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Bladesong, TR-49, Pathologic 3 und Reanimal

Bladesong: Schwerter schmieden

Wer immer schon das coolste Fantasy-Schwert schmieden wollte, hat in diesem Spiel des deutschen Entwicklerstudios Sun and Serpent die Gelegenheit dazu. Anders als im Mittelalter-Rollenspiel Kingdom Come Deliverance 2 geht es in Bladesong(öffnet im neuen Fenster) aber nicht darum, in diversen Minispielen das heiße Eisen zu hämmern, um etwa ein simples Schwert herstellen.

Stattdessen dürfen wir in einem Editor unsere Wunschklinge bis in kleinste Details gestalten, von der Dicke des Stahls bis hin zu Krümmung, Bewehrung und Verzierung.

Das spielmechanische Drumherum macht Bladesong zu mehr als einem schicken 3D-Editor-Tool: In der Kampagne müssen wir mit begrenzten Ressourcen Schmiedeaufträge für eine Fantasy-Kundschaft ausführen und dabei unsere Fähigkeiten erweitern und eine überraschend toll erzählte Handlung in Form eines Visual-Novel-Rollenspiels voranbringen.

Der Mix motiviert ebenso wie das Designen der Klingen. Wer mag, darf seine Lieblingskreation als Modell für den 3D-Druck exportieren. Das ist schon im Early Access eine Empfehlung!

Erhältlich für Windows-PC (Steam, Epic Games Store); rund 20 Euro.

TR-49: Packende Ermittlungen

Das britische Indiestudio Inkle steht wie kaum ein anderer Spielemacher für narrative Experimente. Nach früheren Games wie 80 Days, Heaven's Vault und A Highland Song erzählt auch TR-49(öffnet im neuen Fenster) eine spannende Geschichte.

Und das auf außergewöhnliche Art und Weise: Der Mix aus Audio-Drama und Detektivspiel lässt uns eine seltsame Bibliotheksdatenbank durchsuchen. In dieser führen Kürzel wie jenes im Titel des Spiels zu immer neuen Einträgen, die nach und nach eine komplexe Science-Fiction-Story ergeben.

Das nur etwa vier Stunden kurze, aber packende Ermittlungsspiel ist auch wegen seines kleinen Preises ein perfektes Spiel für einen Abend. Dank eines vorbildlichen automatischen Notiz-Systems bleibt der Überblick über das Zettel-Labyrinth stets erhalten. Ein weiteres gelungenes Erzähl-Experiment.

Erhältlich für Windows-PC und MacOS (Steam) sowie iOS; rund 6,50 Euro.

Pathologic 3

Man muss Teil 1 und 2 nicht gespielt haben, um den dritten Teil der außergewöhnlichen Spieleserie Pathologic zu würdigen. Immerhin arbeitet das russische Entwicklerstudio Icepick Lodge gewissermaßen seit dem Erscheinen des ersten Teils 2005 immer mit derselben Grundidee.

Und die geht so: In einer abgelegenen Stadt irgendwo inmitten der endlosen russischen Steppe bricht eine tödliche Krankheit aus, die nur wir in Gestalt eines zugereisten Arztes bekämpfen können.

Pathologic 3(öffnet im neuen Fenster) ist ein faszinierender wilder Haufen an Ideen, Spielmechaniken und Einflüssen aus Literatur, Theater und Psychoanalyse. Zeitdruck gehört zum Konzept, denn wir haben hier nur zwölf Tage, bis Krankheit und Chaos alles vernichten.

Zentraler und neuer Gameplay-Clou ist die Fähigkeit, in der Zeit zurückzureisen und die Ereignisse in unserem Sinn zu verändern. Aus der First-Person-Perspektive durchqueren wir die Stadt, untersuchen Patienten und versuchen, alle losen Fäden sinnvoll zu verknüpfen. Ein Videospiel für Fortgeschrittene.

Erhältlich für Windows-PC (Steam), Playstation 5 und Xbox Series X/S; rund 38 Euro.

Reanimal

Ende 2025 erschien der dritte Teil von Little Nightmares – ohne Beteiligung der Serienschöpfer Tarsier Studios. Vielleicht war das der Grund, warum der Titel eher enttäuschend ausfiel.

Mit dem soeben erschienenen Reanimal(öffnet im neuen Fenster) liefern die Schweden nun jedenfalls das bessere Spiel ab. Auch hier wartet verstörender Knuddel-Horror mit beeindruckender Produktionsqualität. Allein oder zu zweit im Koop – hier sogar lokal vor demselben Bildschirm möglich – durchqueren wir eine atmosphärische Welt, lösen Physikrätsel und entkommen grotesken Monstern.

Wer Little Nightmares kennt, findet hier einen kompetenten, aber kaum originellen neuen Horrortrip exakt derselben Art. Dass sich auch Reanimal trotz kindlicher Helden und vermeintlicher Niedlichkeit absolut nicht als Spiel für Kinder eignet, sei zur Sicherheit noch einmal erwähnt.

Erhältlich für Windows-PC (Steam, Epic Games Store), Playstation 5, Xbox Series X/S und Nintendo Switch 2; rund 40 Euro.


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