.